Sonntag Invokavit | Sonntag, 10. März 2019

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Titel: Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett
10.3.2019 | 1. Sonntag der Passionszeit | Invokavit
Sonntag
 

Kirchenjahr 2018/2019

1. Sonntag der Passionszeit

Invokavit

 
Symbol

Vierzig Märtyrer von Sebaste
(† 9. März zwischen 320 und 323 in Sebaste, Kleinarmenien [heute: Sivas, Türkei])

Symbol

Fastenzeit

Info

In der Passionszeit von →Aschermittwoch bis →Karsamstag entfällt im →Proprium der Hallelujavers, so auch an diesem Sonntag.

 

Die Passionszeit von →Aschermittwoch bis →Karsamstag wird in vielen Kirchen der Ökumene als Fastenzeit begangen.

 

Fällt der 1. Sonntag der Passionszeit (Invokavit) auf den 24. Februar (im Schaltjahr: 25. Februar), dann ist der →Tag des Apostels Matthias am Samstag vor dem Sonntag oder an einem Tag in der folgenden Woche zu feiern.

Dies tritt im 21. Jahrhundert in den Jahren 2075 und 2080 ein.

 

Wirkung in 2019

Info

- keine -

 
Bewegliches Datum
1. Sonntag der Passionszeit zwischen dem 8. Februar und dem 14. März
  • 6. Sonntag vor Ostern
  • Invokavit
  • Abhängig vom Osterdatum
    1. Sonntag der Passionszeit liegt zwischen dem 8. Februar und dem 14. März eines Jahres
 
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 42 Tage vor Ostern
  • gerechnet ab diesem Tag ist am 43. Tag Ostern
 

Der Name Invokavit

 

»Er wird (mich) anflehen!«

invocare: anrufen, anflehen
invocabit: er wird anrufen, er wird anflehen

 

Der Name Invokavit geht zurück auf die vorreformatorische Zeit und leitet sich ab vom ersten Wort des lateinischen Introitus (Messeingangs) der römisch-katholischen Messe für diesen Sonntag:

»Invocavit me, et ergo exaudiam eum«, »Er wird mich anflehen, und ich werde ihn erhören!«

Dieser Name hat sich in den evangelischen Kirchen als Name für den 1. Sonntag der Passionszeit bis heute erhalten.

Biblisch stützt sich die Bezeichnung Invokavit auf das erste Wort in →Psalm 91,15 (Vulgata: 90,15).

Hier der Text aus der lateinischen Biblia Sacra Vulgata (Ps 90,15; Text nach H) und aus Luthers Biblia von 1545 (Ps 91,15):

 

9015 invocabit me et exaudiam eum
cum ipso ero in tribulatione eruam eum et glorificabo

 

9115 Er rüffet mich an / ſo wil ich jn erhören /
Jch bin bey jm in der Not / Jch wil jn er aus reiſſen / vnd zu Ehren machen.

 

Die mittelalterlichen Bezeichnungen

 

Dominica quadragesime

Der Sonntag Invokavit trug diesen Namen bereits im Mittelalter: Dominica invokavit, wobei das lateinische Wort »Dominica« Sonntag bedeutet.

Der Sonntag Invokavit nahm von je her eine besondere Stellung ein: Mit ihm beginnt die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern. Dieses Datum erhielt entsprechend viele, z. T. sehr unterschiedliche Bezeichnungen. Exemplarisch seien hervorgehoben:

  • Dominica prima jejuniorum, Erster Sonntag der Fastenzeit, und
  • Dominica quadragesime, Sonntag der vierzig (Tage), was in etwa bedeutet: Der Sonntag, der die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern einleitet.

Mit der Bezeichnung Quadragesime fügt sich dieser Sonntag nahtlos an die Reihe der Sonntage in der Vorfastenzeit an (heute: Vorpassionszeit): Septuagesimae (siebzig), Sexagesimae (sechzig), Quinquagesimae (fünfzig; d. i. Estomihi), Quadragesimae (vierzig).

Versteht man die Zahlenwerte als Abstände, die ab dem jeweiligen Sonntag in die Zukunft weisen, dann zeigt

  • der Sonntag Septuagesimae auf den Samstag nach Ostern (70. Tag), auf das Ende der Osterwoche,
  • der Sonntag Sexagesimae auf den Mittwoch der Osterwoche (60. Tag), auf deren Mitte,
  • der Sonntag Quinquagesimae auf den Ostersonntag (50. Tag), auf den Beginn der Osterwoche,
  • der Sonntag Quadragesimae auf Gründonnerstag (40. Tag), auf den Beginn des Triduum Paschale, der drei österlichen Tage, mit der →Vesper am Abend des Gründonnerstag.

Die Namen drücken die Erwartung und die Annäherung an die Osterzeit aus, so, wie wir Tage im Kalender abstreichen. Gleichzeitig umfassen und spiegeln sie die Zeit zwischen Gründonnerstag und dem Sonntag Quasimodogeniti.

 

Unsere Kalender verwenden die vorreformatorischen Bezeichnungen bis zum Jahr 1530 (Verlesung der →Confessio Augustana, des Augsburgischen Bekenntnisses).

Titel Gottesdienstliche Ordnung
Symbol Evangelisch

Der evangelische

1. Sonntag der Passionszeit

Invokavit

Gottesdienstliche Ordnung

gültig in den Kirchenjahren ab 2018/2019

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett

Violett

 
 

Spruch und Psalm

 
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Dazu iſt erſchienen der Son Gottes / das er die werck des Teufels zurſtöre.

→1Joh 3,8b

Pſalm
91
 

Psalm für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
Liedauswahl
A EG 347 Ach bleib mit deiner Gnade
B EG 362 Ein feste Burg ist unser Gott
 

EG: Evangelisches Gesangbuch

 
 

HERR thu meine Lipppen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Textlesung und Predigt

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2019 - 2024 die folgenden biblischen Texte vorgesehen:

 

Die biblischen Texte für die Lesungen

 
Lesung Text für die Lesung
Evangelium Zum TextMt 4,1-11
Epistel Zum TextHebr 4,14-16
Altes Testament Zum Text1Mos 3,1-19(20-24)
   

 

 

Die biblischen Texte für die Predigt

 
Kirchen-
jahr
Datum Reihe Texte für die Predigt Weitere Texte
2018/2019 10.3.2019 I Zum TextHebr 4,14-16 Zum TextLk 22,31-34
2019/2020 1.3.2020 II Zum Text1Mos 3,1-19(20-24) Zum TextRom 6,12-14
2020/2021 21.2.2021 III Zum TextJoh 13,21-30 Zum TextJak 1,12-18
2021/2022 6.3.2022 IV Zum Text2Kor 6,1-10
2022/2023 26.2.2023 V Zum TextHiob 2,1-13
2023/2024 18.2.2024 VI Zum TextMt 4,1-11
   
 

Kirchenjahr und Datum:
Unsere Sortierung stellt jeweils das gewählte Kirchenjahr nach oben. Die Spalte »Datum« zeigt das tatsächliche Datum des Tages, für den der Predigttext gilt.

Reihen:
Die Perikopenordnung kennt drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen.
Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren.
Die Reihe I gilt für das Kirchenjahr 2018/2019, die Reihe II für das Kirchenjahr 2019/2020 usw.

Weitere Texte:
Für diesen Tag stehen weitere Bibeltexte zur Auswahl, die thematisch gut zum Tag passen. Aus ihnen kann die Gemeinde unabhängig von Reihe und Kirchenjahr einen Text für die Predigt wählen, der dann den vorgesehenen Predigtext der gültigen Reihe ersetzt.

 
Titel Perikopen

1. Sonntag der Passionszeit

Perikopen

Gültig für die Kirchenjahre 1978/1979 bis 2017/2018

DieTexte für Lesungen und Predigt nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Evangelium nach Matthäus
Mt 4,1-11

REIHE

EV
VI

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. IIII.

 

 

Verse 1-11

Die Verſuchung Jeſu

|| →Mk 1,12-13    || →Lk 4,1-13

Marc. 1.

Luk. 4.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Deut. 8.

 

DA ward Jheſus vom Geiſt in die Wü-

ſten gefürt / Auff das er von dem Teuffel verſucht würde. 2Vnd da er vierzig tag vnd vierzig nacht gefaſtet hatte / hungert jn. 3Vnd der Verſucher trat zu jm / vnd ſprach / Biſtu Gottes ſon / ſo ſprich / das dieſe ſtein brot werden. 4Vnd er antwortet / vnd ſprach / Es ſtehet geſchrieben / Der Menſch lebet nicht vom Brot alleine / Sondern von einem jglichen wort / das durch den mund Gottes gehet.

 

 

 

 

 

→Pſal. 91.

 

 

 

 

 

 

→Deut. 6.

 

5DA füret jn der Teufel mit ſich / in die heilige Stad / vnd ſtellet jn auff die zinnen des Tempels / 6vnd ſprach zu jm / Biſtu Gottes ſon / ſo las dich hinab / Denn es ſtehet geſchrieben / Er wird ſeinen Engeln vber dir befelh thun / vnd ſie werden dich auff den henden tragen / Auff das du deinen fuſs nicht an einen ſtein ſtöſſeſt. 7Da ſprach Jheſus zu jm / Widerumb ſtehet auch geſchrieben / Du ſolt Gott deinen HERRN nicht verſuchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Deut. 6.

 

 

 

 

8WIderumb füret jn der Teufel mit ſich / auff einen ſeer hohen Berg / vnd zeiget jm alle Reich der Welt / vnd jre Herrligkeit / 9Vnd ſprach zum jm / Das alles wil ich dir geben / So du niderfelleſt / vnd mich anbeteſt. 10Da ſprach Jheſus zu jm / Heb dich weg von mir Satan / Denn es ſtehet geſchrieben / Du ſolt anbeten Gott deinen HERRN / vnd jm allein dienen.11Da verlies jn der Teufel / Vnd ſihe / da tratten die Engel zu jm vnd dieneten jm.

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Epistel
Brief an die Hebräer
Hebr 4,14-16

REIHE

EP
I

 

 

 

Die Epiſtel:
An die Ebreer.

 

C. V.

 

414

 

Die heutigen Ver­se 4,14-16 bil­den in die­ser Aus­ga­be den An­fang des Ka­pi­tels V. (5).

 

 

Verse 14-16

Das Wort Gottes und der Prieſter Chriſtus

 

DIEweil wir denn einen groſſen Hohen-

prieſter haben / Jheſum den Son Gottes / der gen Himel gefaren iſt / So laſſet vns halten an dem bekentnis. 15Denn wir haben nicht einen Hohenprieſter / der nicht künde mitleiden haben mit vnſer ſchwacheit / Sondern der verſucht iſt allenthalben / gleich wie wir / Doch / on ſünde. 16Darumb laſſet vns hinzu tretten / mit freidigkeit zu dem Gnadenſtuel / Auff das wir barmhertzigkeit empfahen / vnd gnade finden / auff die zeit / wenn vns Hülffe not ſein wird.

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Altes Testament
Erstes Buch Mose | Genesis
1Mos 3,1-19(20-24)

REIHE

AT
II

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. III.

 

Holzschnitt aus: 1Mos 3, Adam und Eva

 

Verse 1-7

Der Sündenfall

→2.Cor. 11.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND die Schlange war liſtiger denn alle

Thier auff dem felde / die Gott der HERR gemacht hatte / vnd ſprach zu dem Weibe / Ja / ſolt Gott geſagt haben / Ir ſolt nicht eſſen von allerley Bewme im Garten?

Schlange verfüret He­uam.

→2.Cor. 11.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2DA ſprach das Weib zu der Schlangen / Wir eſſen von den früchten der bewme im Garten. 3Aber von den früchten des Bawms mitten im Garten hat Gott geſagt / Eſſet nicht da von / rürets auch nicht an / Das jr nicht ſterbet. 4Da ſprach die Schlang zum Weibe / Ir werdet mit nicht des tods ſterben / 5Sondern Gott weis / das / welchs tags jr da von eſſet / ſo werden ewre augen auff gethan / vnd werdet ſein wie Gott / vnd wiſſen was gut vnd böſe iſt.

Fall Heue vnd Ade.

→1.Tim. 2.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6VND das Weib ſchawet an / das von dem Bawm gut zu eſſen were / vnd lieblich anzuſehen / das ein lüſtiger Bawm were / weil er klug mechte / Vnd nam von der Frucht / vnd aſs / vnd gab jrem Man auch da von / Vnd er aſs. 7Da wurden jr beider Augen auffgethan / vnd wurden gewar / das ſie nacket waren / Vnd flochten Feigenbletter zuſamen / vnd machten jnen Schürtze.

 

Vers 8-13

Gott ſtellt Adam zur Rede

Adam vnd Heua flie-hen fur Gott etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

→Gen. 2.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND ſie höreten die ſtimme Gottes des HERRN / der im Garten gieng / da der a tag küle worden war. Vnd b Adam verſteckt ſich mit ſeinem Weibe / fur dem angeſicht Gottes des HERRN vnter die bewme im Garten. 9Vnd Gott der HERR rieff Adam / vnd ſprach zu jm / Wo biſtu? Vnd er ſprach / 10Ich hörete deine ſtimme im Garten / vnd furchte mich / Denn ich bin nacket / darumb verſtecket ich mich. 11Vnd er ſprach / Wer hat dirs geſagt / das du nacket biſt? Haſtu nicht geſſen von dem Bawm / da von ich dir gebot / Du ſolteſt nicht da von eſſen? 12Da ſprach Adam / Das Weib / das du mir zugeſellet haſt / gab mir von dem Bawm / vnd ich aſs. 13Da ſprach Gott der HERR zum Weibe / warumb haſtu das gethan? Das Weib ſprach / Die Schlang betrog mich alſo / das ich aſs.

a

(Tag küle war)

Das war vmb den abend / wenn die hit­ze ver­gan­gen iſt. Be­deut / das nach ge­tha­ner Sün­de / das Ge­wiſ­ſen angſt lei­det. Bis das Got­tes gne­di­ge ſtim kome vnd wi­der kü­le vnd er­qui­cke das her­tze. Wie wol ſich auch die blö­de Na­tur ent­ſetzt vnd fleucht fur dem Euan­ge­lio / weil es das creutz vnd ſter­ben le­ret.

b

(Adam) Adam heiſſt auf Ebre­iſch Men­ſch / dar­umb mag man men­ſch ſa­gen / wo Adam ſte­het / vnd wi­der­umb.

Verse 14-15

Das Urteil für die Schlange

Schlange wird ver­flucht.

 

 

 

 

Chriſtus verheiſſen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Straffe und Creuz vber Heua vnd Adam.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA ſprach Gott der HERR zu der Schlangen / Weil du ſolches gethan haſt / Seiſtu verflucht fur allem Vieh vnd fur allen Thieren auff dem felde / Auff deinem Bauch ſoltu gehen / vnd erden eſſen dein leben lang / 15Vnd Ich will Feindſchaft ſetzen zwiſchen Dir vnd dem Weibe / vnd zwiſchen deinem Samen vnd jrem Samen / c Der ſelb ſol dir den Kopff zutretten / Vnd Du wirſt In in die Verſchen d ſtechen.

 

Vers 16

Das Urteil für Eva

VND zum Weibe ſprach er / Ich wil dir viel ſchmertzen ſchaffen wenn du ſchwanger wirſt / Du ſolt mit ſchmertzen Kinder geberen / Vnd dein wille ſol deinem Man vnterworffen ſein / Vnd Er ſol dein Herr ſein.

 

Vers 17-19

Das Urteil für Adam und für alle Menſchen

VND zu Adam ſprach er / Die weil du haſt gehorchet der ſtimme deines Weibes / Vnd geſſen von dem Bawm da von ich dir gebot / vnd ſprach / Du ſolt nicht da von eſſen / Verflucht ſey der Acker vmb deinen willen / mit kummer ſoltu dich drauff neeren dein Leben lang / 18Dorn vnd Diſteln ſol er dir tragen / vnd ſolt das Kraut auff dem felde eſſen. 19Im ſchweis deines Angeſichts ſoltu dein Brot eſſen / Bis das du wider zu Erden werdeſt / da von du genomen biſt / Denn du biſt Erden / vnd ſolt zu Erden werden.

c

(Der ſelb) Dis iſt das erſt Euan­ge­li­um vnd Ver­hei­ſſung von Chri­ſto ge­ſche­hen auff Er­den / Das er ſolt / Sünd / Tod vnd Hel­le vber­win­den vnd vns von der Schlan­gen ge­walt ſe­lig ma­chen. Dar­an Adam gleu­bet mit al­len ſei­nen Nach­komen / Da­uon er Chri­ſten vnd ſe­lig wor­den iſt von ſei­nem Fall.

d

(Stechen) Pla­gen creu­tzi­gen vnd mar­tern. Denn ſo ge­hets auch Chri­ſtus zu­tritt dem Teu­fel ſei­nen Kopff (das iſt / ſein Reich des To­des / Sünd vnd Hel­le) So ſticht jn der Teu­fel in die Ver­ſchen (das iſt / er töd­tet vnd mar­tert jn vnd die ſei­nen leib­lich.)

 

Fakultativ: Verse 20-21

Adam gibt Eva ihren Namen. Gott bekleidet die Menſchen

 

 

 

 

 

 

VND Adam hieſ ſein Weib e Heua / darumb / das ſie eine Mutter iſt aller Lebendigen. 21Vnd Gott der HERR machet Adam vnd ſeinem weibe Röcke von Fellen / vnd zog ſie an.

e

(Heua) →*1) Hai / heiſſt Le­ben / Da her kompt He­ua oder Ha­ua / le­ben oder le­ben­di­ge.

 

Fakultativ: Vers 22-24

Die Vertreibung aus dem Paradies

Adam

vnd Heua aus dem Paradis getrie­ben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND Gott der HERR ſprach / Sihe / Adam iſt worden als vnſer einer / vnd weis was gut vnd böſe iſt / Nu aber / das er nicht ausſtrecke ſeine hand / vnd breche auch von dem Bawm des Lebens / vnd eſſe vnd lebe ewiglich.

23DA lies jn Gott der HERR aus dem garten Eden / das er das Feld bawet / da von er genomen iſt / 24Vnd treib Adam aus / vnd lagert fur den garten Eden den Cherubim mit einem bloſſen hawenden Schwert / zu bewaren den weg zu dem Bawm des Lebens.

 

 

*1) Hinweis zur Schreibweise Heua:

a) Das u ist getrennt vom »e« und als »v« zu lesen: He-va.

b) Das H ist ein stimmloser Anlaut: (H)eva, was dann in der deutschen Aussprache »Eva« ergibt.

 

Hinweis zur Abbildung in 1Mos 3: : Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Erläuterungen zur Abbildung in 1Mos 3

Das Kapitel 3 des 1. Buch Mose wird mit einem Holzschnitt eingeleitet. Die Abbildung zeigt gleichzeitig mehrere Szenen aus Kapitel 3, die zeitlich nacheinander abgelaufen sind.

Zu sehen ist der Sündenfall, das Gespräch Gottes mit den Menschen und die Vertreibung aus dem Paradies:

  • Im Vordergrund ist der Sündenfall zu sehen: Adam und Eva, noch immer nackt und unbekleidet, essen die Früchte vom verbotenen Baum der Erkenntnis von Gut und Böse (Vers 6).
  • Um diesen Baum (vorn rechts) windet sich die Schlange.
  • Links im Hintergrund stellt Gott Adam zur Rede (Verse 8-11), der sich wegen seiner Nacktheit schämt und sich im Gebüsch versteckt hatte. Hinter dem palmenartigen Gewächs ist nur andeutungsweise Eva zu sehen.
  • Vorn links ruht ein Lamm. Es ist das Symbol Christi und der Christenheit. Es steht für die verheißene Nachkommenschaft Evas. Das Lamm wartet auf seine Stunde, die kommen wird, um der Schlange den Kopf zu zertreten (Vers 15).
  • Rechts im Hintergrund steht ein Engel, ein Cherubim, mit gezogenem Schwert, der den Eingang zum Paradies bewacht (Vers 24).
  • Adam und Eva, jetzt bekleidet (Vers 21), ziehen weg vom Paradies und können nicht mehr zurück (Vers 23).

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Evangelium nach Johannes
Joh 13,21-30

REIHE

III

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. XIII.

 

 

Verse 31-30

Die Ankündigung des Verrats des Judas

|| →Mt 26,21-25    || →Mk14,18-21    || →Lk 22,21-23

Matt. 26.

Mar. 14.

Luc. 22.

DA ſolchs Jheſus geſagt hatte / ward er betrübet im Geiſt / vnd zeugete / vnd ſprach / Warlich / warlich / Ich ſage euch / Einer vnter euch wird mich verrhaten. 22Da ſahen ſich die Jünger vnternander an / vnd ward jnen bange / von welchem er redete. 23Es war aber einer vnter ſeinen Jüngern / der zu tiſche ſaſs an der bruſt Jheſu / welchen Jheſus lieb hatte. 24Dem wincket Simon Petrus / das er forſchen ſolte / Wer es were / von dem er ſaget? 25Denn der ſelbige lag an der bruſt Jheſu / vnd ſprach zu jm / HErr / wer iſts? 26Jheſus antwortet / Der iſts / dem ich den Biſſen eintauche vnd gebe. Vnd er tauchte den Biſſen ein / vnd gab jn Juda Simonis Iſcharioth. 27Vnd nach dem Biſſen / fuhr der Sathan in jn.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA ſprach Jheſus zu jm / Was du thuſt / das thu balde. 28Dasſelbige aber wuſte niemand vber dem tiſche / wo zu ers jm ſagete. 29Etliche meineten / dieweil Judas den Beutel hatte / Jheſus ſpreche zu jm / Keuffe / was vns not iſt / auff das Feſt / oder das er den Armen etwas gebe. 30Da er nu den biſſen genomen hatte / gieng er ſo balde hin aus. Vnd es war nacht.

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Zweiter Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth
2Kor 6,1-10

REIHE

IV

 

 

 

Die Ander Epiſtel:
An die Córinther.

 

C. VI.

 

 

Verse 1-2

Botſchafter der Verſöhnung

 

 

 

 

 

→Jeſa. 43.

→*1)

WIR ermanen aber euch als Mithelffer /

das jr nicht vergeblich die gnade Gottes empfahet. 2Denn er ſpricht / Ich habe dich in der angenemen zeit erhöret / vnd habe dir am tage des Heils geholffen. Sehet / jtzt iſt die angeneme zeit / jtzt iſt der tag des Heils.

 

Verse 3-10

Die Bewährung des Apoſtels in ſeinem Dienſt

 

 

 

 

 

 

3Laſſet vns aber niemand jrgent eine Ergernis geben / Auff das vnſer Ampt nicht verleſtert werde / 4Sondern in allen dingen laſſet vns beweiſen / als die diener Gottes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IN groſſer gedult / in trübſaln / in nöten / in engſten / 5in ſchlegen / in gefengniſſen / in auffrhuren / in erbeit / in wachen / in faſten / 6in keuſcheit / in erkentnis / in langmut / in freundligkeit / in dem heiligen Geiſt / in vngeferbeter liebe / 7in dem wort der warheit / in der krafft Gottes / durch waffen der Gerechtigkeit / zur rechten vnd zur lincken / 8durch ehre vnd ſchande / durch böſe gerüchte / vnd gute gerüchte. Als die verfürer / vnd doch warhafftig. 9Als die vnbekandten / vnd doch bekand. Als die ſterbenden / vnd ſihe / wir leben. Als die gezüchtigeten / vnd doch nicht ertödtet. 10Als die traurigen / aber alle zeit frölich. Als die armen aber die doch viel reich machen. Als die nichts inne haben / vnd doch alles haben.

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Buch des Hiob
Hiob 2,1-13

REIHE

V

 

 

 

Das Bucĥ Hiob.

 

C. II.

 

 

Verse 1-6

Satans zweite Vorſprache bei Gott und die Vereinbarung, auch Hiobs Geſundheit zu zerſtören

 

ES begab ſich aber des tages / da die

kinder Gottes kamen / vnd tratten fur den HERRN / das Satan auch vnter jnen kam / vnd fur den HERRN trat. 2Da ſprach der HERR zu dem Satan / Wo kompſtu her? Satan antwortet dem HERRN / vnd ſprach / Ich hab das Land vmbher durchzogen. 3Der HERR ſprach zu dem Satan / Haſtu nicht acht auff meinen knecht Hiob gehabt? Denn es iſt ſein gleiche im Lande nicht / ſchlecht vnd recht / Gottfürchtig / vnd meidet das böſe / vnd helt noch feſt an ſeiner frumkeit / Du aber haſt mich bewegt / das ich jn on vrſach verderbet habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4SAtan antwortet dem HERRN / vnd ſprach / Haut fur haut / vnd alles was ein Man hat / leſſt er fur ſein Leben. 5Aber recke dein Hand aus / vnd taſte ſein gebein vnd fleiſch an / Was gilts / er wird dich ins angeſicht ſegenen? 6Der HERR ſprach zu dem Satan / Sihe da / er ſey in deiner hand / Doch ſchone ſeins lebens.

 

(Haut fur haut)

Das iſt / fur ſeine haut leſſt er fahren / Kinder / Vieh / Geſind vnd aller ander Haut.

 

Verse 7-10

Hiob erkrankt ſchwer, bleibt aber demütig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA fuhr der Satan aus vom angeſicht des HERRN / vnd ſchlug Hiob mit böſen Schweren / von der fuſſolen an bis auff ſeine ſcheitel. 8Vnd er nam eine ſcherben vnd ſchabet ſich / vnd ſaſs in der aſſchen. 9Vnd ſein Weib ſprach zu jm / Helteſtu noch feſt an deiner frömkeit? Ja / Segene Gott vnd ſtirb. 10Er aber ſprach zu jr / Du redeſt wie die nerriſchen Weiber reden. Haben wir guts empfangen von Gott / vnd ſolten das böſe nicht auch annemen? In dieſem allen verſündiget ſich Hiob nicht mit ſeinen lippen.

Hiobs weib.

 

 

 

 

 

 

(Ja ſegene Gott)

Ja du thuſt fein / Lobeſt vnd dieneſt Gott / vnd geheſt drüber zu grund.

 

Verse 11-13

Die Freunde Hiobs treffen ein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA aber die drey freund Hiob höreten alle das vnglück / das vber jn komen war / kamen ſie / ein jglicher aus ſeinem Ort / Eliphas von Theman / Bildad von Suah / vnd Zophar von Naema / Denn ſie wordens eins / das ſie kemen jn zu klagen vnd zu tröſten. 12Vnd da ſie jre augen auffhuben von ferne / kenneten ſie jn nicht / Vnd huben auff jre ſtimme / vnd weineten / vnd ein jglicher zureis ſein Kleid / vnd ſprengeten erden auff jr heubt gen Himel. 13Vnd ſaſſen mit jm auff der Erden ſieben tage vnd ſieben nacht / vnd redeten nichts mit jm / Denn ſie ſahen / das der ſchmertze ſeer gros war.

 

 

 

WEITERER TEXT FÜR DIE PREDIGT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Evangelium nach Lukas
Lk 22,31-34

POOL

W
1

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XXII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus

|| →Mt 26,30-35    || →Mk14,26-31
|| →Joh 13,36-38    || →Joh 18,1-2

Verse 31-34

Mat. 26.

Mar. 14.

DEr HErr aber ſprach / Simon / Simon / ſihe / Der Satanas hat ewer begert / das er euch möcht ſichten / wie den weitzen / 32Ich aber hab fur dich gebeten / Das dein Glaube nicht auffhöre / Vnd wenn du der mal eins dich bekereſt / ſo ſtercke deine Brüder. 33Er ſprach aber zu jm / HErr / ich bin bereit mit dir ins Gefengnis vnd in den Tod zugehen. 34Er aber ſprach / Petre / Ich ſage dir / Der Han wird heute nicht krehen / ehe denn du drey mal verleugnet haſt / das du mich kenneſt.

 

 

 

WEITERER TEXT FÜR DIE PREDIGT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom
Rom 6,12-14

POOL

W
2

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. VI.

 

 

Aus dem Abschnitt

Das neue Leben

Verse 12-14

 

SO laſſet nu die Sünde nicht herrſchen in ewrem ſterblichen Leibe / jm gehorſam zu leiſten in ſeinen a lüſten. 13Auch begebet nicht der ſünden ewre Glieder zu Waffen der vngerechtigkeit / Sondern begebet euch ſelbs Gotte / als die da aus den Todten lebendig ſind / vnd ewre glieder Gotte zu Waffen der gerechtigkeit. 14Denn die ſünde wird nicht herrſchen können vber euch / Sintemal jr nicht vnter dem Geſetze ſeid / Sondern vnter der Gnade.

a

Mercke / die Hei­li­gen ha­ben noch bö­ſe lü­ſte im flei­ſch / den ſie nicht fol­gen.
So lan­ge die gna­de re­giert / blei­bet das Ge­wiſ­ſen frey vnd zwingt die ſün­de im fleiſch. Aber on gna­de re­giert ſie / vnd das Ge­ſetz ver­dampt das Ge­wiſ­ſen.

 

 

 

WEITERER TEXT FÜR DIE PREDIGT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Brief des Jakobus
Jak 1,12-18

POOL

W
3

 

 

 

Die Epiſtel S. Jacobi.

 

C. I.

 

 

Aus dem Abschnitt

Der Chriſt in der Anfechtung

Vers 12

 

12Selig iſt der Man / der die anfechtung erduldet / Denn nach dem er beweret iſt / wird er die Krone des Lebens empfahen / welche Gott verheiſſen hat denen / die jn liebhaben.

 

Verse 13-18

Der Urſprung der Verſuchung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

13Niemand ſage / wenn er verſucht wird / das er Gott verſucht werde / Denn Gott iſt nicht ein Verſucher zum böſen / er verſuchet niemand. 14Sondern ein jglicher wird verſucht / wenn er von ſeiner eigen Luſt gereitzet vnd gelocket wird / 15Darnach wenn die Luſt empfangen hat / gebiert ſie die Sünde / die ſünde aber wenn ſie volendet iſt / gebiert ſie den Tod.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IRret nicht / lieben Brüder / 17Alle gute Gabe / vnd alle volkomene gabe kompt von oben herab / von dem Vater des liechts / Bey welchem iſt keine verenderung noch wechſel des Liechts vnd Finſternis. 18Er hat vns gezeuget nach ſeinem willen / durch das wort der Warheit / Auff das wir weren Erſtlinge ſeiner Creaturen.

 

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Menſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Ge­stal­tung der Gottes­dien­ste schla­gen die Ord­nun­gen der evan­ge­li­schen Kir­chen bib­li­sche Texte vor.

Sie sind je­doch nicht nur für den Vor­trag im Gottes­dienst ge­dacht. Es sind gleich­zei­tig Lese­emp­feh­lun­gen für alle Ge­mein­de­mit­glie­der, für Chris­ten, die sich nicht in der Ge­mein­de­ar­beit en­ga­gie­ren können oder wollen, und für je­den, der sich für die christ­li­che Re­li­gi­on oder für die Bi­bel in der prak­ti­schen An­wen­dung in­ter­es­siert.

Wir möch­ten Sie daher aus­drück­lich da­zu er­mun­tern, die Text­stel­len ein­mal in Ihrer Bi­bel zu le­sen!

Über das Jahr be­trach­tet und im Ver­lauf der Jahre wer­den Sie auf die­se Wei­se in klei­nen Ein­hei­ten, die nicht viel Zeit in An­spruch neh­men, die we­sent­li­chen Text­zeug­nis­se ken­nen­ler­nen, auf die sich die christ­li­che Re­li­gi­on stützt.

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
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