Lukas 11,[1-4.]5-13

Das Hörbuch-Video zur Lutherbibel von 1545

Hörbuch-Video
zur Lutherbibel von 1545

 

 

Hörbuch-Video

Das Vaterunser
und das Gleichnis vom bittenden Freund.

Evangelium nach Lukas
11,1-4.5-13

vorgelesen von Reiner Makohl

 

 

 

Gedanken zum Text

 

Evangelium nach Lukas
Kapitel 11, Verse 1-4 und 5-13

Das Vaterunser
und das Gleichnis vom bittenden Freund.

Einleitung

Der Text Lk 11,1-4 ent­hält die An­wei­sung zum Be­ten. Je­sus spricht das Va­ter­un­ser. Hier lohnt sich der Ver­gleich mit → Mat­thä­us 6,5-15. Dort wird ein star­ker Fo­kus auf die Ver­ge­bung der Schuld durch Gott ge­legt, die al­ler­dings die ge­gen­sei­ti­ge Ver­ge­bung zwi­schen den Men­schen vor­aus­setzt.

Im Ab­schnitt Lk 11,5-13 er­zählt Je­sus ein Gleich­nis über das Ge­bet und über Bit­ten und be­tont die Be­deu­tung des Ver­trau­ens auf Got­tes Für­sor­ge.

 

 

Grafik: Fisch und Ei

»Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch, und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange? Oder gibt ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion?«
Die Grafik basiert auf einem KI-generierten Bild.
©by Reiner Makohl | lizensiert für www.stilkunst.de

 

Inhalt

Nach­dem Je­sus vor­ge­macht hat­te, wie zu be­ten sei, er­klär­te er, wa­rum nicht vie­le Wor­te im Ge­bet ge­macht wer­den müs­sen und wa­rum die Bit­ten, wie sie in sei­nem Va­ter­un­ser for­mu­liert sind, aus­rei­chen.

Jesus ver­gleicht da­für ei­nen Mann, der ei­nen Freund um Brot bit­tet, mit ei­nem Men­schen, der im Ge­bet zu Gott kommt. In der Ge­schichte klopft der Mann mit­ten in der Nacht an die Tür sei­nes Freun­des und bit­tet um Brot für ei­nen Gast, der un­er­war­tet an­ge­kom­men sei. Ob­wohl der Freund zu­nächst zö­gert, auf­zu­ste­hen, um ihm zu hel­fen, gibt er schließ­lich nach und reicht ihm das Brot. Dies macht er viel­leicht schon aus Freund­schaft, und wenn nicht, dann we­gen der un­er­schro­cke­nen Be­harr­lich­keit des bit­ten­den Freun­des.

Jesus ver­wen­det die­se Ge­schich­te, um zu leh­ren, dass wir im Ge­bet eben­falls be­harr­lich sein sol­len. Er er­mu­tigt sei­ne Jün­ger, Gott mit Ver­trau­en und Aus­dau­er um das zu bit­ten, was sie brau­chen. Denn ge­nau­so wie der Freund schließ­lich gibt, wird Gott uns ge­ben, was wir be­nö­ti­gen, wenn wir hart­nä­ckig da­rum bit­ten.

Jesus be­tont dann die Lie­be und Gü­te Got­tes als un­se­ren himm­li­schen Va­ter. Er ver­gleicht Gott mit ei­nem Va­ter, der sei­nen Kin­dern nur Gu­tes ge­ben möch­te. Wenn selbst ir­di­sche El­tern ih­ren Kin­dern ge­ben, was sie brau­chen, wie viel mehr wird un­ser himm­li­scher Va­ter uns den Hei­li­gen Geist ge­ben, wenn wir ihn bit­ten?

Fazit

Diese Pas­sa­ge lehrt uns, dass wir im Ge­bet ver­trau­ens­voll und hart­nä­ckig sein sol­len und dass Gott, un­ser lie­be­vol­ler Va­ter, uns hört und gibt, was wir be­nö­ti­gen. Die Bit­ten, wie sie im Va­ter­un­ser for­mu­liert sind, rei­chen da­für völ­lig aus.

Doch darf man dies nicht falsch ver­ste­hen: Was wir be­nö­ti­gen, ist oft nicht das, um was wir bit­ten. Man­che Bit­te scheint nicht in Er­fül­lung zu ge­hen. Dann kom­men schnell Zwei­fel auf. Zwei­fel an Got­tes Für­sor­ge und Zwei­fel an Gott selbst.

Blei­ben wir beim Bei­spiel der El­tern und ih­rer Kin­der. Auch El­tern kön­nen Kin­dern nicht je­den Wunsch er­fül­len. Und dies aus un­ter­schied­li­chen Grün­den, die den Kin­dern meist un­ver­ständ­lich sind. Den­noch wer­den sich die El­tern da­rum sor­gen, dass ih­re Kin­der Wün­sche er­füllt be­kom­men, doch zu­min­dest stets das be­kom­men, was sie wirk­lich be­nö­ti­gen.

Lukas nennt eine Ga­be, die wir al­le drin­gend be­nö­ti­gen: den hei­li­gen Geist.

Denn wenn wir die­se Ga­be ha­ben, wird uns vie­les ver­ständ­lich er­schei­nen, vieles wird klar. Es wird un­ser Den­ken, Spre­chen und Han­deln be­stim­men.

So erinnert und die Er­zäh­lung in Lukas 11 da­ran, dass wir auf die Für­sor­ge Got­tes ver­trau­en kön­nen. Auch dann, wenn wir man­ches von dem, was uns wi­der­fährt, zu­nächst un­ver­ständ­lich er­scheint.

Der Name Rogate für diesen Sonntag

Der Name Ro­ga­te für die­sen Sonn­tag ist das la­tei­ni­sche Wort für »Be­tet!« oder »Bit­tet!« und geht zu­rück auf die An­pas­sung des li­tur­gi­schen In­tro­i­tus (Ein­gangs­spruch) durch die pro­tes­tan­ti­schen Kir­chen an die al­ter­na­ti­ve Be­zeich­nung des Sonn­tags als Do­mi­ni­ca ro­ga­ti­o­num im Mit­tel­al­ter:

Latein: »Rogate et dabitur vobis«,
»Bittet, und es wird euch gegeben.«

 

 

Liturgiegeschichtliche Verwendung
Perikope Typ Tag
1531 - 1898  

Keine Verwendung an Sonntagen, Feiertagen und Gedenktagen

1899 - 1978  

Lk 11,5-13

2. Evangelium

→ 5. Sonntag nach Ostern: Rogate

Lutherische Kirchen
1958-1978
 

Lk 11,5-13

Reihe V

→ 5. Sonntag nach Ostern: Rogate

1979 - 2018  

Lk 11,5-13

Reihe III

→ 5. Sonntag nach Ostern: Rogate

seit 2019  

Lk 11,(1-4)5-13

Evangelium +
Reihe IV

→ 5. Sonntag nach Ostern: Rogate

Hinweis zum Perikopenschnitt

Seit 2019 ist die Pe­ri­ko­pe Lu­kas 11,5-13 um die ein­lei­ten­den Ver­se 1 bis 4 er­wei­tert, die das Va­ter­un­ser ent­hal­ten. Die­ses Ge­bet ist die Grund­la­ge für Je­su Aus­füh­run­gen über Be­ten und Bit­ten. Al­ler­dings kann es sein, dass die­se Ver­se im Got­tes­dienst nicht ver­le­sen und nicht über sie ge­pre­digt wird, denn sie sind ei­ne fa­kul­ta­ti­ve (wahl­freie) Er­wei­te­rung. Es bleibt dem Pre­di­ger über­las­sen, sie in Le­sun­gen und Pre­dig­ten ein­zu­bin­den.

 

 

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Zum Gebrauch

Die Lutherbibel von 1545 ist mit ihrem Frak­tur­zei­chen­satz nicht leicht zu le­sen. Wir bie­ten Vi­de­os, in de­nen aus­ge­wähl­te Pe­ri­ko­pen aus den Sonn- und Fei­er­tags­rei­hen vor­ge­le­sen wer­den.

Wir empfehlen, die Vi­de­os im Voll­bild­mo­dus zu ge­nie­ßen.

 

 

Credits zum Video:

©2024 by Reiner D. Makohl | www.stilkunst.de

Bibeltexte: Dr. Martin Luther, Biblia, Wittenberg 1545
Zeichensätze der Frakturschriften, Typografie & Layout,
Video: Reiner D. Makohl

Sprecher: Reiner D. Makohl
Musik: ©Bluevalley, J.S.Bach, Präludium in C-Dur, Gitarre

 

 

Sabrina

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©by Reiner Makohl | Stilkunst.de
©by Sabrina | SABRINA CREATIVE DESIGN™

SK Version 22.06.2024