Das Buch der Psalmen

Psalm L.

Symbol Biblia 1545

Die Lutherbibel von 1545

 

Die Texte der Lutherbibel von 1545 in Frakturschrift

Das Alte Testament

Die Bücher der Dichtung

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Der Psalter

Die Bücher der Psalmen

 

L.

 

Ps 50,1-23

 

150 Psalmen, aufgeteilt in fünf Büchern

 

Über echte Gottesverehrung

 

 

Der Psalm 50 aus Luthers Biblia 1545

 

 

Psalm 50, 2.3a

 

Im folgenden Text sind die bezeichneten Verse hervorgehoben.

Der Pſalter.

 

 

L.

1Ein Pſalm Aſſaph.

 

GOtt der H E R R der mechtige redet / vnd ruffet der Welt / Von auffgang der Sonnen bis zu nidergang.

2AVs Zion bricht an / Der ſchöne glantz Gottes.

3Vnſer Gott kompt vnd ſchweiget nicht / Freſſend Fewr gehet fur jm her / Vnd vmb jn her ein gros Wetter.

(Richte)

Regiere / helffe rette / von dem Teufel / Menſchen / Tod / Sünden etc.

4Er ruffet Himel vnd Erden / Das er ſein Volck richte.

5VErſamlet mir meine Heiligen / Die den Bund mehr achten / denn Opffer.

6Vnd die Himel werden ſeine Gerechtigkeit verkündigen / Denn Gott iſt Richter / Sela.

7HOre mein volck / Las mich reden / Iſ­rael las mich vnter dir zeugen / Ich Gott / bin dein Gott.

8DEines Opffers halben ſtraffe ich dich nicht / Sind doch deine Brand­opffer ſonſt jmer fur mir.

9Ich wil nicht von deinem hauſe Far­ren nemen / Noch Böcke aus deinen Stellen.

10Denn alle Thier im Walde ſind mein / Vnd Vieh auff den Bergen da ſie bey tauſent gehen.

11Ich kenne alles Geuögel auff den Ber­gen / Vnd allerley Thier auff dem felde iſt fur mir.

12Wo mich hungerte / wolt ich dir nicht dauon ſagen / Denn der Erdboden iſt mein / vnd alles was drinnen iſt.

13Meinſtu das ich Ochſſenfleiſch eſſen wölle / Oder Bockſblut trincken ?

(Gelübde)

Das du jm gelobet haſt / Er ſolle dein Gott ſein / Im erſten Gebot.

14OPffere Gott Danck / Vnd bezale dem Höheſten deine Gelübde.

15Vnd ruffe Mich an in der Not / So wil ich dich erretten / ſo ſoltu mich preiſen.

 

ABer zum Gottloſen ſpricht Gott / Was verkündigeſtu meine Rechte / vnd nimpſt meinen Bund in deinen mund?

17So du doch zucht haſſeſt / Vnd wirffeſt meine Wort hinder dich.

18Wenn du einen Dieb ſiheſt / ſo leuffeſtu mit jm / Vnd haſt gemeinſchafft mit den Ehebrechern.

19Dein Maul leſſeſtu böſes reden / Vnd deine Zunge treibet falſcheit.

20Du ſitzeſt vnd redeſt wider deinen Bruder / Deiner Mutter ſon verleumbdeſtu.

21Das thuſtu / vnd ich ſchweige / Da meineſtu / Ich werde ſein gleich wie du / Aber ich wil dich ſtraffen / vnd wil dirs vnter augen ſtellen.

22Mercket doch das / die jr Gottes vergeſſet / Das ich nicht ein mal hinreiſſe / vnd ſey kein Retter mehr da.

23WEr Danck opffert / der preiſet mich / Vnd da iſt der weg / das ich jm zeige das heil Gottes.

 

Worterklärungen: Übersicht

Die folgenden Begriffe aus dem Text Ps 50 werden hier erläutert.

Versnummer: Luthers Wort

1: Aſſaph

1: HERR

2: Zion

2: Fewr

5: Heiligen

5: Opffer

6: Sela

7: Iſrael

8: Brandopffer

8: fur

9: Farren

10: bey

11: Geuögel

11: allerley

12: dauon

13: Meinſtu

14: OPffere

14: dem Höheſten

14: Gelübde

15: ſoltu

16: Gottloſen

16: verkündigeſtu

16: nimpſt

18: leuffeſtu

19: leſſeſtu

20: verleumbdeſtu

21: thuſtu

21: meineſtu

22: ſey

23: heil

Klick auf ein Wort führt zum Eintrag mit den Erklärungen.

Das vollständige Verzeichnis findet sich hier: →Das große Stilkunst.de–Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 
Weltkugel

Aus dem Wörterbuch

Worterklärungen:
Seltene Namen, Wörter und Begriffe im Text Ps 50

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Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

fur

a) vor (Präposition)

 

b) für (Präposition)

 

c) fuhr (Verb)

 

Die Präpositionen vor und für

 

Die beiden heutigen Wörter vor und für gehen sprachlich auf das selbe Wort zurück, was in der Lutherbibel noch gut verfolgt werden kann.

 

Überwiegend tritt fur in der Bedeutung vor auf und ist gleichbedeutend mit Luthers Schreibweise vor.

 

Die konkrete Bedeutung erschließt sich aus dem Textzusammenhang.

 

 

Das Verb fuhr

 

Das Wort fur kann auch das Verb fahren (Luther-Deutsch: →faren) in der 3. Person Singular Präteritum meinen.

 

 

fur in der Bedeutung »vor«: →Psalm 3,1

 

Ein Pſalm Dauids / Da er floh fur ſeinem ſon Abſalom.

 

Ein Psalm Davids, [gesungen,] als er vor seinem Sohn Aschalom floh.

 

 

fur in der Bedeutung »für«: →Psalm 40,18

 

Denn ich bin Arm vnd Elend / Der HERR aber ſorget fur mich

 

Denn ich bin arm und elend. Der HERR sorgt aber für mich.

 

 

fur in der Bedeutung »fuhr«: →Psalm 18,10

 

Er neigete den Himel vnd fur herab

 

Er neigte den Himmel und fuhr herab.

 

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

bey

bei (Präposition)

Das »ei« am Wortende wird nach den Regeln des Luther-Deutsch zu »ey«.

 

→Psalm 103,18

 

Bey denen die ſeinen Bund halten

 

Bei denen, die seinen Bund halten

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

allerley

allerlei (unbestimmtes Zahlwort)

Das »ei« am Wortende wird nach den Regeln des Luther-Deutsch zu »ey«.

 

→Psalm 87,5

 

Man wird zu Zion ſagen / Das allerley Leute drinnen geborn werden

 

Man wird über Zion sagen, dass allerlei Leute darin geboren werden.

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

dauon

 

da von

davon (Adverb)

dauon
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
404 267 73 64

da von
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
33 28 3 2

mhd: dâ von

Luther benutzt die zusammengestzte (dauon) und die getrennte Schreibweise (da von).

 

Das Wort bezeichnet

 

a) eine Entfernung von einem Ort: davon (entfernt sein)

b) eine Ablösung, Trennung, Befreiung von einer Sache, einem Verhältnis oder einem Zustand: davon (befreit sein, u. ä.)

c) eine Richtung für Bewegungen: von da, von daher, (da) hinweg, weg, dahin

d) einen Bezug zu einer Sache, einem Vorgang oder einem Zustand: davon (sagen, reden, denken, nehmen, usw.)

 

Beispiel für zusammengesetzte Schreibung: dauon

 

→Psalm 49,21

 

Kvrtz / Wenn ein Menſch in der wirde iſt / vnd hat keinen verſtand / So feret er dauon wie ein Vieh.

 

Kurz: Wenn ein Mensch in Amt und Würden ist, aber keinen Verstand besitzt, dann fährt er dahin wie ein Stück Vieh.

 

Beispiel für getrennte Schreibung: da von

 

→Psalm 49,13

 

Dennoch können ſie nicht bleiben in ſolcher wirde / Sondern müſſen da von / wie ein Vieh.

 

Dennoch können sie nicht bleiben in dieser Würde, sondern sie müssen davon, nicht anders als Vieh.

 

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

meinſtu

 

meineſtu

meinst du (Verb)

2. Person Singular Aktiv von meinen (Verb)

 

Präsens Indikativ: meinſtu, du meinst

Präsens Konjunktiv: meineſtu, du meinest

 

Die Fle­xi­on mit dem an­ge­häng­ten »u« ist ei­ne ei­gen­tüm­li­che Form, die sonst nur noch aus älte­ren Tex­ten be­kannt ist. Ge­bil­det wur­de sie aus der 2. Per­son, zu­sam­men­ge­zo­gen mit dem Per­so­nal­pro­no­men »du«, aus dem das »u« stammt. Die­se Form im­pli­ziert ei­ne ge­wis­se Dring­lich­keit und Di­rekt­heit der An­spra­che, die un­mit­tel­ba­re Hin­wen­dung zum Ge­gen­über. So kann es die un­zwei­fel­haf­te Fest­stel­lung des Han­delns, die dring­li­che An­spra­che oder die un­mit­tel­ba­re Auf­for­de­rung zum Han­deln be­deu­ten (In­di­ka­tiv in der Aus­sa­ge), die Er­fül­lung ein­for­dern, mut­maßen bzw. un­ter­stel­len (Kon­junk­tiv), oder zur Ant­wort und Er­klä­rung auf­for­dern (Verb in der Fra­ge).

 

Heute ist statt­des­sen das Verb in sei­ner ge­bräuch­li­chen Fle­xi­on ver­bun­den mit »du« zu ver­wen­den. Die Di­rekt­heit oder ei­ne Auf­for­de­rung kann besten­falls durch ei­ne Sinn tra­gen­de Bei­fü­gung um­schrie­ben wer­den ab­hän­gig vom Kon­text. Sie kann ggf. durch einen Im­pe­ra­tiv he­raus­ge­stellt werden.

 

→Psalm 50,13

 

Meinſtu das ich Ochſſenfleiſch eſſen wölle / Oder Bockſblut trincken?

 

(Was denkst Du nur?!) Meinst du etwa, das ich Ochsenfleisch essen wolle oder Bockblut trinken?!

 

 

→Psalm 50,21

 

Das thuſtu / vnd ich ſchweige / Da meineſtu / Jch werde ſein gleich wie du /

 

(Ich weiß,) das tust du! Und ich schweige. Und deswegen meinest du (womöglich), ich bin wie du?!

 

 

→Rom 2,26

 

meineſtu nicht / das ſeine Vorhaut werde fur eine Beſchneitung gerechnet?

 

meinest du nicht auch, dass seine Vorhaut als Beschnitten gilt?!

 

 

 

SK Version 12.04.2020  

→Register

opffern

opfern (Verb)

rituelle Opfergabe darbringen

durch

 

a) Rauchopfer (Räucheropfer), bei denen wohlriechende, oft teure Gewürze und Harze langsam abgebrannt wurden, wobei eine ebenso wohlriechende, starke Rauchbildung stattfand;

 

b) Brandopfer, bei dem Opfertiere getötet und verbrannt wurden;

 

c) Schlachtopfer, bei dem Opfertiere nach rituellen Vorschriften getötet wurden, aber nur das Blut als Opfer diente. Das Fleisch konnte rituellen Mahlzeiten zugeführt werden (z. B. Pascha-Lämmer)

 

d) Speiseopfer, bei dem Brot aus Mehl und Öl gespendet wurde

 

e) Trankopfer, bei dem Wein in festgelegten Mengen gespendet wurde

 

f) Sündopfer, bei dem eine Ziege geschlachtet wurde, der zuvor die Verfehlung des Opfernden rituell übertragen wurden

 

 

 

SK Version 12.04.2020  

→Register

verkündigeſtu

verkündigest du (Verb)

2. Person Singular Aktiv von verkündigen (Verb)

 

Präsens Indikativ: verkündigeſtu, du verkündigst

 

Die Fle­xi­on mit dem an­ge­häng­ten »u« ist ei­ne ei­gen­tüm­li­che Form, die sonst nur noch aus älte­ren Tex­ten be­kannt ist. Ge­bil­det wur­de sie aus der 2. Per­son, zu­sam­men­ge­zo­gen mit dem Per­so­nal­pro­no­men »du«, aus dem das »u« stammt. Die­se Form im­pli­ziert ei­ne ge­wis­se Dring­lich­keit und Di­rekt­heit der An­spra­che, die un­mit­tel­ba­re Hin­wen­dung zum Ge­gen­über. So kann es die un­zwei­fel­haf­te Fest­stel­lung des Han­delns, die dring­li­che An­spra­che oder die un­mit­tel­ba­re Auf­for­de­rung zum Han­deln be­deu­ten (In­di­ka­tiv in der Aus­sa­ge), die Er­fül­lung ein­for­dern, mut­maßen bzw. un­ter­stel­len (Kon­junk­tiv), oder zur Ant­wort und Er­klä­rung auf­for­dern (Verb in der Fra­ge).

 

Heute ist statt­des­sen das Verb in sei­ner ge­bräuch­li­chen Fle­xi­on ver­bun­den mit »du« zu ver­wen­den. Die Di­rekt­heit oder ei­ne Auf­for­de­rung kann besten­falls durch ei­ne Sinn tra­gen­de Bei­fü­gung um­schrie­ben wer­den ab­hän­gig vom Kon­text. Sie kann ggf. durch einen Im­pe­ra­tiv he­raus­ge­stellt werden.

 

→Psalm 50,16

 

Was verkündigeſtu meine Rechte / vnd nimpſt meinen Bund in deinen mund?

 

(Was fällt Dir ein!) Was verkündigst du meine Rechte und nimmst meinen Bund in deinen Mund!?

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

nehmen

nehmen (Verb)

3. Person Singular: er nimpt

 

Siehe auch: →nimpſtu (Verb)

 

 

→Psalm 15,5

 

Wer ſein Gelt nicht auff Wucher gibt / Vnd nimpt nicht Geſchencke vber den Vnſchüldigen

 

a) Wer sein Geld nicht gegen Zinsen verleiht und keine Geschenke gegen Unschuldige annimmt

b) Wer sein Geld nicht gegen Zinsen verleiht und sich nicht gegen Unschuldige bestechen lässt

 

 

 

SK Version 12.04.2020  

→Register

leuffeſtu

läufst du (Verb)

2. Person Singular Aktiv von laufen (Verb)

 

Präsens Indikativ: leuffeſtu, du läufst

 

Die Fle­xi­on mit dem an­ge­häng­ten »u« ist ei­ne ei­gen­tüm­li­che Form, die sonst nur noch aus älte­ren Tex­ten be­kannt ist. Ge­bil­det wur­de sie aus der 2. Per­son, zu­sam­men­ge­zo­gen mit dem Per­so­nal­pro­no­men »du«, aus dem das »u« stammt. Die­se Form im­pli­ziert ei­ne ge­wis­se Dring­lich­keit und Di­rekt­heit der An­spra­che, die un­mit­tel­ba­re Hin­wen­dung zum Ge­gen­über. So kann es die un­zwei­fel­haf­te Fest­stel­lung des Han­delns, die dring­li­che An­spra­che oder die un­mit­tel­ba­re Auf­for­de­rung zum Han­deln be­deu­ten (In­di­ka­tiv in der Aus­sa­ge), die Er­fül­lung ein­for­dern, mut­maßen bzw. un­ter­stel­len (Kon­junk­tiv), oder zur Ant­wort und Er­klä­rung auf­for­dern (Verb in der Fra­ge).

 

Heute ist statt­des­sen das Verb in sei­ner ge­bräuch­li­chen Fle­xi­on ver­bun­den mit »du« zu ver­wen­den. Die Di­rekt­heit oder ei­ne Auf­for­de­rung kann besten­falls durch ei­ne Sinn tra­gen­de Bei­fü­gung um­schrie­ben wer­den ab­hän­gig vom Kon­text. Sie kann ggf. durch einen Im­pe­ra­tiv he­raus­ge­stellt werden.

 

→Psalm 50,18

 

Wenn du einen Dieb ſiheſt / ſo leuffeſtu mit jm

 

Wenn du einen Dieb siehst, dann gehst du doch mit ihm!

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

leſſeſtu

lässt du (Verb)

2. Person Singular Aktiv von lassen (Verb)

 

Präsens Indikativ: leſſeſtu, du lässt

 

Die Fle­xi­on mit dem an­ge­häng­ten »u« ist ei­ne ei­gen­tüm­li­che Form, die sonst nur noch aus älte­ren Tex­ten be­kannt ist. Ge­bil­det wur­de sie aus der 2. Per­son, zu­sam­men­ge­zo­gen mit dem Per­so­nal­pro­no­men »du«, aus dem das »u« stammt. Die­se Form im­pli­ziert ei­ne ge­wis­se Dring­lich­keit und Di­rekt­heit der An­spra­che, die un­mit­tel­ba­re Hin­wen­dung zum Ge­gen­über. So kann es die un­zwei­fel­haf­te Fest­stel­lung des Han­delns, die dring­li­che An­spra­che oder die un­mit­tel­ba­re Auf­for­de­rung zum Han­deln be­deu­ten (In­di­ka­tiv in der Aus­sa­ge), die Er­fül­lung ein­for­dern, mut­maßen bzw. un­ter­stel­len (Kon­junk­tiv), oder zur Ant­wort und Er­klä­rung auf­for­dern (Verb in der Fra­ge).

 

Heute ist statt­des­sen das Verb in sei­ner ge­bräuch­li­chen Fle­xi­on ver­bun­den mit »du« zu ver­wen­den. Die Di­rekt­heit oder ei­ne Auf­for­de­rung kann besten­falls durch ei­ne Sinn tra­gen­de Bei­fü­gung um­schrie­ben wer­den ab­hän­gig vom Kon­text. Sie kann ggf. durch einen Im­pe­ra­tiv he­raus­ge­stellt werden.

 

→Psalm 50,19

 

Dein Maul leſſeſtu böſes reden / Vnd deine Zunge treibet falſcheit.

 

a) Dein Maul lässt du (wahrlich) Böses reden! Und deine Zunge treibt Falschheit!

b) Über deine Lippen kommen nur Boshaftigkeiten und deine Zunge treibt Falschheit!

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

verleumbdeſtu

verleumdest du (Verb)

2. Person Singular Aktiv von verleumden (Verb)

 

Präsens Indikativ: verleumbdeſtu, du verleumdest

 

Die Fle­xi­on mit dem an­ge­häng­ten »u« ist ei­ne ei­gen­tüm­li­che Form, die sonst nur noch aus älte­ren Tex­ten be­kannt ist. Ge­bil­det wur­de sie aus der 2. Per­son, zu­sam­men­ge­zo­gen mit dem Per­so­nal­pro­no­men »du«, aus dem das »u« stammt. Die­se Form im­pli­ziert ei­ne ge­wis­se Dring­lich­keit und Di­rekt­heit der An­spra­che, die un­mit­tel­ba­re Hin­wen­dung zum Ge­gen­über. So kann es die un­zwei­fel­haf­te Fest­stel­lung des Han­delns, die dring­li­che An­spra­che oder die un­mit­tel­ba­re Auf­for­de­rung zum Han­deln be­deu­ten (In­di­ka­tiv in der Aus­sa­ge), die Er­fül­lung ein­for­dern, mut­maßen bzw. un­ter­stel­len (Kon­junk­tiv), oder zur Ant­wort und Er­klä­rung auf­for­dern (Verb in der Fra­ge).

 

Heute ist statt­des­sen das Verb in sei­ner ge­bräuch­li­chen Fle­xi­on ver­bun­den mit »du« zu ver­wen­den. Die Di­rekt­heit oder ei­ne Auf­for­de­rung kann besten­falls durch ei­ne Sinn tra­gen­de Bei­fü­gung um­schrie­ben wer­den ab­hän­gig vom Kon­text. Sie kann ggf. durch einen Im­pe­ra­tiv he­raus­ge­stellt werden.

 

→Psalm 50,20

 

Deiner Mutter ſon verleumbdeſtu.

 

Deiner Mutter Sohn verleumdest Du!

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

thuſtu

tust du (Verb)

2. Person Singular Aktiv von tun (Verb)

 

Präsens Indikativ: thuſtu, du tust

 

Die Fle­xi­on mit dem an­ge­häng­ten »u« ist ei­ne ei­gen­tüm­li­che Form, die sonst nur noch aus älte­ren Tex­ten be­kannt ist. Ge­bil­det wur­de sie aus der 2. Per­son, zu­sam­men­ge­zo­gen mit dem Per­so­nal­pro­no­men »du«, aus dem das »u« stammt. Die­se Form im­pli­ziert ei­ne ge­wis­se Dring­lich­keit und Di­rekt­heit der An­spra­che, die un­mit­tel­ba­re Hin­wen­dung zum Ge­gen­über. So kann es die un­zwei­fel­haf­te Fest­stel­lung des Han­delns, die dring­li­che An­spra­che oder die un­mit­tel­ba­re Auf­for­de­rung zum Han­deln be­deu­ten (In­di­ka­tiv in der Aus­sa­ge), die Er­fül­lung ein­for­dern, mut­maßen bzw. un­ter­stel­len (Kon­junk­tiv), oder zur Ant­wort und Er­klä­rung auf­for­dern (Verb in der Fra­ge).

 

Heute ist statt­des­sen das Verb in sei­ner ge­bräuch­li­chen Fle­xi­on ver­bun­den mit »du« zu ver­wen­den. Die Di­rekt­heit oder ei­ne Auf­for­de­rung kann besten­falls durch ei­ne Sinn tra­gen­de Bei­fü­gung um­schrie­ben wer­den ab­hän­gig vom Kon­text. Sie kann ggf. durch einen Im­pe­ra­tiv he­raus­ge­stellt werden.

 

→Psalm 50,21

 

Das thuſtu / vnd ich ſchweige

 

(Ich weiß,) das tust du! Und ich schweige.

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

meinſtu

 

meineſtu

meinst du (Verb)

2. Person Singular Aktiv von meinen (Verb)

 

Präsens Indikativ: meinſtu, du meinst

Präsens Konjunktiv: meineſtu, du meinest

 

Die Fle­xi­on mit dem an­ge­häng­ten »u« ist ei­ne ei­gen­tüm­li­che Form, die sonst nur noch aus älte­ren Tex­ten be­kannt ist. Ge­bil­det wur­de sie aus der 2. Per­son, zu­sam­men­ge­zo­gen mit dem Per­so­nal­pro­no­men »du«, aus dem das »u« stammt. Die­se Form im­pli­ziert ei­ne ge­wis­se Dring­lich­keit und Di­rekt­heit der An­spra­che, die un­mit­tel­ba­re Hin­wen­dung zum Ge­gen­über. So kann es die un­zwei­fel­haf­te Fest­stel­lung des Han­delns, die dring­li­che An­spra­che oder die un­mit­tel­ba­re Auf­for­de­rung zum Han­deln be­deu­ten (In­di­ka­tiv in der Aus­sa­ge), die Er­fül­lung ein­for­dern, mut­maßen bzw. un­ter­stel­len (Kon­junk­tiv), oder zur Ant­wort und Er­klä­rung auf­for­dern (Verb in der Fra­ge).

 

Heute ist statt­des­sen das Verb in sei­ner ge­bräuch­li­chen Fle­xi­on ver­bun­den mit »du« zu ver­wen­den. Die Di­rekt­heit oder ei­ne Auf­for­de­rung kann besten­falls durch ei­ne Sinn tra­gen­de Bei­fü­gung um­schrie­ben wer­den ab­hän­gig vom Kon­text. Sie kann ggf. durch einen Im­pe­ra­tiv he­raus­ge­stellt werden.

 

→Psalm 50,13

 

Meinſtu das ich Ochſſenfleiſch eſſen wölle / Oder Bockſblut trincken?

 

(Was denkst Du nur?!) Meinst du etwa, das ich Ochsenfleisch essen wolle oder Bockblut trinken?!

 

 

→Psalm 50,21

 

Das thuſtu / vnd ich ſchweige / Da meineſtu / Jch werde ſein gleich wie du /

 

(Ich weiß,) das tust du! Und ich schweige. Und deswegen meinest du (womöglich), ich bin wie du?!

 

 

→Rom 2,26

 

meineſtu nicht / das ſeine Vorhaut werde fur eine Beſchneitung gerechnet?

 

meinest du nicht auch, dass seine Vorhaut als Beschnitten gilt?!

 

 

 

SK Version 12.04.2020  

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Erläuterungen siehe →Das große Stilkunst.de–Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 

 

Biblia 1545

   Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
 
Anhang

Der Psalm 50 im evangelischen Kirchenjahr

Ordnung der Predigtexte und Lesungen 1978/1979 - 2017/2018

1. Sonntag im Advent | Hallelujavers Ps 50,2.3a

Zum Artikel

→Erster Sonntag im Advent 2017/2018

Mit dem ersten Advent beginnt das neue Kir­chen­jahr. Der Ar­ti­kel zeigt den Wo­chen­spruch, den Wo­chen­psalm und die Text­stel­len für Le­sun­gen und Pre­dig­ten.

Mehr dazu in diesem Artikel.

 

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres | Hallelujavers Ps 50,6

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres
Zum Artikel

→Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres 2017/2018

Spruch, Psalm und Liedauswahl für die Woche sowie die Bi­bel­tex­te für Le­sun­gen und Pre­dig­ten nach der Kir­chen­ord­nung.

Mehr dazu in diesem Artikel.

 

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres | Psalm 50,1.4-6.14-15.23

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres
Zum Artikel

→Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres 2017/2018

Spruch, Psalm und Liedauswahl für die Woche sowie die Bi­bel­tex­te für Le­sun­gen und Pre­dig­ten nach der Kir­chen­ord­nung.

Mehr dazu in diesem Artikel.

 

Ordnung der Predigtexte und Lesungen ab 2018/2019

1. Sonntag im Advent | Hallelujavers Ps 50,2.3a

Zum Artikel

→Erster Sonntag im Advent 2018/2019

Mit dem ersten Advent beginnt das neue Kir­chen­jahr. Der Ar­ti­kel zeigt den Wo­chen­spruch, den Wo­chen­psalm und die Text­stel­len für Le­sun­gen und Pre­dig­ten.

Mehr dazu in diesem Artikel.

 

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres | Hallelujavers Ps 50,6

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres
Zum Artikel

→Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019

Spruch, Psalm und Liedauswahl für die Woche sowie die Bi­bel­tex­te für Le­sun­gen und Pre­dig­ten nach der Kir­chen­ord­nung.

Mehr dazu in diesem Artikel.

 

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres | Psalm 50,1-6.14-15.23

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres
Zum Artikel

→Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019

Spruch, Psalm und Liedauswahl für die Woche sowie die Bi­bel­tex­te für Le­sun­gen und Pre­dig­ten nach der Kir­chen­ord­nung.

Mehr dazu in diesem Artikel.

 
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SK Version 13.08.2020  

 
Biblia
1545
Ps
50