Schalttag

Montag, 29. Februar 1672

Titel: Wissenswertes zum Tag
Schalttag
 

Schalttag

 
 
 
 
 
 

 

 

 

Das Jahr 1672
ist ein Schaltjahr

Im Kalender wird nach dem 28. Februar ein zusätzlicher Tag, der 29. Februar eingeschoben.

Das Jahr 1672 ist 366 Tage lang.

 

Festes Datum
29. Februar
 
  • Der Schalttag ist immer der 29. Februar eines Jahres.
 
Hintergründig

 

Was ist ein Schalttag?

 

1 Der Schalttag gleicht Kalenderabweichungen aus

Schalttage werden in den Kalender eingefügt, um die Ab­wei­chun­gen, die im Jahreslauf zwi­schen dem Sonnenstand und dem Kalenderdatum auftreten, aus­zu­glei­chen. Dabei wird in Abständen dem normalen Jahr mit seinen 365 Tagen ein zusätzlicher Tag hin­zu­ge­fügt. Diese Jahre haben 366 Tage und heißen Schaltjahre.

Durch die Schalttage verschiebt sich der Beginn der Jahreszeiten, der ja vom Sonnenstand ab­hängt, nur zwischen den Schaltjahren und wird mit dem Schalttag im Schaltjahr wieder mit dem Ka­len­der in Einklang gebracht.

 

2 Kalenderjahr und tropisches Jahr sind unterschiedlich lang

Unser Kalender, der am 15. Oktober 1582 eingeführt wurde und seit dem unverändert gilt, ist nicht genau genug, um ein Sonnenjahr, das tropische Jahr → 1), ab­zu­bil­den. Un­ser Ka­len­der läuft geringfügig schneller als die Erde um die Sonne.

Im gregorianische Kalender besitzt innerhalb eines Schaltjahr-Zykluses (400 Jahre) das Jahr eine durchschnittliche Länge von 365,2425 Tage, das sind 365 Tage, 5 Stunden, 49 Minuten und 12 Sekunden.

Der Umlauf der Erde um die Sonne dauert länger als ein normales Kalenderjahr mit 365 Ta­gen. Die Dauer schwankt und verändert sich geringfügig, doch als Durschnittswert des Erd­um­laufs für Berechnungen kann der Wert 365,242375 Tage angenommen werden. →*2) Das sind 365 Tage, 5 Stun­den, 49 Mi­nu­ten und 1,200 Sekunden. Eine ziemlich schrä­ge Zahl!

Für Kalender, die nur ganze Tage abbilden können, entsteht daraus ein Problem: Ka­len­der­jahre mit 365 Tagen sind zu kurz, um dem Erdumlauf zu folgen. Sie hinken dem tro­pi­schen Jahr nach. Kalenderjahre mit 366 Tagen sind aber viel zu lang, sie eilen voraus.

Die Lösung: Um die jährliche fehlenden gut 5 Stunden und 49 Minuten eines Ka­len­der­jah­res mit 365 Tagen zur Umlaufzeit der Erde um die Sonne aus­zu­glei­chen, wird in Abständen ein zusätzlicher Tag in den Kalender eingefügt. Dieser Tag heißt Schal­ttag. Das Jahr hat dann 366 Tage und heißt Schaltjahr.

Doch trotz der Schaltjahrregeln läuft unser Kalender zu schnell, wenn auch nur minimal (im Jahresdurchschnitt ganzer Zyklen knapp 11 Sekunden). Für unsere Lebensspanne und auch für das Jahrtausend in dem wir leben, ist dieser Fehler ver­nach­läs­sig­bar. Aber die Abweichung zum tropischen Jahr könnte sich derart auf­sum­mie­ren, dass ir­gend­wann in ferner Zukunft (vor­aus­sicht­lich nicht vor dem 7. Jahr­tausend → 3)) ein Schalt­tag aus­fal­len muss, um zu verhindern, dass der Ka­len­der dem Son­nen­stand wei­ter vo­r­aus­läuft.

 

3 Die Auswirkungen der Unterschiede

Gäbe es die Schalttage nicht, würden sich im Kalender die Jahreszeiten über die Jahr­hun­der­te massiv verschieben.

Auch der julianische Kalender, der bis zum 4. Oktober 1582 gültig war, kannte Schalttage. Aller­dings wurden sie so eingerichtet, dass ein julianisches Jahr gemittelt 365,25 Tage lang war. Weitere Korrekturen gab es nicht. Zwar erscheint die Abweichung auch hier gering, doch sie sum­mier­te sich bis zum Jahr 1582 derart auf, dass der astronomische Früh­lings­beginn im Jahr 1582 bereits am 11. März war, der kalendarische aber am 21. März an­ge­nom­men wurde.

Der julianische Kalender eilte dem Sonnenjahr voraus und schob sich immer weiter nach vorn. Der astronomische Frühlingsbeginn trat immer früher ein als erwartet Die Ab­wei­chung betrug im Jahr 1582 bereits zehn Tage. Diese zehn Tage wurden im Ok­to­ber 1582 durch die Kalenderreform gestrichen: Auf den 4. Oktober folgte der 15. Ok­to­ber 1582. Von nun an war der gregorianische Kalender, unser heutiger Kalender gültig.

Wäre der julianische Kalender weiterhin gültig geblieben, betrüge die Abweichung heute nicht mehr zehn Tage, sondern 13 Tage: Der astronomische Frühlingsbeginn 2020 würde auf den kalendarischen 7. März fallen, nicht auf den 20. März.

Das Problem des julianischen Kalenders war seine sture Regelmäßigkeit: Alle vier Jahre wur­de ein Schalttag eingefügt (und zwar durch die Verdoppelung des 24. Februars). Daraus er­gibt sich im Schaljahr-Zyklus von 4 Jahren die Rechnung (365+365+365+366)/4 = 365,25 Tage im Mittel.

In unserem heutigen (gregorianischen) Kalender wird die größere Genauigkeit gegenüber dem julianischen Kalender durch Sonderregeln erreicht.

 

Anmerkungen:

1) Die Zeit, die unsere Erde bei ihrer Reise um die Sonne benötigt (360°), heißt tropisches Jahr.

2) In vielen Publikationen wird der Wert »365,24219052 Tage« als Konstante für die durschnittliche tro­pi­sche Jahreslänge angegeben. Dieser Wert ist eine so genannte instantane Jahreslänge der modernen 360°-De­fi­ni­ti­on des Tropischen Jahres, ermittelt für den 1. Januar 2000. D. h. aus der Geschwindigkeit der Er­de am 1. Januar 2000 wurde eben diese Jahreslänge berechnet. Die instantane Jahreslänge ist jedoch nicht die wahre Umlaufzeit der Erde um die Sonne. Wären im Jahr 2000 (oder aus anderen Jahren) andere Ta­ge für die Berechnung gewählt worden, hätten sich andere Werte ergeben. Das Problem: Der Wert »365,24219052 Tage« weicht so stark von genaueren Berechnungen ab, dass sich daraus falsche Schlüsse für die Beurteilung der Genauigkeit von Kalendersystemen ergeben können.

Das Ziel der Kalenderreform 1582 war es, den astronomischen Frühlingsbeginn im Durchschnitt auf ei­nen fest­ge­leg­ten Tag im Kalender zu fixieren (21. März). Für Kalenderberechnungen ist daher die Zeit maß­geb­lich, die die Erde benötigt um sich auf der Umlaufbahn von Frühlingspunkt zu Früh­lings­punkt zu bewegen. Wir stützen uns auf eine Methode, in der das Tropische Jahr entsprechend be­rech­net wird und haben da­r­aus den angegebenen Mittelwert übernommen. Zu bedenken ist immer noch, dass konstante Größen zwangs­läu­fig über lange Kalenderzeiträume fehlerbehaftet sind. An dieser Stelle ge­nügt jedoch ein aus­rei­chend genauer Ver­gleichs­wert, um die Differenzen des Erdumlaufs zum Ka­len­der aufzuzeigen.
Die dazu auch →Wikipedia, Tropisches Jahr.

3) Berechnungen, die mit der instantanen Jahreslänge 365,24219052 arbeiten, erwarten den Ausfall des Schalt­tags zwischen den Jahren 4324 und 4813. Diese Annahme ist sehr wahrscheinlich falsch (siehe An­mer­kung 2. Wir folgen der Frühlingspunktmethode. Sie zeigt erst im 7. Jahrtausend so gro­ße Ab­wei­chun­gen des Kalenders, dass eine Schalttagkorrektur wahrscheinlich nötig würde.

Wichtig für unseren Kalender: Wir berücksichtigen mögliche Schalttagkorrekturen nicht. Wir gehen von heute gültigen Regeln und Zuständen aus. Je weiter Daten in un­se­rem Ka­len­der zurückliegen oder in die Zukunft reichen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für Ab­wei­chun­gen und Fehler, die sich aus ge­ge­be­nen Un­ge­nau­ig­kei­ten ableiten.

 
 
Hintergründig

 

Wann wird ein Schalttag eingefügt?

 

1 Die Schaltregel

Den 29. Februar gibt es als zusätzlichen Tag nur in ganz bestimmten Jahren. Um herauszufinden welche das sind, ist die dreistufige Schaltregel anzuwenden:

  • Regel 1: Ist eine Jahreszahl durch 4 ohne Rest teilbar, dann ist dieses Jahr ein Schaltjahr (z. B. 2106, 2020, 2024, 2028 ...).
  • Regel 2: Ist die Jahreszahl zwar durch 4 aber auch durch 100 jeweils ohne Rest teilbar, dann ist dieses Jahr kein Schaltjahr (z. B. 1800, 1900, 2100).
  • Regel 3: Ist die Jahreszahl zwar durch 4 und durch 100, aber auch durch 400 jeweils ohne Rest teilbar, dann ist dieses Jahr ein Schaltjahr (z. B. 1600, 2000, 2400).

 

2 Tabelle der Schaltjahre zwischen 1900 und 2100

Für alle, die nicht rechnen wollen, hier in der Übersicht alle Schalttage vom Jahr 1900 bis zum Jahr 2100.

 

Tabelle aller Schalttage
im 20. und 21. Jahrhundert

Schalttage im 20. Jahrhundert Schalttage im 21. Jahrhundert
1900 kein Schaltjahr! (Regel 2) 2000 →29. Februar 2000 (Regel 3)
1904 →29. Februar 1904 2004 →29. Februar 2004
1908 →29. Februar 1908 2008 →29. Februar 2008
1912 →29. Februar 1912 2012 →29. Februar 2012
1916 →29. Februar 1916 2016 →29. Februar 2016
1920 →29. Februar 1920 2020 →29. Februar 2020
1924 →29. Februar 1924 2024 →29. Februar 2024
1928 →29. Februar 1928 2028 →29. Februar 2028
1932 →29. Februar 1932 2032 →29. Februar 2032
1936 →29. Februar 1936 2036 →29. Februar 2036
1940 →29. Februar 1940 2040 →29. Februar 2040
1944 →29. Februar 1944 2044 →29. Februar 2044
1948 →29. Februar 1948 2048 →29. Februar 2048
1952 →29. Februar 1952 2052 →29. Februar 2052
1956 →29. Februar 1956 2056 →29. Februar 2056
1960 →29. Februar 1960 2060 →29. Februar 2060
1964 →29. Februar 1964 2064 →29. Februar 2064
1968 →29. Februar 1968 2068 →29. Februar 2068
1972 →29. Februar 1972 2072 →29. Februar 2072
1976 →29. Februar 1976 2076 →29. Februar 2076
1980 →29. Februar 1980 2080 →29. Februar 2080
1984 →29. Februar 1984 2084 →29. Februar 2084
1988 →29. Februar 1988 2088 →29. Februar 2088
1992 →29. Februar 1992 2092 →29. Februar 2092
1996 →29. Februar 1996 2096 →29. Februar 2096
    2100 kein Schaltjahr! (Regel 2)

 

 
Hintergründig

 

Wenn man am
29. Februar
geboren ist, wann wird man dann 18?

 

1 Gesetzliche Regelungen

In unseren Gesetzen gibt es Vorschriften, die an das Lebensalter gebunden sind. So stellt sich die Frage: An welchem Tag, wann werden Menschen 18 Jahre alt, wenn sie an einem 29. Februar geboren sind?

Denn dieses Jahr, in dem sie 18 Jahre alt werden, ist garantiert kein Schaltjahr. Den 29. Fe­bru­ar gibt es in diesem Jahr nicht.

Nun, auch das ist gesetzlich geregelt!

Ein Blick ins Bürgerliche Gesetzbuch (BGB)

 

 

Nach §187 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) wird der Fristbeginn beschrieben:

»(2) Ist der Beginn eines Tages der für den Anfang einer Frist maßgebende Zeitpunkt, so wird dieser Tag bei der Berechnung der Frist mitgerechnet. Das Gleiche gilt von dem Tage der Geburt bei der Berechnung des Lebensalters.«

Nach §188 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) wird das Fristende beschrieben:

»(2) Eine Frist [...] endigt [...] im Falle des § 187 Abs. 2 mit dem Ablauf desjenigen Tages der letzten Woche oder des letzten Monats, welcher dem Tage vorhergeht, der durch seine Benennung oder seine Zahl dem Anfangstag der Frist entspricht.«

Feststellung 1 (Fristbeginn):

Mit dem Geburtstag beginnt die Frist, unabhängig von der Uhrzeit, zu der die Geburt er­folgt ist.

Das neue Lebensjahr beginnt am 29. Februar. Doch nur in Schaltjahren! Denn maß­geb­lich ist nicht nur der Fristbeginn, sondern auch das Fristende.

Feststellung 2 (Fristende):

Die Frist, in diesem Fall das Lebensjahr, endet am Tag, der dem 29. Februar vorangeht, also am 28. Februar.

 

Insbesondere die zweite Feststellung ist hier bedeutend: Das Lebensjahr endet für Men­schen, die am 29. Februar geboren sind, immer am 28. Februar.

Der Fristbeginn für das neue Lebensjahr beginnt folglich mit dem Anfang des darauf fol­gen­den Tages: in Schaltjahren am 29. Februar, sonst am 1. März.

Rechtlich wird daher in Jahren, die kein Schaltjahr sind, der 1. März als Geburtstag ge­wer­tet.

Wer am 29. Februar geboren ist, wird an einem 1. März 18 Jahre alt werden.

 

Warum das Gesetz dies allerdings nicht einfach und direkt beschreibt, bleibt unklar. Vorstellbar wäre im §187 eine Erweiterung des Absatzes 2 etwa in der Art: Für Personen, die am 29. Februar geboren wurden, beginnt das neue Lebensjahr in Jahren, die kein Schaltjahr sind, mit Beginn des 1. März. - Ende.

 

2 Wann feiern? Wann gratulieren?

Aber wann feiert man Geburtstag? Wann gratuliert man jemandem, der am 29. Februar ge­bo­ren ist, in Jahren, die keinen 29. Februar kennen?

Der einfachste Weg ist es, sich an die gesetzliche Festlegung zu halten. Gratuliert wird dann am 1. März. Das ist keine »nachträgliche« Gratulation, denn der 1. März entspricht ge­setz­lich dem 29. Februar als Geburtstag.

Wer hingegen bereits am 28. Februar gratuliert – oft mit der Begründung: Ist doch ein Fe­bru­ar-Kind! –, ist zu früh dran, denn tatsächlich ist das aktuelle Lebensjahr an diesem Tag noch nicht vollendet.

 

3 Persönliche Freiheit

Allerdings bleibt es fern von gesetzlichen Regelungen selbstverständlich den Ge­burts­tags­kin­dern überlassen, festzulegen, wann sie feiern möchten und wann sie die Gra­tu­la­tio­nen erwarten. Das gilt nicht nur für Menschen, die am 29. Februar geboren wurden.

Berühmtestes Beispiel ist wohl das englische Königshaus. Queen Elizabeth II. wurde am 21. April 1926 geboren. Ihren Geburtstag feiert sie am 21. April jedoch nur im sehr kleinen Kreis. Die eigentliche Geburtstagsfeier findet stets am zweiten Sonntag im Juni statt. Eine Tra­di­ti­on, die einst King George II. im Jahr 1748 begründete.

 

 

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