Von Mensch zu Mensch

Christliche Ethik der Wertschätzung

Symbol Wissen

www.stilkunst.de

Von Mensch zu Mensch

Christliche Ethik der Wertschätzung

Die Würde jedes einzelnen Menschen ist unantastbar. Sie grün­det nicht in Leis­tung, Zu­ge­hö­rig­keit oder mo­ra­li­scher Über­ein­stim­mung, son­dern in der Gott­eben­bild­lich­keit je­des Men­schen. Die­se Wür­de geht je­der Be­wer­tung vor­aus und ent­zieht sich je­der Re­la­ti­vie­rung.

Christliche Nachfolge be­deu­tet, von Mensch zu Mensch zu den­ken, zu re­den und zu han­deln. Christ­li­che Ethik rich­tet sich auf das kon­kre­te In­di­vi­du­um und nicht auf ab­strak­te Grup­pen, Kol­lek­ti­ve oder Zu­schrei­bun­gen. Wo Men­schen nur noch als Teil ei­ner Grup­pe wahr­ge­nom­men wer­den, geht der ein­zel­ne Mensch ver­lo­ren.

Jede so­ge­nann­te „Grup­pe“ be­steht aus höchst un­ter­schied­li­chen In­di­vi­du­en. Ih­re Le­bens­ge­schich­ten, Fä­hig­kei­ten, Über­zeu­gun­gen und Ver­letz­lich­kei­ten un­ter­schei­den sich grund­le­gend. Christ­li­che Ver­ant­wor­tung darf die­se Un­ter­schie­de nicht ein­eb­nen, son­dern muss das Wohl je­des ein­zel­nen Men­schen im Blick be­hal­ten, un­ab­hän­gig von Her­kunft, so­zi­a­lem Sta­tus oder welt­an­schau­li­cher Nä­he.

 

Aus dieser Perspektive er­gibt sich ei­ne Theo­lo­gie der Wert­schät­zung. Sie meint mehr als blo­ße To­le­ranz. Wert­schät­zung ist die ak­ti­ve An­er­ken­nung des Wer­tes des an­de­ren Men­schen, auch dort, wo Nä­he, Zu­stim­mung oder Über­ein­stim­mung nicht mög­lich sind. Sie schließt Kri­tik nicht aus, ent­zieht sich je­doch je­der Ab­wer­tung.

Christliche Nächstenliebe ver­langt we­der To­le­ranz bis zur Selbst­auf­ga­be noch ei­nen nai­ven Pa­zi­fis­mus. Sie for­dert ver­ant­wor­tungs­vol­le Für­sor­ge, die Schutz, Be­gren­zung und kla­re Unter­schei­dung ein­schließt. Lie­be oh­ne Ver­ant­wor­tung wird be­lie­big, Ver­ant­wor­tung oh­ne Lie­be wird hart. Christ­li­che Ethik hält bei­des zu­sam­men.

Aus dieser Grundhaltung folgt eine kla­re Kon­se­quenz. Al­le Glau­bens­in­hal­te, Ri­tu­a­le, Tra­di­ti­o­nen und Leh­ren sind da­ran zu mes­sen, ob sie der per­so­na­len Be­geg­nung von Mensch zu Mensch die­nen. Wo re­li­gi­ö­se For­men Mens­chen über­ge­hen, ent­wür­di­gen oder funk­ti­o­na­li­sie­ren, ver­feh­len sie ih­ren Zweck, un­ab­hän­gig von ih­rer his­to­ri­schen, kul­tu­rel­len oder spi­ri­tu­el­len Auf­la­dung.

Diese Seite beschreibt keinen mo­ra­li­schen Ide­al­zu­stand. Sie be­nennt ei­nen Maß­stab. Christ­li­cher Glau­be bleibt an­ge­wie­sen auf Prü­fung, Kor­rek­tur und Ver­ant­wor­tung, im­mer neu, im­mer kon­kret und im­mer be­zo­gen auf den ein­zel­nen Men­schen.

Diese ethische Grund­hal­tung bil­det den Hin­ter­grund al­ler Tex­te auf Stil­kunst.de und prägt ihre theo­lo­gi­sche Aus­rich­tung im öf­fent­li­chen Raum.

 

Text | Grafik | Webdesign | Layout:

©by Reiner Makohl | Stilkunst.de

SK Version 14.02.2026