Das erste Buch der Makkabäer

Kapitel XIIII.

Symbol Biblia 1545

Die Lutherbibel von 1545

 

Die Texte der Lutherbibel von 1545 in Frakturschrift

Das Alte Testament

Die Apokryphen

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Das erste Buch der Makkabäer

 

C. XIIII.

 

1Makk 14,1-49

 

Der Text in 16 Kapiteln
mit Vorrrede

InfoNeue Übersetzung in der Lutherbibel von 2017

Der Text des 1. Buchs der Makkabäer wurde für die Aus­ga­be 2017 aus dem grie­chi­schen Quell­text neu über­setzt. Die­se Über­se­tzung weicht von der bis­he­ri­gen Text­ge­stalt al­ler Luther­bi­beln bis 2016 (letz­te Re­vi­si­on 1984) ab.

Die roten Vers­num­mern gel­ten für alle Aus­ga­ben bis 2017.

 

Gliederung Kapitel XIIII.

 

Nr.

Textstelle

alte Zählung

Textstelle

neue Zählung

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel XIIII.

 

 

13,1 - 16,24

 

 

V. Si­mon befreit Jersualem und Si­mons Nachfolge

 

1

14,1-3

14,1-3

→ De­me­tri­us II. Nikator gerät in Gefangenschaft

2

14,4-15

14,4-15

→ Loblied auf Simon

3

14,16-24

14,16-24

→ Simon bekräftigt die Verträge mit Rom und Sparta

4

14,25-49

14,25-49

→ Simon wird Hoherpriester

 

🕮

Ka­pi­tel­ein­tei­lung nach der Aus­ga­be von 1545,
An­ga­be der Text­stel­le nach der alten Zähl­wei­se (bis 2017).
Vergleichend angegeben die neue Zählweise ab der Ausgabe 2017.

 

 

Biblia

 

 

Das Erſte Bucĥ
Maccabeorum.

 

 

 

 

[222a]

 

 

XIIII.

 

141

 

 

 

De­me­tri­us II. Nikator gerät in Gefangenschaft

172. jar.

→*1)

IM hun­dert vnd zwey vnd ſie­ben­zig­ſten jar / rü­ſtet ſich der kö­nig De­me­tri­us / vnd zog in Me­den vmb hülf­fe wi­der den Try­phon. 2Da aber Ar­ſa­ces der kö­nig in Per­ſen vnd Me­den ver­nam / das jm De­me­tri­us ins Kö­nig­reich ge­zo­gen war / ſchi­cket er ei­nen Heubt­man aus wi­der jn / vnd be­falh / das er jn fa­hen vnd le­ben­dig zu jm brin­gen ſolt. 3Die­ſer Heubt­man ſchlug des De­me­trij volck vnd fieng jn / vnd bracht jn ſei­nem Kö­nig dem Ar­ſa­ci. Da hielt jn Ar­ſa­ces ge­feng­lich / vnd lies jn be­wa­ren.

 

De­me­tri­us.

 

 

(Arſaces)

Von die­ſer zeit an ſind nu in Ori­ent die Par­then mech­tig wor­den / Vnd die Gre­ken ha­ben die­ſe Land ver­lo­ren / Denn Ar­ſa­ces war ein Par­thus.

 

 

Loblied auf Simon

 

DA kam das land Ju­da zu ruge / vnd bleib gu­ter Frie­de / ſo lange Si­mon lebet. Vnd Si­mon regiert ſeer wol / vnd that dem Lan­de viel guts / das ſie jn ger­ne zum Herrn hat­ten ſein leben lang. 5Auch er­öbert er mit groſ­ſen eh­ren die ſtad Jop­pe / vnd die An­furt da­bey / von dan­nen er auffs Meer in die In­ſu­len ſchif­fen kund­te. 6Vnd ge­wan ſei­nem volck mehr Land / vnd

 

 

 

 

[222a | 222b]

 

 

Dás Erſte Bucĥ    C. XIIII.

 

 

machet die Grentze weiter / Vnd erlediget viel / die zu­uor vnterdruckt vnd gefangen waren. 7Er hatte Gaza innen vnd Bethzura / vnd die Burg zu Je­ru­ſa­lem / vnd hat ſie wider gereiniget / vnd dorfft ſich niemand wider jn ſetzen. 8Jederman bawet ſein Feld in gutem frieden / vnd das Land war fruchtbar / vnd die Bewme trugen wol. 9Die El­te­ſten ſaſ­ſen im Regiment vnuerhindert / vnd hielten gute Ordnung / vnd die Bürger beſ­ſerten ſich ſeer an jrer Narung / vnd ſchaffeten waffen vnd vorrat zum Krieg.

 

10SImon ſchaffete auch in Sted­ten Vorrat von Korn / das ſie zur Not gnugſam verſorget weren / vnd war berümbt in aller Welt. 11Er hielt frieden im Lande / das eitel freude in Iſ­ra­el war / 12vnd ein jeder beſas ſei­nen Weinberg vnd ſei­nen Garten mit frieden / vnd dorfft ſich nichts beſorgen / Denn niemand dorfft ſie vber­zie­hen. 13Vnd die Könige in Syria kundten jnen die zeit nicht mehr ſchaden thun. 14Vnd er hielt Recht im Lande / vnd ſchützet die Armen vn­ter ſei­nem Volck wider gewalt / vnd ſtra­f­fet alles vnrecht / vnd vertilget die Gottloſen. 15Das Hei­lig­thum richtet er auch wi­de­r­umb herrlich an / vnd lies mehr heilig Gerete darein machen.

 

 

Simon bekräftigt die Verträge mit Rom und Sparta

 

VND da man zu Rom vnd zu Spar­ta hö­ret / wie Jo­na­thas vmb­ko­men war / war es je­der­man leid. 17Da aber die Rö­mer hö­re­ten / das Si­mon ſein bru­der Ho­her­prie­ſter war / vnd das Land in­nen hat­te / vnd die Fein­de ver­ia­get het­te / 18Ver­new­e­ten ſie den Bund / den ſie zu­uor mit Ju­da vnd Jo­na­tha ſei­nen Brü­dern ge­macht hat­ten / vnd ſchrie­ben jn auff meſ­ſinge Ta­fel / vnd ſchick­tens jm. 19Die­ſe ſchrifft laſe man zu Je­ru­ſa­lem / fur dem Volck.

Römer ver-

newen den Bund mit Simon.

 

AVch ſchrieben die von Spar­ta an Si­mon / al­ſo.

DEr rat vnd Bürger zu Spar­ta / En­bie­ten dem Ho­hen­prie­ſter Si­mon / vnd den El­te­ſten / vnd den Prie­ſtern / vnd dem Jü­di­ſchen volck / jren Brü­dern / jren Grus.

 

 

Schrifft der

von Sparta an Simon.

 

21EWre Boten ſind zu vns ko­men / vnd ha­ben vns an­ge­ſpro­chen / vnd er­ze­let / das jr ew­re Fein­de ge­dempfft habt / mit groſ­ſen eh­ren / vnd nu gu­ten frie­den habt / Das iſt vns ei­ne groſ­ſe freu­de. 22Wir ha­ben auch in vn­ſer öf­fent­lich Stad­buch ſchrei­ben laſ­ſen / was ſie ge­wor­ben ha­ben / al­ſo. Der Jü­den bo­ten / Nu­me­ni­us der ſon An­ti­o­chi / vnd An­ti­pa­ter der ſon Ja­ſo­nis / ſind zu vns ko­men / zu ver­new­en die Freund­ſchafft zwi­ſchen den Jü­den vnd vns. 23Vnd wir ha­ben be­ſchloſ­ſen / Das man die­ſe Bo­ten ehr­lich emp­fa­hen ſolt / vnd jre re­de in vn­ſer Stad­buch ſchrei­ben laſ­ſen / zu ewi­ger Ge­decht­nis. Die­ſe ant­wort ſchrie­ben ſie dem Ho­hen­prie­ſter Si­mon.

 

DArnach ſen­det Si­mon den Nu­me­ni­um wi­de­r­umb gen Rom / ei­nen groſ­ſen gül­den Schild da­hin zu brin­gen / tau­ſent pfund ſchweer / vnd den Bund zu ver­new­en. 25Da nu die Rö­mer die Bot­ſchafft hö­re­ten / ſpra­chen ſie / Wir ſol­len bil­lich dem Si­mon vnd ſei­nen Kin­dern ei­ne eh­re thun / 26Denn er vnd ſei­ne Brü­der ha­ben ſich rit­ter­lich ge­hal­ten / vnd Iſ­ra­el ge­ſchützt / vnd die Fein­de ver­trie­ben. Da­r­umb wil­li­ge­ten die Rö­mer / das die Jü­den ſol­ten frey ſein / vnd die­ſes lieſ­ſen ſie auff meſ­ſin­ge Ta­fel ſchrei­ben / das mans an die Pfei­ler auff dem ber­ge Si­on an­heff­ten ſolt.

 

 

 

(Pfund)

Tauſent mi­ne / ma­chen ze­hen tau­ſent Kro­nen.

 

 

172. jar.

→*1)

DIeſe folgende Schrifft hat man ge­ſtel­let am ach­ze­hen­den tag des mon­den Elul / Im hun­dert vnd zwey vnd ſie­ben­zig­ſten jar / im drit­ten jar des Ho­hen­prie­ſters Si­mon / 28zu Sa­ra­mel in der groſ­ſen ver­ſam­lun­ge der El­te­ſten / der Prie­ſter vnd des Volcks aus dem gan­tzen lan­de Ju­da.

(Elul)

Iſt der monat Auguſtus.

→*2)

 

JEderman ſey kund vnd offenbar / Das in den groſ­ſen ſchwe­ren Kriegen die in vn­ſerm Lande ge­we­ſen ſind / 29Si­mon der ſon Matathie / aus dem geſchlecht Jarib / vnd ſei­ne Brüder jr leben ge­wa­get haben / vnd den Feinden jres volcks wi­der­ſtand gethan / Das das Hei­lig­thum vnd Gottes geſetz nicht vertilget würde / vnd jrem volck groſ­ſe Ehre erlanget haben. 30Denn Jo­na­thas

 

 

 

 

[222b | 223a]

 

 

Maccábeórum.     C․ XV.

CCXXIII.

 

 

brachte das Volck wider zu­ſa­men / vnd faſ­ſet das Regiment / vnd ward Hoherprieſter. Da er aber ernach ſtarb / 31da kamen die Feinde wider / vnd wolten das Land ver­der­ben / vnd das Hei­lig­thum verwüſten. 32Da machet ſich Si­mon auff / vnd füret den Krieg wider vn­ſer Feinde / vnd ſchaffet vn­ſerm Heer waffen / vnd gab jnen Sold von ſei­nem eigen geld vnd gut / 33vnd befeſtiget die Sted­te im lande Ju­da / vnd Bethzura an der Grentze / darauff die Feinde zuvor jre waffen vnd Kriegsrüſtung hatten / vnd leget Jü­den darein / in die beſetzung. 34Er befeſtiget auch Joppen gegen dem Meer / vnd Gaza gegen Aſdod / Denn Gaza war zu­uor der Feinde feſtung ge­we­ſen / Aber Si­mon er­öberts / vnd ſe­tzet Jü­den darein / vnd macht ein gut Regiment da­ſelbs.

 

DIeweil nu das Volck die groſ­ſe trewe Si­monis erfaren hatte / vnd wuſte die wol­that die er dem Volck that / welet jn das volck zu jrem Fürſten vnd Ho­hen­prie­ſter / von wegen ſei­ner fromkeit / vnd trewe / die er dem gantzen volck erzeiget / vnd in alle weg vleis ankeret / ſei­nem volck guts zuthun. 36Denn zu ſei­ner zeit gab Gott glück / durch ſei­ne hende / Das die Hei­den aus vn­ſerm Lande vnd von Je­ru­ſa­lem / vnd aus der Burg / vertrieben worden / darauff ſie ſich enthielten / vnd fielen heraus / vnd verwüſten das Hei­lig­thum / vnd verſtöreten den reinen Gotteſdienſt. 37Aber Si­mon er­öbert die Burg / vnd leget Jü­den darein / die ſtad Je­ru­ſa­lem vnd das Land zu ſchü­tzen / vnd bawet die mauren zu Je­ru­ſa­lem höher.

Simon

er­we­let zum Für­ſten.

 

VND der kö­nig De­me­tri­us beſtetiget jn im Ho­hen­prie­ſterampt / 39vnd hielt jn fur ſei­nen Freund / vnd that jm groſ­ſe ehre. 40Denn er vernam / das die Römer der Jü­den Botſchafft ehrlich gehort hatten / vnd hatten einen Bund mit jnen gemacht / vnd ſie in jren Schutz genomen. 41Vnd das das Jü­di­ſche volck vnd jre Prie­ſter gewilliget hatten / Das Si­mon jr Fürſt vnd Hoherprieſter ſein ſolt / fur vnd fur / ſo lang / bis jnen Gott den rechten Propheten erwecket. 42Das er auch Heubt­man ſein ſolte / vnd ſolt das Hei­lig­thum bewaren / vnd Amptleute ſetzen im Lande / vnd alle Kriegsrüſtung / vnd Feſtungen in ſei­ner gewalt haben. 43Vnd ſol jm jederman ge­hor­ſam ſein / vnd alle gebot ſollen in ſei­nem namen ausgehen / vnd ſol tragen Purpur vnd gülden ſtück. 44Dieſes alles ſol trewlich vnd feſt gehalten werden vom gantzen Volck vnd allen Prie­ſtern / vnd ſol ſich niemand da wider ſetzen . Es ſol auch niemand macht haben / das Volck zu ſamen zu foddern im Lande / oder Purpur vnd gülden Gürtel tragen / denn er allein. 45Wer aber da wider handeln oder ſich vnterſte­hen würde / die­ſe Ordnung zu zerrütten oder abe zuthun / der ſol im Bann ſein.

De­me­tri­us.

 

46ALſo gelobet das gantze volck dem Si­mon ge­hor­ſam zu ſein. 47Vnd Si­mon williget darein / vnd ward Hoherprieſter vnd Fürſt der Jü­den. 48Vnd das Volck befalh / Das man die­ſe Schrifft auff meſ­ſinge Tafeln ſchrei­ben ſolt / vnd ſolt die­ſel­bi­gen auff hengen auff dem Vmbgang am Tem­pel / an einen offentlichen Ort / 49vnd eine Abſchrifft in den Schatzkaſten legen / Das ſie Si­mon vnd alle ſei­ne Nach­ko­men allzeit zu finden wüſten.

 

 

 

 

Allgemeiner Hinweis zu Kalenderdaten:
Die Jahreszahlen im Buch der Mak­ka­bä­er be­zie­hen sich auf den → se­leu­ki­di­schen Ka­len­der. Des­sen 1. Tag im Jahr 1 ent­spricht im ju­li­a­ni­schen Ka­len­der dem → 6. Ok­to­ber 312 v. Chr., bzw. im gre­go­ri­a­ni­schen Ka­len­der dem 1. Ok­to­ber 312 vor Chris­tus, ein Sams­tag.

1) Das 172. Jahr des se­leu­ki­di­schen Ka­len­ders ist das Jahr von ca. Oktober 141 bis ca. Oktober 140 v. Chr.

 

 

2) Der 18. Tag des Monats Elul im 172. Jahr des se­leu­ki­di­schen Ka­len­ders ist ein Tag, der etwa im Zeitraum des Monats August 140 v. Chr. nach unserer Zeitrechnung lag.

 

 

 
 
 

 

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 Moderne Bibel

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1. Mach.
Macc. lib. 1.
Maccab. lib. 1.
Das Erſte Buch Maccabeorum.

Biblia Vulgata:
Macchabeorum I

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Das erste Buch der Makkabäer

Das 1. Buch der Makkabäer

1. Makk

1 Makk

1Makk

Erläuterungen siehe →Liste der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

 

 

 

 

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Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 

 

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Sabrina

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