Zwischen den Jahren

25. Dezember 2024 bis 1. Januar 2025

Symbol Tag

Der Tag im Jahreskalender

25. Dezember bis 1. Januar | Zwischen den Jahren
 

Zwischen den Jahren

25. Dezember 2024
bis 1. Januar 2025

 
Symbol

Zeit überlieferten Brauchtums

Die Zeit »zwischen den Jahren«
Jahreswende

 
 
Hintergründig

Hintergründig

 

Der Ausdruck
»Zwischen den Jahren«

Die Bezeichnung Zwischen den Jahren begründet sich im Kalenderstreit vergangener Jahrhunderte, in denen der Jahresanfang unterschiedlich festgelegt oder begangen wurde. So kam es, dass zeitgleich irgendwo das neue Jahr zusammen mit dem Weihnachtsfest begann (oder schon davor), an anderen Orten aber mit dem heutigen Neujahrstag oder gar erst zehn Tage später.

Wir haben in unserer Titelleiste den Zeitraum 25. Dezember bis 1. Januar ge­nannt, doch die­se An­gabe be­ruht nur auf ei­ner be­stimm­ten Be­trach­tung im Ka­len­der­streit.

Die Zeit zwischen den Jahren kann auch - be­zo­gen auf un­se­ren heu­ti­gen Ka­len­der! - , die Zeit­span­ne zwi­schen dem 15. De­zem­ber und dem 25. De­zem­ber oder die Ta­ge zwi­schen dem 22. De­zem­ber und dem 1. Ja­nu­ar mei­nen.

Vielfältiges Brauchtum rankt sich um diese Tage.

 
Hintergründig

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Zwischen den Jahren

Wann beginnt das Jahr?

 

Häufig hört man in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr den Ausdruck »Zwischen den Jahren«, doch auf diesen Zeitabschnitt weist kein Kalender hin.

»Zwischen den Jahren« hat seinen Ursprung in der Zeit, als es noch kein ein­heit­li­ches Ka­len­der­sys­tem gab und durch­aus zur sel­ben Zeit un­ter­schied­li­che Ka­len­der in Ge­brauch wa­ren. Der Jah­res­be­ginn wur­de oft zeit­gleich so­wohl am 1. Ja­nu­ar und am 25. De­zem­ber ge­fei­ert.

Aber auch dann, wenn das kalendarische Datum ein­heit­lich war, konn­ten die Ta­ge aus­ein­an­der­fal­len, ab­hän­gig da­von, ob ein Ka­len­der »al­ten Stils« (ju­li­a­nisch) oder »neu­en Stils« (gre­go­ri­a­nisch) ge­bräuch­lich war.

Weihnachtsrose | Foto: © Sabrina | Reiner | SABRINA CREATIVE DESIGN | Lizenz CC BY-SA
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Abbildung: Weihnachtsrose
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Der 25. Dezember als Jahresanfang

Der Weihnachtsanfang (Nativitätsstil), der vor allem in Deutschland, in Skandinavien und bei den Angelsachsen gebräuchlichste Jahresanfang, ließ im kirchlichen Kalender die anni icarnationis (Menschwerdung des Herrn) logischer Weise mit dem Tag der Geburt Christi beginnen. Dieser Tag wurde bereits im 4. Jahrhundert in Rom am 25. Dezember gefeiert.

In Deutschland rechnete vor allem die kaiserliche Kanz­lei bis in das 16. Jahr­hun­dert das Jahr nach dem Weihnachtsanfang.

Der 1. Januar als Jahresanfang

Der 1. Januar war der Jahresanfang des römischen Volkes und des julianischen Kalenders. Er blieb auch im Mittelalter im bürgerlichen Leben in Gebrauch, war aber wegen seines heidnischen Ursprungs in der Kirche nicht beliebt, obwohl kirchliche Anstrengungen seit dem 6. Jahrhundert vor allem in Gallien versuchten, den Tag Oktava Nativitatis (8. Tag nach der Geburt [Christi], 1. Januar) durch Einsetzung eines christlichen Festes, der Circumcisio domini (Beschneidung des Herrn) in den kirchlichen Kalender einzugliedern (Circumcionsstil).

In Rom sollte das Marienfest die heidnischen Feiern zum Jahreswechsel ablösen. Die volkstümlichen und abergläubischen Bräuche, Maskenumzüge und ausschweifenden Feiern wurden mit Predigten und Konzilsbeschlüssen bekämpft. Aber noch im 13./14. Jahrhundert wurde in Frankreich der 1. Januar als Narrenfest mit parodierten Messen begangen.

Notwendigkeit, Aberglaube und Brauchtum

Die uneindeutige Zeitrechnung hatte Folgen insbesondere für Han­del, Wirt­schaft und Steu­er­recht. So ver­zich­te­ten Kauf­leu­te we­gen un­si­che­rer Da­tie­run­gen häu­fig auf Ge­schäfts­ab­schlüs­se »zwi­schen den Jah­ren«. Der Han­del ruh­te.

Daraus haben sich viele Regeln und Verbote für den Alltag ent­wi­ckelt, die heu­te oft in ei­nen Zu­sam­men­hang mit Aber­glau­ben ge­stellt wer­den: Nur die not­wen­digs­ten Ar­bei­ten durf­ten ver­rich­tet wer­den.

Noch heute halten beispielsweise viele Men­schen am Ge­bot fest, Wä­sche­wa­schen müs­se ru­hen, um kein Un­heil he­r­auf­zu­be­schwö­ren.

Das Ende der Geschichte

Der Kalenderstreit konn­te schließ­lich durch Papst In­no­zenz XII. 1691 bei­ge­legt wer­den, der den Jah­res­be­ginn auf den 1. Ja­nu­ar fest­setz­te. Doch erst mit der Ein­füh­rung und Ver­brei­tung ge­druck­ter Ka­len­der wur­de der 1. Ja­nu­ar all­ge­mein an­er­kannt.

Die Zeit »zwischen den Jahren« blieb al­ler­dings im volks­tüm­li­chen Brauch­tum und in der Über­lie­ferung man­cher­orts er­hal­ten.

Kalender alten und neuen Stils

Nach der Einführung des gregorianischen Kalenders im Jahr 1582 galt in Deutsch­land in vie­len Ge­bie­ten wei­ter­hin der al­te, ju­li­a­ni­sche Ka­len­der. Die evan­ge­li­schen Kir­chen ver­ab­schie­de­ten sich erst im Jahr 1700 von der ju­li­a­ni­schen Zeit­rech­nung.

  • So war im Jahr 1699 der 25. Dezember nach »neu­em Stil« (gre­go­ri­a­nisch; ka­tho­li­sche Ge­bie­te) in evan­ge­li­schen Ge­bie­ten nach »al­tem Stil« (ju­li­a­nisch) erst der 15. De­zem­ber.
  • Der evangelische 25. Dezember 1699 fiel auf den ka­tho­li­schen 4. Ja­nu­ar 1700.
  • Der katholische 1. Januar 1700 fiel mit dem evan­ge­li­schen 22. De­zem­ber 1699 zu­sam­men.
  • Der evangelische 1. Januar 1700 fiel auf den ka­tho­li­schen 11. Ja­nu­ar 1700.

Bezogen auf den 1. Januar als Jahreswechsel war aus evan­ge­li­scher Sicht die Zeit »zwi­schen den Jah­ren« die Zeit zwi­schen dem ju­li­a­ni­schen 22. De­zem­ber 1699 (gre­go­ri­a­ni­scher 1. Ja­nu­ar 1700) und dem ju­li­a­ni­schen 1. Ja­nu­ar 1700.

Derselbe Zeit­raum war im ka­tho­li­schen, gre­go­ri­a­ni­schen Ka­len­der die Zeit zwi­schen dem 1. Ja­nu­ar 1700 und dem 11. Ja­nu­ar 1700.

Dies wirkte sich nicht nur auf die kirch­li­chen Fes­te und Ar­beits­be­frei­ung aus, son­dern auch auf Han­del oder auf Lohn­zah­lun­gen und recht­li­che Be­lan­ge wie Ver­trä­ge, Pach­ten und Steu­er­zah­lun­gen.

So wurde es vielerorts vermieden, in dieser Zeit Ge­schäf­te ab­zu­schlie­ßen, de­ren Da­tie­rung von Ein­deu­tig­keit ab­hing.

Gleichzeitig gab es wie heu­te ei­nen Schutz der Fei­er­ta­ge und ei­ne da­mit ver­bun­de­ne Ar­beits­be­frei­ung an den Fest­ta­gen. Erst für Ka­tho­li­ken, dann folg­ten zeit­ver­setzt die Pro­tes­tan­ten. Be­son­ders in ge­misch­ten Ge­bie­ten und Städ­ten wur­den auch be­stimm­te pri­va­te Tä­tig­kei­ten der evan­ge­li­schen Be­völ­ke­rung an den Fest­ta­gen der ka­tho­li­schen Be­völ­ke­rung als stö­rend emp­fun­den und um­ge­kehrt. So ent­wickel­te sich in der Zeit zwi­schen den Jah­ren ein Brauch­tum, das ge­bot, pri­va­te Tä­tig­kei­ten eher still, oh­ne un­nö­ti­gen Lärm zu ver­ur­sa­chen, und eher we­nig sicht­bar zu er­le­di­gen.

Die Einführung des neuen, gre­go­ri­a­ni­schen Ka­len­ders ver­lief nicht schlag­ar­tig und flä­chen­deckend im Jahr 1582. Sie zog sich über Jahre. Die kon­fes­sio­nel­len An­teile der Be­völ­ke­rung wech­sel­ten in die­ser Zeit und ver­schoben sich. Nicht über­all gab es die­sen Kon­flikt zwi­schen den Ka­len­der­sys­te­men, doch wo er auf­tauch­te, ver­lang­te es nach Re­ge­lun­gen.

Etliche Länder Europas nutzten noch bis ins 20. Jahr­hun­dert hi­n­ein den al­ten ju­li­a­ni­schen Ka­lender. Die or­tho­do­xen Alt­ka­len­da­rier hal­ten als Kir­chen­ka­len­der bis heu­te da­ran fest. Auch ihre Ge­mein­den in Deutsch­land.

Siehe dazu auch den Artikel: →Die Einführung des gregorianischen Kalenders.

 

 

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