Lesetext Mk 14,66-72

Perikopen aus der Lutherbibel von 1545

Symbol Biblia 1545

Perikopen nach der Leseordnung
der evangelischen Kirchen

Evangelium nach Markus

Mk 14,66-72

 

Text hören:

Sprecher: R. Makohl | Musik: ©Bluevalley, J.S. Bach
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Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. XIIII.

 

 

Verse 66 - 72

Petrus verleugnet Jesus

|| → Mt 26,69-75    || → Lk 22,55-62
|| → Joh 18,15-18    || → Joh 18,25-27

→ Mat. 26.

→ Luc. 22.

→ Joh. 18.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

PEt­rus war da nid­den im Pal­laſt / Da kam des Ho­hen­prie­ſters Meg­de ei­ne / 67vnd da ſie ſa­he Pet­rum ſich wer­men / ſchaw­et ſie jn an / vnd ſprach / Vnd du wa­reſt auch mit Jhe­ſu von Na­za­reth. 68Er leug­net aber vnd ſprach / Ich ken­ne jn nicht / weis auch nicht was du ſa­geſt. Vnd er gieng hi­n­aus in den Vor­hoff / vnd der Han kre­het. 69Vnd die Magd ſa­he jn / vnd hub aber mal an zu ſa­gen de­nen die da bey ſtun­den / Die­ſer iſt der ei­ner. 70Vnd er leug­net aber­mal. Vnd nach ei­ner klei­nen wei­le ſpra­chen aber­mal zu Pet­ro / die da bey ſtun­den / War­lich du biſt der ei­ner / Denn du biſt ein Ga­li­le­er / vnd dei­ne Spra­che lau­tet gleich al­ſo. 71Er aber fieng an ſich zu ver­flu­chen vnd ſchwe­ren / Ich ken­ne des Men­ſchen nicht / von dem jr ſa­get. 72Vnd der Han kre­het zum an­dern­mal / Da ge­dach­te Pet­rus an das wort / das Jhe­ſus zu jm ſag­te / Ehe der Ha­ne zwey­mal kre­het / wir­ſtu mich drey mal ver­leug­nen. Vnd er hub an zu wei­nen.

 

 

 

Gedanken zum Text

 

Evangelium nach Markus
Kapitel 16, Verse 1-8

Petrus verleugnet Jesus

Einleitung

Der Text Mk 14,66-72 erzählt von der drei­fa­chen Ver­leug­nung des Pe­t­rus, die un­mit­tel­bar nach Je­su Ver­haf­tung ge­schieht. Aus evan­ge­li­scher Sicht birgt die­ser Ab­schnitt tie­fe the­o­lo­gi­sche Be­deu­tung, die so­wohl die Schwä­che des mensch­li­chen Cha­rak­ters als auch die Gna­de und Ver­ge­bung Got­tes in den Vor­der­grund stellt.

Themen

1. Das Versagen des Petrus

Im Mittelpunkt steht das mensch­li­che Ver­sa­gen. Pe­t­rus, der zu­vor ver­si­chert hat­te, Je­sus nie­mals zu ver­ra­ten, tut dies in Mo­men­ten der Angst gleich drei­mal. Die­se Ver­leug­nung zeigt die Schwä­che und Zer­brech­lich­keit selbst der treu­es­ten Jün­ger. Das Evan­ge­li­um be­tont hier, dass nie­mand aus ei­ge­ner Kraft voll­kom­men treu sein kann, son­dern auf Got­tes Gna­de an­ge­wie­sen ist.

2. Jesu Vorwissen und Vergebung

Schon in → Markus 14,30 hat­te Je­sus Pe­t­rus vor­aus­ge­sagt, dass er ihn drei­mal ver­leug­nen wer­de, be­vor der Hahn zwei­mal kräht. Die­se Vor­aus­sa­ge hebt zwei Din­ge her­vor: Zum ei­nen, dass Je­sus das Herz je­des Men­schen kennt, und zum an­de­ren, dass er den­noch Ver­ge­bung an­bie­tet. Ob­wohl Je­sus die Schwä­chen des Pe­t­rus kann­te, lieb­te er ihn wei­ter­hin und ver­gab ihm spä­ter, wie → Jo­han­nes 21 zeigt.

3. Die Reue, die Umkehr und die Gnade

Der Hahnenschrei im letz­ten Vers sym­bo­li­siert ei­ne Auf­for­de­rung zur Um­kehr. Pe­t­rus er­kennt sein Ver­sagen, weint und be­reut sei­ne Tat. In der evan­ge­li­schen Theo­lo­gie wird be­tont, dass Reue und Um­kehr der ers­te Schritt zur Ver­ge­bung sind. Gott ist be­reit, je­dem zu ver­ge­ben, der ehr­lich be­reut, so wie Pe­t­rus nach die­sem Vor­fall wie­der in Je­su Gemein­schaft auf­ge­nom­men wur­de.

4. Die Botschaft für Christen

Für die heutige Gemeinde und für je­den ein­zel­nen Chris­ten un­ter uns bie­tet die­ser Text ei­ne wich­ti­ge Lek­ti­on: Wir al­le ha­ben Schwä­chen und kön­nen in Zei­ten der Not oder Ver­su­chung ver­sa­gen. Viel­leicht müs­sen wir das so­gar, um uns selbst zu schüt­zen. Wie Pe­t­rus aus ei­nem ge­wis­sen Selbst­schutz he­r­aus sei­ne Zu­ge­hö­rig­keit zum Kreis der Jün­ger leug­ne­te.

Doch Pe­t­rus wur­de den­noch zu ei­ner zen­tra­len Fi­gur in der Ver­brei­tung des Evan­ge­li­ums. Das zeigt die al­les ver­än­dern­de Kraft der Ver­ge­bung. Je­der Mensch ist zur Reue, zur Um­kehr und zur Ver­ge­bung fä­hig, und Got­tes Gna­de bleibt grö­ßer als un­ser Ver­sa­gen.

Zusammenfassung

Die Geschichte der Verleugnung des Petrus in Mk 14,66-72 zeigt aus evan­ge­li­scher Sicht den Kreis­lauf von mensch­li­chem Ver­sa­gen und der Mög­lich­keit zur Um­kehr durch Got­tes Gna­de.

Dort, wo Menschen sich am Glau­ben und an Gott ver­sün­digt ha­ben, also an an­de­ren Men­schen, be­darf es der Er­in­ne­rung da­ran, so wie der Evan­ge­list Mar­kus die­se Ge­schich­te über Pe­t­rus auf­ge­schrie­ben hat­te.

Es ist sicher gut und wich­tig, so, wie Pe­t­rus es tat, über un­ser Ver­sa­gen bit­ter­lich zu wei­nen, Reue zu zei­gen und um Ver­ge­bung zu bit­ten.

Dann, aber auch nur dann, dür­fen wir auf Got­tes Gna­de hof­fen.

 

 

Liturgiegeschichtliche Verwendung
Perikope Typ Tag
1531 - 1898  

Keine Verwendung an Sonntagen, Feiertagen und Gedenktagen

1899 - 1978  

Keine Verwendung an Sonntagen, Feiertagen und Gedenktagen

Lutherische Kirchen
1958-1978
 

Keine Verwendung an Sonntagen, Feiertagen und Gedenktagen

1979 - 2018  

Mk 14,66-72

Continuatext

→ Sonntag Judika

seit 2019  

Mk 14,66-72

Evangelium +
Reihe I

→ Tag des Gedenkens an die Novemberpogrome (9. November)

 

 

   Hörbuch-Videos

Petrus verleugnet Jesus (Mk 14,66-72)

Titelbild
Hörbuch-Video zur Biblia 1545

→Hörbuch-Video: Mk 14,66-72

Das Video zeigt die Ge­schich­te aus der Luther­bi­bel von 1545, in der Pet­rus sei­ne Zu­ge­hö­rig­keit zum Kreis der Jün­ger drei­mal ver­leug­net, vor­ge­le­sen von Reiner Makohl.

 

 

Sabrina

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SK Version 13.03.2025