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Luther-Deutsch |
Deutsch | Erläuterungen |
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X, x |
X, x (Buchstabe) In unseren Texten kommen folgende Formen vor:
Hinweise
Der Großbuchstabe X kommt in der Lutherbibel von 1545 nur im Wort Xerxes (Xerxes) vor, verwendet in Luthers Vorrede zum Buch des Propheten Daniel.
Der Kleinbuchstabe »x« der Frakturschrift sollte nicht mit dem »r« verwechselt werden. Hier nebeneinander im Vergleich »x« (links) und »r« (rechts) aus dem Zeichensatz für Fließtext:
x | r
Das »x« ist an seiner schmalen, nach links unten gezogenen Unterlänge erkennbar, während die Grundformen von »x« und »r« oberhalb der Basislinie praktisch identisch sind.
©Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze (Font-Familien SK-Biblia1545 und SK-Biblia1534 inklusive der Ornament-Fonts) wurden nach Drucken der Lutherbibeln von 1545 und 1534 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst. ©by Reiner Makohl | www.stilkunst.de
SK Version 25.09.2024 ● |
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Y, y |
Y, y (Buchstabe) In unseren Texten kommen folgende Formen vor:
Hinweis
Der Großbuchstabe »Y« kommt in der Lutherbibel von 1545 nicht vor. ©Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze (Font-Familien SK-Biblia1545 und SK-Biblia1534 inklusive der Ornament-Fonts) wurden nach Drucken der Lutherbibeln von 1545 und 1534 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst. ©by Reiner Makohl | www.stilkunst.de
SK Version 25.09.2024 ● |
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yrſal
irrsal |
Irrsal, der, die, das (veraltet)
ahd, mhd: irresal Yrſal
* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert. Zustand menschlichen Irrens in faktischer oder moralischer Weise
1) Umherschweifen, Irrfahrt 2) Verirrung, Abweichung vom rechten Weg, Irrweg 3) Abweichung vom rechten Glauben 4) Störung, Verwirrung
Die Schreibweise irrsal findet sich bei Luther, jedoch nicht in der Lutherbibel von 1545.
Denn ein Narr redet von narrheit / vnd ſein hertz gehet mit vnglück vmb / das er Heucheley anrichte / vnd predige vom HERRN yrſal /
a) Denn ein Narr redet von Narrheit und sein Herz geht mit Unglück um, damit er Heuchelei anrichte und Irrsal predige vom Herrn. b) Denn ein Narr redet Narrheit und sein Herz sinnt auf Unheil, damit er Heuchelei verursache und Irrwege predige über den Herrn.
SK Version 25.09.2024 ● |
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Z, z |
Z, z (Buchstabe) In unseren Texten kommen folgende Formen vor:
Die Ligatur tz
Der Kleinbuchstabe »z« verschmilzt mit dem Buchstaben »t« zur Ligatur tz. In der Ligatur unterscheidet sich insbesondere die Form des »z« vom alleinstehenden Buchstaben »z«.
Die Ligatur tz ist (wenn im Zeichensatz vorhanden) in der Frakturschrift immer dann zwingend, wenn es sich um ein echtes »tz« handelt. Sie darf dagegen nicht erscheinen wenn »t« und »z« zu zwei getrennten Wortbestandteilen eines zusammengesetzten Wortes gehören.
Beispiele mit Ligatur:
Beispiele ohne Ligatur:
Die Schmuckschrift für Überschriften kennt die Ligatur »tz« nicht. ©Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze (Font-Familien SK-Biblia1545 und SK-Biblia1534 inklusive der Ornament-Fonts) wurden nach Drucken der Lutherbibeln von 1545 und 1534 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst. ©by Reiner Makohl | www.stilkunst.de
SK Version 25.09.2024 ● |
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Zacharias |
Zacharias (Name) Nach
Zacharias war Priester in Jerusalem und übte sein Priesteramt im Tempel aus. Er war der Ehemann von Elisabeth und Vater von Johannes, der später »der Täufer« genannt wurde.
Durch die enge Verknüpfung der beiden Geburtsgeschichten von Johannes und Jesus in Lk 1 übernimmt Zacharias eine wichtige Rolle als Zeuge dafür, dass Jesus der erwartete Messias ist. Seinen Höhepunkt findet das Zeugnis des Zacharias in seinem Gebet (
SK Version 21.12.2024 ● |
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Zalmuna |
Zalmunna (Name) Zalmunna war ein König von Midian, dessen Streitkräfte und Verbündete sieben Jahre lang Israel bedrückten.
SK Version 25.09.2024 ● |
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Zan
Zeene |
Zahn, der Zan
Plural: Zeene
Auge vmb auge / Zan vmb zan / Hand vmb hand / Fus vmb fus / 25Brand vmb brand / Wund vmb wunde / Beule vmb beule.
Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brand um Brand, Wunde um Wunde, Beule um Beule.
Die hoffnung des Verachters zur zeit der not / Jſt wie ein fauler Zan vnd gleitender fus.
Die Hoffnung des Verächters in Zeiten der Not ist wie ein fauler Zan und ein steifer Fuß.
IR habt gehört / das da geſagt iſt / Auge vmb auge / Zan vmb zan.
Ihr habt gehört, das da gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Denn du ſchlegſt alle meine Feinde auff den backen / vnd zerſchmetterſt der Gottloſen zeene.
SK Version 25.09.2024 ● |
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zeubern
zaubern |
zaubern (Verb) Luther benutzt beide Formen, zeubern wie auch zaubern.
a) die Zauberei, das Zauberwerk, die Zauberkunst betreiben b) die Anwendung der Zauberkunst und die Entfaltung ihrer Wirkung als Einheit c) durch Zauberei bewirken, hervorbringen
A) In der Variante zaubern
Vnd er lies ſeine Söne durchs fewr gehen / im tal des ſons Hinnom / Vnd welet tage vnd achtet auff Vogel geſchrey / vnd zauberte / vnd ſstifftet Warſager vnd Zeichen deuter / vnd thet viel / das dem HERRN vbel gefiel / jn zu erzürnen.
als substantivierter Infinitiv:
darumb / das ſie feindſelige werck begiengen / mit zaubern / B) In der Variante zeubern
als substantivierter Infinitiv:
vnd lieſſen jre Söne vnd Töchter durchs fewr gehen / vnd giengen mit weiſſagen vnd zeubern vmb / vnd vbergaben ſich zu thun das dem HERRN vbel gefiel jn zu erzürnen.
SK Version 25.09.2024 ● |
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Zaum
Zeum |
Zaum, der Plural: Zeum, die Zäume. das Zaumzeug
das Zaumzeug
Ledergeschirr für den Kopf von Reit- und Lasttieren.
Welchen man Zeum vnd Gebis mus ins Maul legen
a) Denen man Zaumzeug und Kandare ins Maul legen muss. b) Die mit Zaumzeug und Kandare gebändigt werden müssen.
SK Version 25.09.2024 ● |
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zer-
ze-
zur-
zu-
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zer- (Vorsilbe) Der übergeordete Sinn dieser Vorsilben in Komposita mit Verben deutet in die Richtung:
etwas umfassend, vollständig, gänzlich, grundlegend auseinander machen durch trennen, spalten, stückeln, teilen, absondern, scheiden, usw.
Die Vorsilben »ze(r)-« und »zu(r)-«
Bei der Vorsilbe »ze-« (ohne »r«) handelt es sich um eine mittelhochdeutsche Form neben »zer-«, die später verloren gegangen ist, bzw. als Kompositum mit bestimmten Verben nicht mehr gebräuchlich war.
Die Vorsilben »zu-« und »zur-« sind mit »ze-« (bzw. »zer-«) inhaltlich identisch und scheinen die älteren Formen zu sein mit gleichen etymologischen Wurzeln. Zur Zeit Luthers werden diese Vorsilben zu etlichen Verben gleichbedeutend nebeneinander verwendet. Erst sehr viel später setzte sich für die Unterscheidung von Wortbedeutungen im geschriebenen Wort die inhaltliche Trennung der Vorsilben durch.
Noch im 17. Jahrhundert waren nur durch Betonung Wörter unterscheidbar, nicht aber im geschriebenen bzw. gedruckten Wort, wie beispielsweise zuschlahen mit Betonung auf der zweiten Silbe im Sinne von »zerschlagen« (zerstören, ) oder mit Betonung auf der ersten Silbe in der Bedeutung »zuschlagen« (mit Kraft oder Gewalt unvermittelt schlagen, schließen usw.).
Ob ein Verb mit einer der Vorsilben »zer-«, »ze-«, »zur-« oder »zu-« gebildet wurde, hing in vielen Fällen wohl maßgeblich vom Sprachgefühl und Sprachgebrauch des Sprechers bzw. Schreibers ab. Durchgängige, feste Regeln gab es im 16. Jahrhundert dafür nicht. Daher können selbst in zusammenhängenden Texten verschiedene Varianten gleichzeitig erscheinen.
In der Lutherbibel sind einige wenige Verben als Komposita mit diesen Vorsilben nicht in allen vier Varianten zu finden. Beispielsweise gibt es nur zerſrewen und zurſtrewen (aber nicht die Varianten ohne »r«), oder zerbrechen, zebrechen und zubrechen (jedoch nicht zurbrechen).
SK Version 21.12.2024 ● |
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Zebaoth
HERR Zebaoth |
Zebaot
HERR Zebaot Das hebräische Wort Zebaot (צבאות) meint »Heere« oder »Heerscharen« und ist ein Attribut zum Gottesnamen JHWH (יהוה). Es beschreibt Gott entweder als denjenigen, der über der Armee seines Volkes steht, oder als Anführer einer Armee der Engel, als denjenigen, »der über den Cherubim thront« (2Sam 6,2; Jes 37,16). HERR Zebaot
Martin Luther übersetzt JHWH Zebaot mit »HERR Zebaoth«, wobei die in Versalien gesetzte, deutsche Bezeichnung »HERR« angibt, dass sich dahinter das Tetragrammaton (das Vierfachzeichen) »JHWH«, der unaussprechliche Name Gottes, verbirgt.
Martin Luther belässt Zebaot unübersetzt und gibt dem Wort damit die Bedeutung eines Namensteils, ohne seinen Sinn aufzulösen oder zu werten. Hier steht Zebaoth wie ein Beiname, wie ein Ehrentitel und als Insigne seiner Macht. Diese Wiedergabe wurde in der Lutherbibel bis in die heutige Zeit beibehalten.
Andere moderne Übersetzungen schreiben beispielsweise »Herr der Heere« (Einheitsübersetzung), »Jehova der Heerscharen« (Neue-Welt-Übersetzung der Zeugen Jehovas), »Herr der Heerscharen« (Elberfelder Bibel) oder »Jahwe Zebaot «(Herder-Bibel, 1968).
SK Version 25.09.2024 ● |
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Zeboim |
Zeboim (Stadt) Stadt der Kanaaniter, gelegen in der Nähe von Sodom und Gomorra. Die genaue Lage ist unbekannt.
Zeboim ist nach 1Sam 13,18 auch der Name eines Tals.
Zeboim
* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.
Der Name taucht erstmals in einer Städteliste auf, die in
18bDa her ſind ausgebreitet die Geſchlecht der Cananiter. 19Vnd jre Grentze waren von Zidon an / durch Gerar / bis gen Gaſa / bis man kompt gen Sodoma / Gomorra / Adama / Zeboim / vnd bis gen Laſa.
In
2Das ſie kriegten mit Bera dem könige von Sodom / vnd mit Birſa dem könige von Gomorra / vnd mit Sineab dem könige von Adama / vnd mit Semeber dem könige von Zeboim / vnd mit dem könige von Bela / die heiſſt Zoar.
Die Liste wird in
8Da zogen aus der könig von Sodom / der könig von Gomorra / der könig von Adama / der könig von Zeboim / vnd der könig von Bela / die Zoar heiſſt / vnd rüſten ſich zu ſtreiten / im tal Siddim /
In
24DA lies der HERR Schwebel vnd Fewr regenen von dem HERRN vom Himel erab / auff Sodom vnd Gomorra / 25vnd keret die Stedte vmb / die gantze gegend / vnd alle Einwoner der ſtedte / vnd was auff dem Lande gewachſen war.
Etliche Kommentatoren gehen daher davon aus, dass es neben Sodom und Gomorra drei weitere Städte waren, die während dieser Katastrophe vernichtet wurden, insgesamt also fünft Städte, wie sie in 1Mos 14,2 und und 1Mos 14,8 benannt sind:
Sie werden daher auch »die fünf Städte der Ebene von Sodom« genannt, die nach 1Mos 19 Gottes Zorn traf.
Allerdings werden in
23Gleich wie Sodom / Gomorra / Adama vnd Zeboim vmbgekeret ſind / die der HERR in ſeinem zorn vnd grim vmbgekeret hat /
Weitere Vorkommen von Zeboim:
Der dritte wand ſich auff die ſtraſſe / die da langet an das tal Zeboim /
Was ſol ich aus dir machen Ephraim? ſol ich dich ſchützen Iſrael? Sol ich nicht billich ein Adama aus dir machen / vnd dich / wie Zeboim / zurichten? Aber mein Hertz iſt anders ſinnes / meine Barmhertzigkeit iſt zu brünſtig /
SK Version 21.12.2024 ● |
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zerbrechen
zebrechen
zubrechen |
zerbrechen (Verb) etwas vollständig, gänzlich brechen
1) Gegenstände, Gerätschaften: in Stücke brechen 2) Speisen (wie z. B. Brot): brechen 3) Steine, Erze: in Stücke brechen, zerstoßen 4) Gebäude, Bauten, Anlagen: niederreißen, einreißen, zum Einsturz bringen 5) Körper und Glieder von Menschen oder Tieren: in Stücke teilen 5) Menschlicher Geist, Wille: den Willen brechen
Hinweis: Luther verwendet ohne Unterscheidung:
Die Vorsilben »ze(r)-« und »zu(r)-«
Zur Verwendung der Vorsilben »zer«, »ze«, »zur« und »zu« in der Lutherbibel von 1545 siehe den Artikel:
Denn ſie wöllen nicht achten auff das Thun des HERRN / noch auff die werck ſeiner Hende / Darumb wird er ſie zebrechen vnd nicht bawen.
Denn sie wollen weder die Taten des HERRN respektieren noch die Werke seiner Hände. Deshalb wird er sie [ihren Geist, ihre Absichten] brechen und nicht aufbauen [gedeihen lassen, bestärken, fördern].
Zubrich den arm des Gottloſen
Zerbrich den Arm der Gottlosen
SK Version 25.09.2024 ● |
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zeihen |
bezichtigen (Verb) ahd: zîhan; mhd: zîhen ursprünglich zeigen, zeichen (machen), bezeichnen
bezichtigen, beschuldigen, anklagen
zeihen
* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.
Es tretten freuel Zeugen auff / Die zeihen mich des ich nicht ſchüldig bin.
Es treten falsche Zeugen auf. Sie bezichtigen mich, obwohl ich nicht schuldig bin.
Vnd kein Menſch kund jn etwas zeihen.
Und kein mensch konnte ihn für etwas anklagen.
Welcher vnter euch kan mich einer ſünde zeihen?
Wer von Euch kann mich einer Sünde bezichtigen?
SK Version 25.09.2024 ● |
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zenckiſſch
zenckiſch |
zänkisch (Adjektiv) zu Zank und Streit veranlagt Mit »s« und »sch«: zenckiſſch
Du hilffſt mir von dem zenckiſſchen Volck
Du hilfst mir vor dem zänkischen Volk Nur mit »sch«: zenckiſch
Du verdeckeſt ſie in der Hütten / fur den zenckiſchen Zungen.
Du verbirgst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen.
SK Version 25.09.2024 ● |
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zeplagen
zuplagen |
zerplagen (Verb; veraltet) Kompositum zu plagen (Verb)
Den Geist oder Körper mit Plagen völlig, gänzlich auseinander bringen, schädigen.
a) mit schwerer Plage heimsuchen b) sehr quälen
Hinweis: Luther verwendet ohne Unterscheidung:
Die Vorsilben »ze(r)-« und »zu(r)-«
Zur Verwendung der Vorsilben »zer«, »ze«, »zur« und »zu« in der Lutherbibel von 1545 siehe den Artikel:
DA ſie jn aber treib mit jren worten alle tag / vnd zuplaget jn / ward ſeine Seele matt / bis an den tod /
a) Weil sie aber täglich mit ihren Worten in ihn drang und ihn sehr quälte, wurde seine Seele matt bis fast zum Absterben.
Es zeplagt mich eins vber das ander mit hauffen.
a) Es quält mich eines über das andere haufenweise.
b) Das alles qält mich extrem!
VND ſie erzürneten jn am Hadderwaſſer / Vnd ſie zuplagten den Moſe vbel.
Und sie erzürnten ihn am Haderwasser. Und sie setzten Moses übel zu.
SK Version 21.12.2024 ● |
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zergehen
zurgehen |
zergehen (Verb) a) auseinandergehen, auseinanderfließen, auseinanderlaufen, sich zerstreuend verschwinden (z. B. von Wasser) b) zu Grunde gehen, untergehen, vergehen c) von der Zeit und von Geschehnissen:
Denn ich ſage euch warlich / Bis das Himel vnd Erde zurgehe / wird nicht zurgehen der kleineſt Buchſtab / noch ein Tütel vom Geſetze / bis das es alles geſchehe.
Denn ich sage euch: Wahrlich, bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen weder der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis das dies alles geschehe.
SK Version 25.09.2024 ● |
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zerſchlagen
zeſchlagen
zurſchlagen
zuſchlagen |
zerschlagen (Verb) 1. von Gegenständen: in Stücke schlagen 2. von (menschlichen) Leibern: in Stücke hauen, zerteilen, zerschmettern 3. durch Schlagen verletzen, Wund schlagen
Hinweis: Luther verwendet ohne Unterscheidung:
Die Vorsilben »ze(r)-« und »zu(r)-«
Zur Verwendung der Vorsilben »zer«, »ze«, »zur« und »zu« in der Lutherbibel von 1545 siehe den Artikel:
Das die Gebeine frölich werden / die du zeſchlagen haſt.
Damit die Knochen fröhlich werden, die du zerschlagen hast.
Du ſolt ſie mit einem eiſern Scepter zuſchlahen / Wie Töpffen ſoltu ſie zeſchmeiſſen
Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen. Du sollst sie wie Tontöpfe zerbrechen!
SK Version 11.12.2024 ● |
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zerſchmeiſſen
zeſchmeiſſen
zurſchmeiſſen
zuſchmeiſſen |
zerschmeißen (Verb) Kompositum zu
durch Wurf aus der Ferne, durch Niederwerfen auf den Erdboden oder durch gewaltsamen Schlag:
etwas vollständig, gänzlich in Stücke werfen, in Stücke hauen, zerschlagen
zerſchmeiſſen
* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.
Sämtliche Vorkommen des Verbs zerſchmeiſſen finden sich in Jer 51, dort in den Versen 21-23.
Hinweis: Luther verwendet ohne Unterscheidung:
Die Vorsilben »ze(r)-« und »zu(r)-«
Zur Verwendung der Vorsilben »zer«, »ze«, »zur« und »zu« in der Lutherbibel von 1545 siehe den Artikel:
21Ich wil deine Roſſe vnd Reuter zerſcheitern / Ich wil deine Wagen vnd Furmenner zerſchmeiſſen. 22Ich wil deine Menner vnd Weiber zerſchmeiſſen / Ich wil deine alten vnd Jungen zerſchmeiſſen / Ich wil deine Jünglinge vnd Jungfrawen zerſchmeiſſen. 23Ich wil deine Hirten vnd Herde zerſchmeiſſen / Ich wil deine Bauren vnd joch zerſchmeiſſen / Ich wil deine Fürſten vnd Herrn zerſchmeiſſen.
21Ich will deine Pferde und Reiter in Stücke hauen. Ich will deine Wagen und Wagenlenker in Stücke hauen. 22Ich will deine Männer und Weiber in Stücke hauen. Ich will deine Alten und Jungen in Stücke hauen. Ich will deine jungen Männer und Frauen in Stücke hauen. 23Ich will deine Hirten und Herden in Stücke hauen. Ich will deine Bauern und [ihre] Gespanne in Stücke hauen. Ich will deine Fürsten und Herrscher in Stücke hauen.
Anmerkung zu Jer 51,21-23:
Die Lutherbibel 2017 verkürzt die Aufzählungen versweise, wohl um die ständige Wiederholung des Wortes zerſschmeiſſen (dort: zerschmettern) zu vermeiden:
21Durch dich zerschmettere ich Rosse und Reiter, Wagen und Fahrer. 22Durch dich zerschmettere ich Männer und Frauen, Alte und Junge, Jünglinge und Jungfrauen. 23Durch dich zerschmettere ich Hirten und Herden, Bauern und Gespanne und Fürsten und Herren.
Dadurch geht allerdings die Dramatik verloren, die in dieser Aufzählung steckt. Es handelt sich nicht um eine bloße Bestandsaufnahme. Vorstellbar ist viel eher eine Szene, in der der Sprecher erregt im Raum läuft und dabei aus dieser Erregung ein Wortpaar (»Wagen und Wagenlenker«, usw.) nach dem anderen spricht. Immer heftiger ist er zugange, immer benutzt er das selbe Verb, was die Erregung und den Zorn unterstreicht, die diese Szene bestimmen, und was in sein fatales Urteil in Vers 24 mündet.
Die Wortpaare dienen dazu, jeweils die Vollständigkeit in einem Bereich zu unterstreichen (nicht nur die Bauern, auch ihre Gerätschaft, usw.). Die zahlreichen Wortpaare verdeutlichen letztendlich, dass alle Menschen im Land und ihr Lebensraum betroffen sind, ohne Ausnahmen.
Die Kernaussage dieses Abschnitts ist (im Zusammenhang mit den Versen 20 und 24): Ihr ward mir ein gutes Werkzeug (»Hammer« und »Kriegswaffe«, Vers 20) gegen andere Völker, und ihr habt alles niedergemetzelt. Aber nun trifft es euch wegen eurer Bosheit auf gleiche Weise! (Vers 24). Was den Chaldäern zustoßen soll, ist in den Versen 21-23 dramatisch vorgetragen.
Der hebräische Text verwendet für diese Schilderung wie Luther jeweils ein Wortpaar und immer das selbe Verb (וְנִפַּצְתִּי, wənippaṣətiy, »und ich zerschlug«). Hier ist Luther 1545 sowohl formal wie auch in der beabsichtigten Aussage deutlich dichter am hebräischen Text als die neue Übersetzung der Lutherbibel 2017.
Wie Töpffen ſoltu ſie zeſchmeiſſen.
Schlag sie in Stücke, als wären es Tontöpfe!
Aber Gott wird den Kopff ſeiner Feinde zuſchmeiſſen ſampt jrem Harſcheddel.
Aber Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmettern mitsamt ihrem Haarschopf.
SK Version 25.09.2024 ● |
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zerſchmeltzen
zeſchmeltzen
zurſchmeltzen
zuſchmeltzen |
zerschmelzen (Verb) von: schmelzen (Verb)
in der Hitze oder im Wasser vollständig zergehen, flüssig werden, zerfließen
Häufig bildhaft gebraucht: etwas verläuft, verbrennt, zergeht (usw.) als würde es es schmelzen
Hinweis: Luther verwendet ohne Unterscheidung:
zerſchmeltzen
zeſchmeltzen
* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert. zurſchmeltzen
zuſchmeltzen
* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.
Die Vorsilben »ze(r)-« und »zu(r)-«
Zur Verwendung der Vorsilben »zer«, »ze«, »zur« und »zu« in der Lutherbibel von 1545 siehe den Artikel:
zerſchmeltzen:
wie man ſilber / ertz / eiſen / bley vnd zihn zuſamen thut im ofen / das man ein Fewr drunder auffblaſe vnd zerſchmeltz es /
wie man Silber, Eisenerz, Blei und Zinn zusammenbringt im Ofen, ein Feuer darunter entfache und es zerschmilzt.
zeſchmeltzen:
Er ſpricht / ſo zeſchmeltzet es / Er leſſt ſeinen Wind wehen / ſo thawets auff.
Er spricht, so schmilzt es. Er lässt seinen Wind wehen, so taut es auf.
zurſchmeltzen:
Wie das Wachs zurſchmeltzt vom fewr / So müſſen vmbkomen die Gottloſen fur Gott.
Wie das Wachs zerschmilzt vom Feuer, so müssen umkommen die Gottlosen vor Gott.
zuſchmeltzen:
Berge zuſchmeltzen wie wachs fur dem HERRN
Berge schmelzen wie Wachs vor dem HERRN
zuſchmeltzen:
Die Berge müssen zittern / vnd die Felsen zuschmeltzen / Wie wachs fur dir.
Die Berge müssen erzittern und die Felsen zerschmelzen wie Wachs vor dir.
SK Version 21.11.2024 ● |
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zerſchmettern
zeſchmettern
zurſchmettern
zuſchmettern
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zerschmettern (Verb) Kompositum zu ſchmettern (Verb).
vollständig, gänzlich in Stücke werfen, schlagen, brechen
a) zerschmeißen b) durch Wurf aus der Ferne, durch Niederwerfen auf den Erdboden oder durch gewaltsamen Schlag in Stücke werfen
Hinweis: Luther verwendet ohne Unterscheidung:
Die Vorsilben »ze(r)-« und »zu(r)-«
Zur Verwendung der Vorsilben »zer«, »ze«, »zur« und »zu« in der Lutherbibel von 1545 siehe den Artikel:
Zeſchmetter den kopff der Fürſten die vns feind ſind /
Zerschmettere den Kopf der Fürsten, die uns feindlich sind.
Es ſollen auch jre Kinder fur jren augen zeſchmettert / jre Heuſer geplündert / vnd jre Weiber geſchendet werden.
Es sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Weiber geschendet werden.
DIe Geiſſel macht ſtriemen / Aber ein böſe Maul / zerſchmettert beine vnd alles.
Die Peitsche macht striemen, aber ein böses Maul zerschmettert Knochen und alles andere.
SK Version 25.09.2024 ● |
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zerſtrewen
zurſtrewen |
zerstreuen (Verb) a) streuen, auseinanderstreuen, b) auseinandertreiben, auseinanderjagen, c) etwas (zusammenhängendes) auflösen, d) von etwas absondern, teilen
Hinweis: Luther verwendet ohne Unterscheidung:
Die Vorsilben »ze(r)-« und »zu(r)-«
Zur Verwendung der Vorsilben »zer«, »ze«, »zur« und »zu« in der Lutherbibel von 1545 siehe den Artikel:
Er zerſtrewet die Völcker die da gern kriegen.
Er zerstreut die Völker, die gerne Krieg führen. zuſtrewen
Vnſer gebeine ſind zuſtrewet bis zur Helle
Unsere Gebeine sind zerstreut bis zum Reich der Toten.
Anmerkung zu Psalm 141,7:
Luther folgt hier dem hebräischen und lateinischen Textvorlagen. Etliche moderne Übersetzungen, so auch Luther-1964 und Luther-1984, schreiben statt »Unsere Gebeine« nun »Ihre Gebeine« und stützen sich dabei auf ältere Übersetzungen.
Durch diese Textglättung erscheint die Aussage passend zu den in Vers 6 genannten »Lehrern«, die gestürzt werden müssten.
Jedoch ist zwischen den Versen 6 und 7 ein gedanklicher Absatz zu sehen, der einen Themenwechsel bedeutet. Das Thema der Lehrer ist in Vers 6 abgeschlossen.
In den Versen 6 bis 10 geht es nun um das Leiden und das Schicksal der Gerechten (zu denen sich der Autor des Psalms zählt), die immer wieder in die Stricke und Fallen der Übeltäter geraten.
Hintergrund des Bildes ist eine Kriegsszene: Die Soldaten Davids stürzen in Fallen und sterben im Kampf. Der Boden des Schlachtfelds ist aufgerissen und durchwühlt. Die toten Leiber und Knochen sind weit über die Erde verstreut, bis an den Rand der Welt, so scheint es, bis zum Beginn des Reichs der Toten. Die Schlacht endete für König David und sein Heer in einer Katastrophe, doch der nächste Angriff steht bevor.
Mit »Unsere Gebeine« schreibt David über seine Soldaten, die der gerechten Sache folgten, und doch in Fallen der üblen Feinde fielen. Nun bittet er Gott darum, ihn nicht zu verdammen, und darum, dass er ihn (und sein Heer) vor den Fallen der Feinde bewahren möge.
deine Feinde werden vmbkomen / Vnd alle Vbelthetter müſſen zuſtrewet werden.
deine Feinde werden umkommen, und alle Übeltäter müssen zerstreut werden
... vnd ſie zurſtreweten ſich alle in die lender Judea vnd Samaria ...
... und sie zerstreuten sich alle in die Länder Judäa und Samaria ...
SK Version 21.12.2024 ● |
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zerteilen
zurteilen |
zerteilen (Verb) in Stücke zerlegen, in seine Bestandteile teilen
Vnd man ſahe an jnen die Zungen zerteilet / als weren ſie fewrig /
Und man sah an ihnen die Zungen zerteilt, als wären sie [züngelnde] Flammen.
Er zurteilet das Meer / vnd lies ſie durch hin gehen
Er teilte das Meer und lies sie hindurch gehen.
SK Version 25.09.2024 ● |
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zeſtoſſen
zuſtoſſen |
zerstoßen (Verb) a) stoßen, in Stücke stoßen b) zertrümmern, zermalmen zeſtoſſen:
Durch Dich wöllen wir vnſer Feinde zeſtoſſen
Durch dich werden wird unsere Feinde zermalmen.
zuſtoſſen:
Jn dem / das er alle ſteine des Altars machet / wie zuſtoſſen ſteine zu aſſchen /
a) In dem, dass er alle Steine des Altars macht, wie zerstoßene Steine zu Asche b) In dem er alle Steine des Altars zerstört, gleich wie Steine zu Asche zerstoßen wird.
SK Version 25.09.2024 ● |
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Zeſtoſſener |
Entmannte, der von
eingentlich »Verstückelter«, aber in Bezug auf das Geschlechtsteil, daher in der Bedeutung Entmannter
Zeſtoſſener
* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.
Es ſol kein Zeſtoſſener noch Verſchnittener in die Gemeine des HERRN komen.
Es soll kein Entmannter oder Verschnittener in die Gemeinde des Herrn kommen.
SK Version 11.12.2024 ● |
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Zeuberer
Zeuberinnen |
Zauberer, der
Zauberin, die
Zauberinnen, die Jemand, der mit der Hilfe übernatürlicher Geister wunderbare, geheimnisvolle Dinge vollbringen kann. Jemand, der
Die feminine Form (Zeuberinnen) kommt einmal im Akkusativ Plural vor (2Mos 22,17) und einmal im Dativ Singular (in Luthers Anmerkung zu 1Sam 28,3ff.). Die Form Zeuberin ist in der Lutherbibel 1545 nicht belegt.
Das deine ſtimme ſey / wie eins Zeuberers aus der Erden /
Deine Stimme wird sein wie die eines Zauberers aus der Tiefe der Erde,
Die Zeuberinnen ſoltu nicht leben laſſen.
Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen.
Anmerkung zu 2Mos 22,17:
U. a. dieser Satz begründete zu allen Zeiten, besonders aber im Mittelalter die Hexenverfolgungen und Hexenprozesse, die regelmäßig mit dem Tod angeklagter Frauen endeten. Obwohl das Neue Testament mit dieser Anordnung brach und das Evangelium dessen Gültigkeit zunichte machte, wurde er weiterhin als göttliches Gesetz ausgelegt.
Zudem stärkte der Satz die Haltung gegenüber Frauen, insbesondere gegenüber gebildeten Frauen, um sie aus kirchlichen Ämtern fernzuhalten. Frauen wurde eine Neigung und Befähigung zu okkultem Brauchtum und zu ketzerischen Weissagungen unterstellt, die einer Eignung als Predigerin oder Gemeindevorsteherin widersprach. Selbst Paulus war noch unter dieser traditionellen Denkweise verhaftet. Die evangelischen Kirchen haben glücklicherweise derartiges Gedankengut ausgeräumt und die Emanzipation der Frau in der Kirche maßgeblich vorangetrieben.
Männliche Zeuberer waren von solchen Vorurteilen und Haltungen nicht betroffen. Im Gegenteil: Zeuberer konnten auch im Namen Gottes weissagen.
SK Version 21.11.2024 ● |
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Zeuberey |
Zauberei, die a) die Tätigkeit des Zauberns ( b) das Zauberwerk, die Zauberkunst betreiben c) die Anwendung der Zauberkunst und ihre Wirkung als Einheit
ES war aber ein Man mit namen Simon / der zuuor in derſelbigen Stad Zeuberey treib / vnd bezauberte das Samariſche volck / vnd gab fur / Er were etwas groſſes /
Es gab dort aber einen Mann mit Namen Simon, der zuvor in der selben Stadt Zauberei betrieb. Er verblendete das samaritische Volk und gab vor, er wäre etwas Besonderes.
Sie ſahen aber darumb auff jn / das er ſie lange zeit mit ſeiner Zeuberey bezaubert hatte.
Sie achteten ihn [nur] deshalb, weil er sie lange Zeit mit seiner Zauberei verzaubert hatte.
Anm.: Das Wort
SK Version 21.11.2024 ● |
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zeuchen |
zeuchen (Verb; veraltet) zeucheln (Verb; veraltet) ziehen (Verb) ziehen (in jeglichem Sinn), zerren, raffen.
er zoch: er zog (3.Pers. Prä.)
Vnd zoch mich aus der grawſamen Gruben
Und zog mich aus der grausamen Grube
SK Version 25.09.2024 ● |
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Zinsgroſſchen |
Zinsgroschen, der Der Zinsgroschen oder Groschen war als Münze, als Geldstück, zu Luthers Zeiten in Umlauf.
Er wurde aus einer Silberlegierung geprägt mit einem Silberanteil von gut 48% bei einem Gesamt-(Rau-)gewicht von etwa 2,66 Gramm, enthielt also knapp 1,3 Gramm reines Silber.
Zur Schreibweise
Das doppelte »s« in Luthers Wort Groſſchen entstammt der lateinischen Schreibweise GROSSVS. Das Wort ist also dem Lateinischen entlehnt.
![]() ![]() Abbildung: Sächsischer Zinsgroschen, geprägt um 1510 Credits/Attribution: Classical Numismatic Group, Inc. In der Randprägung ist das Wort »GROSSVS« gut zu erkennen (linke Abbildung).
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545
Luther benutzte das Wort Zinsgroschen ausschließlich in
DA ſie nu gen Capernaum kamen / giengen zu Petro die den Zinsgroſſchen einamen / vnd ſprachen / Pflegt ewer Meiſter nicht den Zinsgroſſchen zu geben?
Im griechischen Quelltext findet sich an dieser Stelle das Wort δίδραχμον, die Doppel-Drachme. Sie steht für die Zahlung, die als Tempelsteuer zu entrichten war. Der Wert dieser Münze entsprach dem griechischen Stater, der dann weiter unten im selben Text genannt wird (
Vnd den erſten Fiſch der auffer feret / den nim / vnd wenn du ſeinen Mund auffthuſt / wirſtu einen Stater finden
Im griechischen Quelltext entsprechen sich die Werte der genannten Münzen Didrachme und Stater.
Anders als bei der Didrachme ersetzt Luther den griechischischen Stater nicht durch eine geläufige Münze seiner Zeit. Es gibt keine Entsprechung dafür. Vielmehr weist er in der Randnotiz darauf hin, dass der Stater dem Wert eines halben Guldens entspricht. Somit beträgt sein Wert nicht einem, sondern zehneinhalb Zinsgroschen.
Luther möchte demnach in Mt 17,24 das Wort »Zinsgroschen« nicht als Münze verstanden wissen, sondern als nicht näher genannten Betrag, der als Tempelsteuer zu entrichten sei. In Mt 17,27 ist dann zu lesen, dass dieser Betrag für zwei Personen (Petrus und Jesus) einen Stater, nach Luthers Rechnung einen halben Gulden, ausmachte. Der Wert der Münzen zur Zeit Luthers
Der Wert der Münzen bemaß sich vorrangig am Anteil des Feingehalts der Edelmetalle.
Nach der sächsischen Münzordnung von 1500 galt:
oder: 1 Mark = 8,5 Gulden = 180 Zinsgroschen = 2160 Pfennige
Umrechnung in heutige Werte
Zu Luthers Zeiten betrug im Schnitt der Tagelohn für einen Arbeiter 28 bis 30 Pfennige, was etwa zweieinhalb Zinsgroschen entsprach.
Im Jahr 2016 beträgt der durchschnittliche Arbeitslohn aller Arbeitnehmer in Deutschland im Jahr ca. 41.000 Euro. Bei etwa 252 Arbeitstagen ergibt das einen Bruttolohn von gut 162 Euro pro Arbeitstag.
Bei 300 Arbeitstagen pro Jahr (Berücksichtigung von Sonn- und Feiertagen) beträgt der Bruttolohn etwa 136 Euro pro Arbeitstag.
Ohne die Kaufkraft zu berücksichtigen, nur gestützt auf das Verhältnis der ermittelten Tagelöhne für die Jahre um 1540 und für das Jahr 2016, kann der ungefähre Wert der Münzen ermittelt werden:
Als Tempelsteuer sollte Petrus demnach einem Betrag an die Steuereintreiber abführen, der heute etwa 600 bis 700 Euro ausmacht, pro Kopf etwa 300 bis 350 Euro.
SK Version 25.09.2024 ● |
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Zion
berg Zion
berg Gottes
des HERRN Berg
der heilige Berg |
Zion, der Berg Zion, der Der in der Bibel genannte Berg Zion ist der Tempelberg in Jerusalem. Er steht als Synonym für den Wohnsitz des Gottes JHWH.
König David eroberte Jerusalem sowie den Berg Zion südlich der Stadt (Südosthügel) mit der Burg Zion und machte Jerusalem zu seinem Königssitz. Salomo hatte das Stadtgebiet auf den angrenzenden Nordosthügel ausgeweitet, in dem er dort (wo sich heute der Felsendom befindet) einen Tempel errichtete. Der Name Zion bezeichnet nun diesen Hügel, den Tempelberg. Die Bezeichnung »Zion« ist allerdings in der Bibel unterschiedlich verwendet: In der am engsten gefassten Vorstellung bezeichnet Zion den Tempelberg. Das Wort kann aber auch für ganz Jerusalem, die heilige Stadt Jahwes, stehen. An einigen Stellen in den biblischen Texten können damit auch die Bewohner Jerusalems, bzw. das gesamte Volk oder alle Städte Judäas gemeint sein. Der in Jerusalem heute so genannte »Mount Zion«, südwestlich der alten Stadtmauer gelegen, erhielt diesem Namen, nachdem der kleine Berg im Mittelalter irrtümlich als Berg Zion identifiziert worden war. Neuere Forschungen bestätigten jedoch: Er ist nicht mit dem biblischen Berg Zion identisch. Der Berg behielt aber diesen offiziellen Namen.
![]() ![]() Abbildung: Jerusalem, der Tempelberg und der Berg Zion Foto: 2015, © Sabrina | Reiner
SK Version 25.09.2024 ● |
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zörnen
zürnen |
zürnen (Verb) a) der Zustand des Zorns b) in Zorn geraten c) heftig im Zorn handeln d) häufig im Zusammenhang mit Gott: Gott zürnt
Luther verwendet die Schreibweisen zürnen und zörnen.
Wer gleubts aber / das du ſo ſeer zörneſt?
Wer glaubt es aber, dass du so sehr zürnst?
Aus dem Scholion zu Psalm 90,11:
Luther: (Zörneſt) Das iſt / Das ſolches dein Zorn iſt / vnd vnſer ſünde ſo gros iſt / die ſolchen zorn verdienet.
SK Version 21.12.2024 ● |
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Zor |
Zor (Ortsname) Tyros (Ortsname) hebräische Bezeichnung für die Stadt Tyros. lateinisch: Tyrus
Tyros war eine geschichtsreiche, große Hafenstadt an der Mittelmeerküste im südlichen Libanon. Als militärischer Stützpunkt und als Umschlagplatz für Waren und Güter aller Art war Tyros eine reiche und politisch bedeutsame Handelsstadt. Aus dem Scholion zu
Luther: (Zor) Heiſſt die ſtad Tyrus. Er nennet aber die ſtad Tyrus die zu der zeit die reichſte vnd berhümbſte ſtad war. Als ſolt er ſagen / Auch die Reichſten in der Welt werden Chriſtum ehren.
Luther an erklärt an anderer Stelle Name und Bedeutung in diesem Vers:
Die Tochter Zor wird mit Geſchenke da ſeyn
DAß er [der Autor des Psalm] ſpricht, die Tochter Zor iſt nach der Ebräiſchen Sprache gerdt [geredet]; er heiſſt aber die herrliche reiche Stadt alſo und zeiget damit an, wie ich oben geſagt habe, daß die Stadt Tyrus auch zu der Kirche ſoll bekehret werden und das Wort und den ſchwehren Artickel, daß Chriſtus wahrer natürlicher GOtt iſt und angebetet ſoll werden, annehmen, und den Glauben mit ihren Geſchencken und Almoſen gegen denen armen Heiligen bekennen. Du ſollst aber hier durch die Stadt Tyrus alle andere gewaltige Städte in der Welt verſtehen. Denn Tyrus iſt zu dieſer Zeit dieſes Pſalms die reichſte und berühmte Stadt geweſen; gleich als wenn ich zu unser Zeit ſagte, Venedig wird das Evangelium annehmen, und die armen geplagten Chriſten reichlich erhalten und ernähren, auf daß alſo die Zahl der Kirche groß werde. Quelle: Des Theuren Mannes GOttes, D. Martin Luthers Sämtliche Theils von Ihm ſelbst Deutſch verfertigte, theils aus dessen Lateiniſchen ins Deutſche überſetzte Schrifften und Wercke, Sechſter Theil, S. 164 Verlegt bei Johann Heinrich Zedler, Leipzig, 1730
SK Version 25.09.2024 ● |
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zu geben |
zugeben (Verb) nachgiebig werden, zulassen erlauben, zustimmen
DEnn du wirſt meine Seele nicht in der Helle laſſen / Vnd nicht zu geben / das dein Heilige verweſe.
Denn du wirst meine Seele nicht im Totenreich lassen und nicht zulassen, dass dein Heiliger verwese.
SK Version 21.11.2024 ● |
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zu ſchanden |
zuschanden (Adverb) von: die Schande, Unehre, Schimpf
eigentlich: zu Schanden (Substantiv, Dativ, Plural) zur Unehre, zum Schimpf (machen, werden, gelangen, usw.) in der Ehre zerstört, vernichtet, zu nichte gemacht Besonders bei Luther häufig gebräuchlich:
zu ſchanden machen, zu ſchande werden
a) zu nichte machen, zu nichte werden b) moralisch vernichten, vernichtet werden c) beschämen, beschämt werden d) bloßstellen, bloßgestellt werden
Schemen müſſen ſich vnd zu ſchanden werden / die mir nach meiner Seelen ſtehen / das ſie die vmbbringen
Schämen müssen sich und bloßgestellt werden, die mir nach meiner Seele trachten, um sie umzubringen.
SK Version 21.11.2024 ● |
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zubrochen
zubrochens |
zerbrochener, zerbrochene, zerbrochenes (adj. gebr. Verb) von:
adjektivisch gebrauchtes Partizip Präteritum
es steht u. a.
1) bei Gegenständen, Gerätschaften: gebrochen, unterbrochen, zerrissen 2) bei Speisen (wie z. B. Milch): geronnen 3) bei Behinderungen und Krankheiten von Menschen: gebrechlich, verkrüppelt, angegriffen, gebrochen 4) bei Gebäuden, Bauten, Anlagen: niederreißen, einreißen, zum Einsturz bringen 5) nach Anstrengung: zerschlagen, erschöpft 6) nach psychischer Belastung mit negativem Ausgang: zerknirscht, gedemütigt 7) bei Stolz, Ehre, Standhaftigkeit, Meinung: gebrochen 8) abwertend von der Haltung, Anschauung, Moral: verderbt, verdorben
DEr HERR iſt nahe bey denen / die zubrochens hertzen ſind
Der HERR ist denen nahe, die ein gebrochenes Herz haben.
Frewe dich nicht du gantz Philiſterland / das die Rute / die dich ſchlug / zubrochen iſt.
Freue dich nicht, du ganzes Philisterland, dass die Rute, die schlug, zerbrochen ist.
SK Version 02.04.2025 ● |
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züchtigen |
züchtigen (Verb) eigentlich: aufziehen, züchten von Pflanzen und Tieren
durch Zucht die Erziehung bewirken
a) als Maßnahme, die der sittlichen und geistigen Besserung dient b) als Strafe im Sinne der Vergeltung c) als körperliche Strafe durch Schläge
laſſt euch züchtigen jr Richter auff Erden.
lasst euch züchtigen, ihr Richter auf Erden!
Im Sinne von: Lasst euch zu sittlicher und geistiger Reife führen (erziehen), ihr Richter auf Erden!
Üblicherweise verhängen Richter die Züchtigung als Strafe zum Zweck der Besserung. Dieser Spruch in Psalm 2,10 verlangt von ihnen, sich selbst der Züchtigung zu stellen.
SK Version 25.09.2024 ● |
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zugehen |
zugehen (Verb)
zu gehen (Verb) a) zugehen a.1) Bewegung: in Richtung auf jemanden oder etwas gehen a.2) Vorgang: geschehen, verlaufen, passieren
b) zu gehen Infinitivbildung von gehen b.1) gemächlich laufen b.2) sich laufend (voran) bewegen
Ich wand mich vnd ſahe / wie es vnter der Sonnen zugehet /
Ich drehte mich um und sah, wie es unter der Sonne zugeht.
Da ſprach Maria zu dem Engel / Wie ſol das zugehen?
Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das geschehen?
Er ſprach aber zu jm / HErr / ich bin bereit mit dir ins Gefengnis vnd in den Tod zugehen.
Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen.
Du machſt vnter mir raum zugehen / Das meine Knöchel nicht gleiten.
a) Du machst unter mir Platz, um zu gehen, dass meine Knöchel nicht ausrutschen. b) Du machst unter mir Platz zum Gehen, damit meine Knöchel nicht ausrutschen.
SK Version 25.09.2024 ● |
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zuhawen
zurhawen |
zerhauen (Verb) Mhd.: ze(r)houwen
entzwei hauen, in Stücke hauen, zerschlagen
1) Körper von Menschen oder Tieren: zermalmen, abschlachten, schlachten, zerteilen, zerkleinern von geschlachtetem Fleisch 2) Gegenstände, 2a) wie Rüstungen, Waffen: zerschlagen, zerstören 2b) wie Seile, Stricke: zerschneiden, durchschlagen, 2c) wie Pflanzen, Kräuter: klein hacken, zerhacken, klein schneiden
zuhawen
zurhawen
* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.
Alle Heiden vmbgeben mich / Aber im Namen des HERRN wil ich ſie zuhawen.
Alle fremden Völker umgeben mich, aber im Namen des Herrn will ich sie zermalmen.
Da ſprach Daniel / O recht / Der Engel des HERRN wird dich zeichen / vnd wird dich zurhawen /
Da sprach Daniel: Ganz recht! Der Engel des HERRN wird dir ein Zeichen setzen, und er wird dich in Stücke hauen.
SK Version 21.12.2024 ● |
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zumalmen |
zermalmen (Verb) eigentlich: zermahlen
ein gewaltsames Zerkleinern oder Zertrümmern in feine oder grobe Stücke und Brocken oder zu Staub und Brei
zumalmen
Meine Seele iſt zumalmet fur verlangen
a) Meine Seele ist zermalmt vor Verlangen b) Meine Seele zermürbt sich vor Verlangen c) Meine Seele verzehrt sich vor Sehnsucht d) Meine Seele frisst sich auf vor Sehnsucht
SK Version 25.09.2024 ● |
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zureiſſen
zureis |
zerreißen (Verb)
zerriß (3. Pers. sing. Imperf.)
Laſſet vns zureiſſen jre Bande / Vnd von vns werffen jre Seile.
Lasst uns ihre Bande zerreissen und ihre Seile von uns werfen.
Sie haben dein Geſetze zuriſſen.
Sie haben dein Gesetz zerrissen.
SK Version 21.11.2024 ● |
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zuſcheuchen
zuſcheucht |
zerzeuchen (Verb; veraltet)
scheu (Adjektiv) a) auseinander scheuchen b) verscheuchen c) als Adjektiv: scheu, verscheucht
zuſcheuchen
* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.
Vnd ſie ſol ſein / wie ein zuſcheucht Rehe /
a) Und sie soll sein wie ein verscheuchtes Reh b) Und sie soll sein wie ein scheues Reh
wie man die Hewſchrecken auffrafft / vnd wie die Kefer zuſcheuchet werden /
Wie man die Heuschrecken aufsammelt, und wie die Käfer verscheucht werden
Hewſchrecken die leichtlich verjagt vnd zuſcheucht werden.
Heuschrecken, die sehr leicht verjagt und verscheucht werden.
SK Version 21.12.2024 ● |
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zuſchlagen Hertz |
gebrochenes Herz (Ausdruck) eigentlich: zerschlagenes Herz dafür heute üblich: gebrochenes Herz
SK Version 11.12.2024 ● |
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zuſtoſſen |
zerstoßene (Adjektiv) von
a) zerstoßene, in Stücke geststoßene b) zertrümmerte, zermalmte c) mit Gewalt beschädigte, demolierte usw.
zuſtoſſen
Das zuſtoſſen Rhor wird er nicht zubrechen /
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen.
Das zuſtoſſen Rhor wird er nicht zubrechen /
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen.
Der Geiſt des HERRN iſt bey mir / ... / zu heilen die zuſtoſſen Hertzen /
Der Geist des Herrn ist bei mir, ..., zu heilen die gebrochenen Herzen
Anmerkung zu Lk 4,18:
Der Teilsatz / zu heilen die zuſtoſſen Hertzen / ist bis in die Lutherbibel 1912 erhalten und wurde danach infolge der Quellenlage in neueren Übersetzungen weggelassen. Er ist daher auch in der Lutherbibel 2017 nicht enthalten.
SK Version 25.09.2024 ● |
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zuteilen |
zuteilen (Verb) a) zuweisen, etwas an jemanden vergeben a) unter mehreren Beteiligten: verteilen
Meinſtu / die Geſellſchafften werden jn zuſchneiten / das er vnter die Kauffleute zuteilet wird?
Meinst du etwa, die Gesellschaften werden ihn zurecht schneiden, damit er unter die Kaufleute verteilt werden kann?
SK Version 25.09.2024 ● |
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zutretten
zutritt
zutratt
zutreten
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zertreten (starkes Verb) Das starke Verb bildet Formen wie er zutritt (zutrit), zutratt (zutrat) usw.
Es kommt jeweils in den Schreibweisen mit doppeltem t (zutretten) und mit einfachem t (zutreten) vor.
zutritteſt:
Du zutritteſt alle die deiner Rechte feilen
Du zertrittst alle, die von deiner Ordnung abirren.
zutratten:
Vnd ſie zutratten vnd zuſchlugen die kinder Iſrael /
Und sie zertraten unv zerschlugen die Kinder Israel.
zutrete:
Das Aſſur zuſchlagen werde in meinem Lande / vnd ich jn zutrete auff meinen Bergen.
Dass Assur zerschlagen werde in meinem Lande, und ich ihn zertrete auf meeinen Bergen.
zutrit:
Iſſet man von jren Eyern / ſo mus man ſterben / Zutrit mans aber / ſo feret ein Otter eraus.
Ißt man von ihren Eiern, dann muss man sterben. Zertritt man sie aber, dann fährt ein Otter heraus.
SK Version 11.12.2024 ● |
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zutretten |
zu treten (Verb) Luther benutzt die Konjunktion »zu« als Vorsilbe des Verbs treten, wie bei etlichen anderen Verben auch.
zutretten
* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.
Sie zwingen ſie öle zu machen auff jrer eigen mülen / vnd jre eigen kelter zutretten / Vnd laſſen ſie doch durſt leiden.
Sie zwingen sie, Öl zu machen in ihren eigenen Mühlen und ire eigene Kelter zu treten. Vnd lassen sie doch Durst leiden.
SK Version 21.11.2024 ● |
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zuuerhelen |
zu verhehlen (Verb) etwas zurückhalten, jemandem etwas verschweigen, vorenthalten
Luther benutzt die Konjunktion »zu« als Vorsilbe des Verbs verhelen, wie bei etlichen anderen Verben auch.
In der Folge wird das einleitende »v« von verſtehen in der Wortmitte zu »u«, ist aber dennoch wie »v« zu sprechen.
Siehe:
zuuerhelen
* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.
WEh / die verborgen ſein wollen fur dem HERRN / jr Furnemen zuuerhelen / vnd jr Thun im finſtern halten /
Wehe [denen], die verborgen sein wollen vor dem HERRN, die ihre Absichten verschweigen und ihr Tun im Finstern halten.
SK Version 25.09.2024 ● |
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Zuuerſicht
zuuerſicht |
Zuversicht, die ursprünglich: das Voraussehen auf etwas oder eine Person
1) die Erwartung des Künftigen 2) die Erwartung dessen, was man wünscht, die Hoffnung 3) das Vertrauen auf Gott und das, was er gewährleistet 4) die feste, untrügliche Annahme der Erwartung 5) das Vertrauen, das man auf sich und seine Fähigkeiten hat
Zuuerſicht
Das Wort zuuersicht kommt besonders oft im Psalter vor (sechszehn Fundstellen).
Mein Gott iſt der Hort meiner zuuerſicht.
HERR / zu dir ſchrey ich / vnd ſage / Du biſt meine Zuuerſicht /
Herr, zu dir schreie ich und sage: Du bist meine Zuversicht!
SK Version 25.09.2024 ● |
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zuuerſtehen |
zu verstehen (Verb) Luther benutzt die Konjunktion »zu« als Vorsilbe des Verbs verſtehen, wie bei etlichen anderen Verben auch.
In der Folge wird das einleitende »v« von verſtehen in der Wortmitte zu »u«, ist aber dennoch wie »v« zu sprechen.
Siehe:
zuuerſtehen
* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.
Von den vierzehn Fundstellen befinden sich neun in Luthers Vorreden, überwiegend (sechs) zum Buch Daniel.
Wem ſol er zuuerſtehen geben die predigt?
Wem soll er die Predigt zu verstehen geben?
SK Version 25.09.2024 ● |
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zuuerſtören |
zu zerstören (Verb) Luther benutzt die Konjunktion »zu« als Vorsilbe des Verbs verstören, wie bei etlichen anderen Verben auch..
In der Folge wird das einleitende »v« von verſtören in der Wortmitte zu »u«, ist aber dennoch wie »v« zu sprechen.
a) etwas zerstören, verwüsten b) jemanden verstören, stören
zuuerſtören
* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.
Siehe:
Denn ſihe / des HERRN tag kompt grauſam / zornig / grimmig / das Land zuuerſtören / vnd die Sünder draus zuuertilgen.
Denn siehe! Des Herrn Tag kommt grausam, zornig, grimmig, um das Land zu zerstören und die Sünder darin zu vertilgen.
So verzagt werden ſie ſein / 4fur dem tage ſo da kompt zuuerſtören / alle Philiſter /
So verzagt werden sie sein vor dem Tag, der da kommt, um zu zerstören alle Philister.
SK Version 21.11.2024 ● |
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zuuertilgen |
zu vertilgen (Verb) Luther benutzt die Konjunktion »zu« als Vorsilbe des Verbs vertilgen, wie bei etlichen anderen Verben auch.
In der Folge wird das einleitende »v« von vertilgen in der Wortmitte zu »u«, ist aber dennoch wie »v« zu sprechen.
1) etwas essend oder trinkend verzehren 2) Unkraut oder Ungeziefer ausrotten 3) übertragen: etwas auslöschen durch etwas (»Das Böse vertilgt das Gute«) 4) im biblischen Gebrauch oft als göttliches Eingreifen gegen Menschen, Feinde, Gottlose: vernichten
Siehe:
Denn ſihe / des HERRN tag kompt grauſam / zornig / grimmig / das Land zuuerſtören / vnd die Sünder draus zuuertilgen.
a) Denn siehe! Des Herrn Tag kommt grausam, zornig, grimmig, um das Land zu zerstören und die Sünder darin zu vertilgen. b) Denn siehe! Des Herrn Tag kommt grausam, zornig, grimmig, um das Land zu zerstören und die Sünder darin zu vernichten.
SK Version 21.11.2024 ● |
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zuuor
zuvor |
zuvor (Adverb) zeitlich vorhergehend, davor
Hinweis: Luther verwendet ohne Unterscheidung:
Allerding taucht die Form zuvor wesentlich seltener auf. Die in Luthers Sprachgebrauch übliche Form ist zuuor.
zuuor
zuvor
Zuuor weis ich aber
a) Zuvor weiß ich aber, b) Ich weiß bereits,
SK Version 25.09.2024 ● |
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zuwülen |
zerwühlen (Verb) auseinanderwühlen, aufwühlen, umwühlen
Beispielsweise: Den Erdboden mit Spaten und Hacken zerwühlen
zuwülen
Es haben jn zuwület die wilden Sewen /
Es haben ihn zerwült die Wildsauen.
SK Version 21.12.2024 ● |
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Zwilling |
Zwilling, der Zwillinge, die Sternbild Zwillinge, das a) Singular: zwilling, der Zwilling (einer von beiden) b) Plural: zwilling und zwillinge, die Zwillinge (beide) c) die Zwilling: das Sternbild Zwillinge (Gemini)
Zwilling, zwilling, zwillinge (Zwilling)
Zwilling (Sternbild Gemini)
* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.
Das Sternbild der Zwillinge
NAch dreien monden aber ſchifften wir aus in einem Schiffe von Alexandria / welchs in der Jnſulen gewintert hatte / vnd hatte ein Panir der Zwilling.
Nach drei Monaten schifften wir aus in einem alexandrinischen Schiff, das bei der Insel überwintert hatte. Es fuhr unter der Flagge der Zwillinge.
Anm.: Das »Panier der Zwillinge« meint die Schiffsflagge mit der Abbildung des Sternbilds Zwillinge (Gemini). Das Sternbild hat die Form eines langgezogenen Rechtecks. Die beiden mit bloßem Auge sichtbaren Hauptgestirne Castor (α Geminorum) und Pollux (β Geminorum) bilden mit Blick Richtung Norden die beiden nordwestlichen Eckpunkte des Rechtecks.
Vgl. dazu Luthers Anmerkung in der Marginalspalte zu Apg 28,11:
(Zwilling) Die nu ein Geſtirn am Himel heiſſen / wurden bey den Heiden gehalten fur Götter die den Schiffleuten gnedig weren / vnd heiſſen Castor vnd Pollux.
Siehe auch:
SK Version 21.11.2024 ● |