Johannistag | Montag, 24. Juni 2019

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Wissenswertes zum Tag
24.6.2019 | JohannistagMontag
 
 

Johannistag

 
Symbol

Johannes der Täufer
(* 24. Juni 7 v.Chr.)

Symbol

Geburt Johannes des Täufers

Symbol

Lostag Johannis

 
DER Johannistag IN DEN JAHREN 2019 bis 2026
Festes Datum
24. Juni
     
  • Der Johannistag ist immer der 24. Juni eines Jahres.
 
Gedenken im Kirchenjahr

In unserem Kalender zum →evangelischen Kirchenjahr finden Sie den Artikel zum Tag der Geburt Johannes des Täufers:

Zum Artikel

Geburt Johannes des Täufers 2018/2019

24. Juni

Spruch, Psalm und die Textstellen für Bibellesungen und Predigten nach der Kirchenordnung in der Übersicht.

Mehr dazu in diesem Artikel.

Hintergründig
Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum) | Das Johanniskraut blüht um den Johannistag auf. | Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz: CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum) | Das Johanniskraut blüht um den Johannistag auf.
Aufgenommen am Johannistag 2014
Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

 

Johannistag

Der Johannistag (auch Johanni, Johannestag) ist der Gedenktag der Geburt Johannes des Täufers am 24. Juni. Er steht in enger Verbindung zur am 21. Juni stattfindenden Sommersonnenwende. Die Johannisnacht ist die Nacht auf den Johannistag, vom 23. auf den 24. Juni.

Verknüpft ist der Tag auch mit Festen im Zusammenhang mit der Sommersonnenwende und mit Brauchtum wie dem Johannisfeuer. Bedeutung erlangte er als Lostag in bäu­er­li­chen Kalendern.

Johanniskraut | Blut-Johanniskraut (Hypericum androsaemum) | Das Johanniskraut blüht um den Johannistag auf. | Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz: CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: Johanniskraut | Blut-Johanniskraut (Hypericum androsaemum) | Das Johanniskraut blüht um den Johannistag auf.
Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

 

Hintergründig

Der kirchliche Ursprung und das Geburtsdatum

Jesus Christus, seine Mutter Maria und Johannes der Täufer sind die einzigen drei Menschen, deren Geburtstage von der römischen Kirche gefeiert und als Hochfest begangen werden. Die Gedenktage der übrigen Heiligen sind meist ihre Todestage.

Der 24. Juni als Gedenktag für die Geburt ist bereits in der frühen Kirche festgelegt worden. Das Datum ist konstruiert und ergibt sich aus einer Angabe aus dem Lukas-Evangelium (→Luk 1,24-38), nach der Johannes sechs Monate vor Jesus Christus gezeugt worden ist und somit auch sechs Monate vor ihm geboren sein müsse. Ausgehend vom 24. Dezember (Geburt Jesu) ergibt sich somit der 24. Juni.

Wir geben an dieser Stelle eine sprachlich an die heutige Zeit angepasste Fassung wieder:

Das Evangelium nach Lukas

I. 26 - 38

 

Im sechsten Monat [der Schwangerschaft Elisabeths] wurde der Engel Gabriel in eine Stadt in Galiläa geschickt, nach Nazaret, 27zu einer Jungfrau, die mit einem Mann namens Joseph verlobt war, der von König David abstammte. Die Jungfrau hieß Maria.
28Der Engel trat zu ihr ein und sprach: »Sei gegrüßt, Du Begnadete. Der Herr ist mit Dir.«
29Sie erschrak sehr über den fremden Besuch und versuchte zu verstehen, was dieser Gruß bedeuten solle.
30Der Engel sprach zu ihr: »Fürchte Dich nicht, denn Du hast Gnade gefunden vor Gott. 31Pass auf! Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen und Du sollst ihn Jesus nennen. 32Dein Sohn wird groß sein: Sie werden ihn Sohn des Höchsten nennen. Gott der Herr wird ihm dem Thron seines Vorfahren Davids geben. Herrschen wird er über das Haus Jakob und über dessen Nachkommen in Ewigkeit. 33und seine Herrschaft wird nie enden.«
34Maria sprach zu dem Engel: »Wie soll das gehen? Ich bin Jungfrau und habe keinen Sex mit Männern.«
35Der Engel antwortete ihr: »Heiliger Geist wird über Dich kommen und die Kraft des Höchsten wird Dich überschatten. Darum wird auch das Kind, das geboren werden wird, heilig genannt werden, Sohn Gottes. 36Schau: Auch Elisabeth, Deine Verwandte, hat einen Sohn empfangen. Und das in ihrem Alter! Sie ist nun im sechsten Monat schwanger, obwohl sie alle für Unfruchtbar gehalten hatten. 37Bei Gott ist kein Ding unmöglich.«
38Maria antwortete: »Ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe, was Du gesagt hast.«
Und der Engel verließ sie wieder.

 

Lesen Sie diesen Text in der Bibel von 1545:
→Lukas 1,26-38

Das Geburtsjahr

Das in offiziellen Listen genannte Geburtsjahr 7 vor Christus ist ein Befund aus der Leben-Jesu-Forschung. Heute leiten Wissenschaftler aus mehreren historisch belegten Ereignissen ab, dass Jesus mit hoher Wahrscheinlichkeit im Jahr 7 v. Chr. geboren sei.

Hauptindizien dafür sind die Geschichten von den Weisen aus dem Morgenland (→Matthäus 2,1-8), vom Kindermord in Betlehem (→Matthäus 2,16-18) und vom Aufenthalt der Familie Jesu in Ägypten (→Matthäus 2,13-15.19-23). Dies alles geschah zu Lebzeiten von Herodes dem Großen, der (historisch eindeutig belegt) bereits im Jahr 4. v. Chr. starb.

Unter der Annahme, dass Jesus im Winter und Johannes der Täufer sechs Monate vor Jesus geboren sei, ergibt sich auch für ihn das Geburtsjahr 7 v. Chr.

Allerdings ist die Diskussion offen. So nehmen etliche Forscher an, dass Jesus im Frühjahr, nicht im Winter geboren sei. Indiz dafür sind u. a. astronomische Berechnungen einer seltenen Sternenkonstellation, die in der Jesus-Geschichte als »Stern von Bethlehem« (→Matthäus 2,9-12) ausgemacht werden könne. In diesem Fall müsste die Geburt von Johannes dem Täufer im Herbst 8 v. Chr. angenommen werden.

 

Hintergründig

Die Geschichte der Geburt Johannes des Täufers

Über die Geburt Johannes des Täufers berichtet der Evangelist Lukas im einem bemerkenswert langem Textabschnitt (→Luk 1,57-80).

Wir geben an dieser Stelle eine sprachlich an die heutige Zeit angepasste Fassung der Verse Lk 1,57-66 wieder:

Das Evangelium nach Lukas

I. 57 - 66

 

Für Elisabeth kam die Zeit, dass sie ihr Kind zur Welt bringen sollte. Dann war es so weit: Sie gebar einen gesunden Sohn. 58Die Nachbarn und Verwandten hörten davon, dass Gott der HERR so gnädig und barmherzig mit ihr war. Sie freuten sich sehr für sie.
59Am achten Tag kamen sie, um wie üblich den kleinen Jungen zu beschneiden. Dabei sollte ihm, wie es die Tradition verlangte, ein Name gegeben werden. Sie schlugen vor, es nach seinem Vater, Zachrias, zu benennen.
60Aber Elisabeth, seine Mutter, sprach: »Nein! Er soll Johannes heißen.«
61Da sprachen sie zu ihr: »Aber in deiner Verwandschaft ist doch niemand, der so heißt!«62Doch Elibath blieb stur. Da wandten sie sich an den Vater und fragten ihn, wie er den Jungen nennen lassen wollte.
63Zacharias, der verstummt war und nicht mehr sprechen konnte, forderte eine kleine Tafel. Auf die schrieb er: »Er heißt Johannes!«
64Und im selben Moment wurde seine Zunge gelöst und sein Mund öffnete sich. Zacharias konnte wieder sprechen. Und er lobte Gott den HERRN.
65Die Nachbarn, die dabei waren und das alles mitbekommen hatten, erschraken sehr und fürchteten sich. Doch sie behielten das, was sie gesehen und gehört hatten nicht für sich! Die ganze Geschichte wurde überall im Gebirge Judäas bekannt.66Alle, die davon hörten, staunten und wunderten sich. Sie schüttelten die Köpfe und sprachen: »Was wird nur aus diesem Jungen werden?« Denn sie fühlten tief in ihren Herzen: Die Hand Gottes des HERRN war mit ihm.

 

Lesen Sie diesen Text in der Bibel von 1545:
→Lukas 1,57-66

Johannisbeeren (Ribes rubrum) | Die ersten Sorten reifen um den Johannistag. | Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz: CC BY-SA
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Abbildung: Johannisbeeren (Ribes rubrum) | Die ersten Sorten reifen um den Johannistag.
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Hintergründig

Der Lostag
Johannis

Johannis | Ein Tag, der das kommende Wettergeschehen bestimmen soll | Grafik: © Sabrina | Reiner | SABRINA CREATIVE DESIGN | Lizenz CC BY-SA
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Abbildung: Johannis | Ein Tag, der das kommende Wettergeschehen bestimmen soll
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Wettersymbol

Lostage (auch Lurtage genannt), sind Tage im Kalender, deren Wet­ter­ge­sche­hen nach dem Volks­glau­ben das Wetter der fol­gen­den Tage, Wochen oder Mo­nate bestimmt.

Für die Landwirtschaft sind Kli­ma und Wet­ter ent­schei­den­de Fak­to­ren bei Tä­tig­kei­ten wie Aus­saat oder Ernte. Die Wet­ter­be­obach­tun­gen und Er­fah­run­gen der Bau­ern über Jahr­hun­der­te hin­weg führ­ten dazu, dass zu Los­ta­gen eine Viel­zahl an Bau­ern­re­geln ent­stan­den ist.

Ihr Sinn ist es, die Prognosen für land­wirt­schaft­li­che Er­fol­ge und gute Ern­ten zu ver­bessern. Zu be­den­ken ist, dass die Er­fah­run­gen mit dem Wet­ter immer re­gio­nal ge­prägt sind. In ver­schie­de­nen Land­stri­chen tre­ten un­ter­schied­li­che Aspek­te in den Vor­der­grund.

Wettersymbol

Die Lostage und das Wettergeschehen

Die Wetter­beobach­tun­gen und die Ver­wen­dung von Ge­dächt­nis­ta­gen als Mar­ken im Ka­len­der ge­hen ver­mut­lich auf eine sehr alte Tra­di­tion zu­rück. Der brei­ten Be­völ­ke­rung wa­ren die re­li­gi­ös be­stimm­ten Tage im Ka­len­der ge­läu­fi­ger als die nu­me­ri­schen Ta­ges­zäh­lun­gen. Zu­dem waren diese Tage über­re­gio­nal gül­tig und un­ab­hän­gig von den vie­len un­ter­schied­lichen Ka­len­dern, die im Um­lauf waren.

Mit der Ka­len­der­re­form und der Ein­füh­rung des gre­gor­iani­schen Ka­len­ders ver­scho­ben sich die Ge­dächt­nis­ta­ge der Hei­li­gen zu­sam­men mit den ab­so­lu­ten Ka­len­der­da­ten. Doch vie­le Bau­ern­re­geln stam­men aus der Zeit, in der die ju­lia­ni­schen Ka­len­der gül­tig waren. Heute lie­gen die Los­tage etwa zehn Tage spä­ter im Ka­len­der als im spä­ten Mittel­alter.

 

Soziale Absicherung und Gesundheit

Tat­säch­lich kann me­teo­ro­lo­gisch nur in we­ni­gen Fällen nach­ge­wie­sen wer­den, dass es Häu­fun­gen von gleich­ar­ti­gem Wetter­ge­sche­hen an be­stimm­ten Tagen in Mittel­eu­ro­pa gibt (meteo­ro­lo­gi­sche Sin­gu­la­ri­tät; Regel­fall für Wit­te­rungs­ver­hält­nisse).

Aber das spielt kaum eine Rolle. Die Men­schen führ­ten er­folg­reich Re­geln ein und hiel­ten sich daran, um in die­sem Fall gute Ern­ten mit ho­hen Er­trä­gen zu er­hoffen.

Hilfs­mittel, die wir heute im Gar­ten und in der Land­wirt­schaft ein­setzen, wie Schutz­folien und Ge­wächs­häuser, stan­den nicht zur Ver­fü­gung. Züch­tun­gen von Nutz­pflan­zen, die grö­ße­rer Käl­te trot­zen kön­nen, wa­ren un­be­kannt.

Mehr noch als heute hin­gen Ge­sund­heit und Le­ben am Er­folg lo­ka­ler Ernte­er­trä­ge.

Die Ein­fuhr von Le­bens­mit­teln im großen Stil, wie wir sie heute be­trei­ben, gab es nicht.

Selbst der klei­ne Gar­ten, für uns nur Zier­de und Frei­zeit­spaß, war für die Men­schen sehr oft über­le­bens­wich­tig.

In­so­fern hatten die al­ten Bau­ern­re­geln zu den Los­tagen ei­ne große Be­deu­tung für die ge­sund­heit­liche und so­zia­le Ab­siche­rung der Be­völke­rung.

 
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