Jesus auf dem Weg nach Jerusalem
vorgelesen von Reiner Makohl
Jesus auf dem Weg nach Jerusalem
Die Bitte der Söhne des Zebedäus und Jesu Rede über die Pflicht der Ersten, zu dienen
Der Text Mk 10,35-45 handelt von der Bitte der Zebedäussöhne Jakobus und Johannes um Ehrenplätze im Reich Gottes, und von Jesu Antwort, die wahre Größe bestehe im Dienen, nicht im Herrschen.
Jakobus und Johannes bitten Jesus um die höchsten Ehrenplätze in seinem Reich. Dies ist Ausdruck des menschlichen Daseins, das in seiner natürlichen Existenz nach Sicherheit, Macht und Bedeutung strebt.
Menschen suchen oft Anerkennung und Selbstverwirklichung in äußeren Dingen wie Positionen, Erfolg, Prestige. Doch diese Fixierung auf das Äußere verstellt den eigentlichen Ruf Gottes zur wahren Existenz.
Jesus weist die Jünger darauf hin, dass wahre Größe nicht in Macht und Herrschaft liegt, sondern in der Bereitschaft, den »Kelch« zu trinken – also Leiden und Hingabe auf sich zu nehmen.
Sich nicht an weltliche Maßstäbe zu klammern, sondern das Leben im Vertrauen auf Gott zu führen, aber durchaus mit allen Konsequenzen, ist eine existenzielle Lebensentscheidung für gläubige Christen.
Jesus macht deutlich, dass wahre Größe nicht im Herrschen, sondern im Dienen liegt. Diese Umkehrung entspricht im theologischen Sinn einer authentischen Existenz: Der Mensch wird nicht durch äußere Werke oder gesellschaftliche Stellung vor Gott gerecht, sondern durch den Glauben als existenzielle Entscheidung.
Besonders wichtig ist Vers 45:
»Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.«
Hier ist der existentiale Ruf Jesu zu hören. Jesus ist das Beispiel der vollkommenen Hingabe und fordert den Menschen auf, aus seiner Selbstbezogenheit herauszutreten.
Wer sich an seine eigene Bedeutung klammert, verliert sich selbst. Wer aber sein Leben in den Dienst Gottes stellt, findet wahre Existenz.
Glaube keine Annahme von Dogmen oder das Einhalten äußerer religiöser Regeln. Es geht um immer um eine existenzielle Entscheidung. Es geht darum, die Forderungen Gottes gehorsam anzunehmen, um die Nähe und die Wirklichkeit Gottes im eigenen Leben erfahren zu können.
Jesus zeigt, dass der Weg des Glaubens nicht Selbstbehauptung, sondern gehorsame Hingabe und Vertrauen bedeutet.
Der Text Markus 10,35-45 zeigt, dass der Mensch zur Entscheidung gerufen ist:
Die wahre Existenz offenbart sich nicht in äußerlicher Größe, sondern in der Bereitschaft zu dienen und sich Gott anzuvertrauen.
Jesus auf dem Weg nach Jerusalem
Die Bitte der Söhne des Zebedäus und Jesu Rede über die Pflicht der Ersten, zu dienen
Geht es Dir nicht auch so? Wie oft streben wir nach Erfolg und Anerkennung, nach Lob und Beachtung? Jakobus und Johannes wollten im himmlischen Reich Gottes Ehrenplätze neben Jesus. Sie baten Jesus darum. Sie glaubten wohl, dass sie das vor allen anderen verdient hätten. Doch das war frech. Die anderen Jünger regten sich darüber zurecht auf. Aber Jesus blieb ruhig. Er antwortete allen: »Wer groß sein will, der sei euer Diener.«
Das widerspricht unserer gewohnten Sicht. Wir meinen, wer sich durchsetzt, gewinnt. Doch Jesus kehrt das um: Wahre Größe liegt im Dienen.
Immer wieder geht es in unserem Leben um existenzielle Entscheidungen, wie auch hier: Streben wir nach Zusagen, Sicherheiten, Vorteilen und Macht? Oder vertrauen wir auf Gott?
Glaube bedeutet, sich nicht vordrängeln wollen, andere nicht abwerten, indem man sich selbst für besser, wichtiger, klüger, wissender, intelligenter oder erhabener betrachtet.
Glaube bedeutet, dass jene, die es aufgrund von Besitztümern und Fähigkeiten tatsächlich sind, ihre Vorteile und ihre Überlegenheit zum Wohl der anderen nutzen, nicht für sich selbst.
Das sind echte Herausforderungen. Aber nur dies ist Weg, um überhaupt am Reich Gottes teilhaben zu können. Doch welchen Platz man darin einnimmt, entscheidet letztendlich nicht mal Jesus, sondern nur Gott allein.
Perikope | Typ | Tag |
---|---|---|
1531 - 1898 | ||
Keine Verwendung an Sonntagen, Feiertagen und Gedenktagen | ||
1899 - 1978 | ||
Mk 10,35-45 | 2. Evangelium | |
Lutherische Kirchen 1958-1978 | ||
Mk 10,32-45 | Marginaltext | |
1979 - 2018 | ||
Mk 10,35-45 | Evangelium + | |
seit 2019 | ||
Mk 10,35-45 | Evangelium + |
Frakturschrift ist nicht leicht zu lesen. Die Videos zeigen ausgewählte Texte aus der Lutherbibel von 1545, vorgelesen von Reiner Makohl.
Die Lutherbibel von 1545 ist mit ihrem Frakturzeichensatz nicht leicht zu lesen. Wir bieten Videos, in denen ausgewählte Perikopen aus den Sonn- und Feiertagsreihen vorgelesen werden.
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©2024 by Reiner D. Makohl | www.stilkunst.de
Bibeltexte: Dr. Martin Luther, Biblia, Wittenberg 1545
Zeichensätze der Frakturschriften, Typografie & Layout,
Video: Reiner D. Makohl
Sprecher: Reiner D. Makohl
Musik: ©Bluevalley, J.S.Bach, Präludium in C-Dur, Gitarre