Johannes 3,14-21

Das Hörbuch-Video zur Lutherbibel von 1545

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Hörbuch-Video zur Lutherbibel von 1545

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Hörbuch-Video

Jesu öffentliches Wirken

Aus dem Gespräch Jesu mit Nikodemus

[2. Teil]

Evangelium nach Johannes
3,14-21

vorgelesen von Reiner Makohl

 

 

 

Gedanken zum Text

 

Evangelium nach Johannes
Kapitel 3, Verse 14-21

Jesu öffentliches Wirken

Aus dem Gespräch Jesu mit Nikodemus

[2. Teil]

Einleitung

Der Text Johannes 3,14-21 beschreibt das Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus, einem Pharisäer und Mitglied des jüdischen Hohen Rates. In zweiten Teil dieses Gesprächs bezeichnet sich Jesus als das Licht und die Rettung der Welt.

Seine Aussage ist: Wer glaubt, hat ewiges Leben; wer nicht glaubt, bleibt im Dunkel der Verdammnis.

Inhalte und Botschaften:

Verse 14 und 15: Der Glaube als existentielle Entscheidung

Jesus sagt: »Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.«

Der Text beschreibt kein historisches Ereignis, in dem sich eine magische Heilsvermittlung entfaltet hat oder entfalten soll, sondern eine Herausforderung an den Menschen, sich existenziell neu auszurichten.

Die Erhöhung Jesu am Kreuz ist nicht einfach eine äußere Tatsache, sondern ein Ruf zur Entscheidung: Will ich mein Leben auf mich selbst oder auf Gott gründen?

Glaube ist keine Annahme von Dogmen, sondern ein Sprung ins Vertrauen. Wer glaubt, verlässt die Sicherheiten dieser Welt – Besitz, Kontrolle, Selbstgerechtigkeit – und öffnet sich für Gottes Licht.

Das »ewige Leben« ist dabei keine Belohnung nach dem Tod, sondern eine neue Existenzweise im Hier und Jetzt. Es ist ein Leben in Wahrheit, Freiheit und Vertrauen auf Gott.

Verse 16 bis 18:
Glaube als Entscheidung - Vom Dunkel ins Licht

1. Glaube als existenzielle Entscheidung

Johannes 3,16 beginnt mit den Worten: »Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.«

Der Text benennt keinen magischen Heilsautomatismus. Es geht nicht darum, eine Glaubensformel zu akzeptieren, um gerettet zu werden. Glaube ist eine existenzielle Entscheidung – eine bewusste Hinwendung zum Licht, zu einem neuen Sein.

2. Gericht als gegenwärtige Wirklichkeit

Vers 17 macht deutlich, dass Jesus nicht in die Welt gekommen ist, um sie zu richten, sondern um sie zu retten. Aber was bedeutet das?

Das Gericht kein zukünftiges, apokalyptisches Ereignis ist, sondern eine gegenwärtige Wirklichkeit. Wer glaubt, tritt ins Licht – wer nicht glaubt, bleibt in der Finsternis. Es geht um eine Entscheidung im Hier und Jetzt.

3. Der Mensch stellt sich selbst ins Gericht

In Vers 18 heißt es: »Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.«

Eine überrasche Aussage! Nicht Gott richtet den Menschen, sondern der Mensch richtet sich selbst, indem er sich für oder gegen Jesus entscheidet.

4. Fazit: Glaube als Begegnung mit dem Sinn des Lebens

Glaube ist keine religiöse Leistung, sondern ein existenzieller Sprung in das Vertrauen auf Gott. Es geht nicht um die Annahme von Dogmen und Glaubenssätzen, sondern um eine neue Lebensweise, die sich von Angst, Selbsttäuschung und Unwahrheit befreit.

Verse 19 bis 21:
Licht und Finsternis – Die Entscheidung des Menschen

Das Licht steht für die Offenbarung Gottes in Christus – ein Ruf zur Wahrheit und zum authentischen Leben.

Die Finsternis symbolisiert die Welt des Unglaubens, der Verlorenheit und der Selbsttäuschung.

Im Text heißt es: Die Menschen lieben die Finsternis mehr als das Licht, weil sie Angst vor der Wahrheit haben und Angst vor Strafe für ihre bösen Werke hätten. Dies ist ein grundlegend existentielles Dilemma des Menschen, das sich in allen Überlegungen über Gut und Böse wiederfindet. Aus der christlichen Sicht kann sich der Mensch entweder dem Licht (dem Glauben) zuwenden oder in der Dunkelheit (der Selbstgenügsamkeit, den Sünden, der Unwahrhaftigkeit) verharren.

 

Fazit

Der Text Johannes 3,14-21 vermittelt christliche Gewissheiten. Wer glaubt, hat ewiges Leben; wer nicht glaubt, bleibt im Dunkel der Verdammnis. Hierin Jesus zu glauben und seine Werke »im Licht« zu tun, bedeutet, in der Begegnung mit Christus die eigene Existenz anzunehmen und im Glauben eine neue Lebensweise zu finden.

Es geht nicht darum, Jesus formelhaft als Herrn zu akzeptieren, sondern um die existenzielle Entscheidung der Nachfolge, so gut es möglich ist. Die wird sichtbar in einem »Leben im Licht«.

 

 

 

 

Kleiner Entwurf für eine Predigt

 

 

Evangelium nach Johannes
Kapitel 3, Verse 14-21

Jesu öffentliches Wirken

Aus dem Gespräch Jesu mit Nikodemus

[2. Teil]

Glaube ist eine existentielle Entscheidung

An Dich!

Was bedeutet Glaube? Ist es ein bloßes Für-wahr-Halten von Sätzen, eine religiöse Weltanschauung? Oder ist es etwas ganz anderes – eine existenzielle Entscheidung?

Jesus sagt: »Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.« (Joh 3,14-15).

Diese Worte fordern uns heraus. Sie sprechen nicht von einem magischen Heilsgeschehen, das unabhängig von uns wirkt. Sondern sie rufen uns auf, unser eigenes Leben zu hinterfragen: Wo stehe ich? Worauf vertraue ich? Bin ich bereit, mich neu auszurichten?

Glaube ist nicht das Annehmen von religiösen Dogmen, sondern ein existenzieller Sprung in die Wahrheit Gottes.

Es geht darum, unser Vertrauen nicht auf die Sicherheiten dieser Welt zu setzen – Besitz, Status, Macht – sondern auf die Liebe und Gnade Gottes.

Jesus spricht von Licht und Finsternis. Licht bedeutet: Ein Leben in Wahrheit und Freiheit. Finsternis bedeutet: Verhaftet sein in Angst, Selbsttäuschung und Egoismus.

Wer glaubt, tritt aus der Finsternis ins Licht. Das ist keine äußere Entscheidung, sondern eine innere Umkehr – ein neuer Blick auf die Welt und auf uns selbst.

Gott richtet nicht, sagt Jesus. Das Urteil über unser Leben fällen wir selbst, indem wir uns für oder gegen das Licht entscheiden. Glaube ist nicht blinder Gehorsam, sondern ein mutiger Schritt in die Offenheit Gottes.

Wir müssen und brauchen also nicht auf ein Heil warten, das von außen kommt, und nicht auf ein Heil, das erst in der Auferstehung wahr wird.

Der Glaube ist als eine Aufforderung zu verstehen, hier und jetzt in Wahrheit und Freiheit zu leben. Das ist das ewige Leben im Reich Gottes – nicht irgendwann, sondern heute.

 

 

Liturgiegeschichtliche Verwendung
Perikope Typ Tag
1531 - 1898  

Joh 3,16-21

Evangelium

→ 2. Tag des Pfingstfestes: Pfingstmontag

1899 - 1978  

Joh 3,16-21

Evangelium

→ 2. Tag des Pfingstfestes: Pfingstmontag

Lutherische Kirchen
1958-1978
 

Joh 3,16-21

Reihe I

→ Pfingstmontag

1979 - 2018  

Joh 3,16-21

Reihe III

→ Gottesdienst zur Christvesper
24. Dezember

seit 2019  

Joh 3,14-21

Evangelium +
Reihe I

→ 2. Sonntag der Passionszeit: Reminiszere

 

 

SprüchE: Liturgiegeschichtliche Verwendung

VERSE AUS DEM TEXT IN LITURGISCHEN TAGES- UND WOCHENSPRÜCHEN

Vers / Typ Text Tag
1531 - 1898  

Keine Verwendung an Sonntagen, Feiertagen und Gedenktagen

1899 - 1978  

Keine Verwendung an Sonntagen, Feiertagen und Gedenktagen

Lutherische Kirchen
1958-1978
 

Joh 3,14b.15

Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

Wochenspruch

→ Palmsonntag: Der 6. Sonntag in der Fasten

Joh 3,16

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Spruch zum Tag

→Tag der Kreuzigung des Herrn: Karfreitag

Spruch zum Tag

→Karsamstag

1979 - 2018  

Joh 3,14b.15

Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

Wochenspruch

→ Palmsonntag: Der 6. Sonntag der Passionszeit

Joh 3,16

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Spruch zum Gottesdienst

→Tag der Kreuzigung des Herrn: Karfreitag

Spruch zum Gottesdienst

→Vesper am Karfreitag

Spruch zum Tag

→Karsamstag

seit 2019  

Joh 3,14b.15

Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

Wochenspruch

→ Der 6. Sonntag der Passionszeit: Palmsonntag

Joh 3,16

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Spruch zum Gottesdienst

→Tag der Kreuzigung des Herrn: Karfreitag

Spruch zum Gottesdienst

→Vesper am Karfreitag

Spruch zum Tag

→Karsamstag

 

 

Übersichten der verfügbaren Hörbuch-Videos
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Frakturschrift ist nicht leicht zu lesen. Die Videos zeigen ausgewählte Texte aus der Lutherbibel von 1545, vorgelesen von Reiner Makohl.

 

 

Zum Gebrauch

Die Lutherbibel von 1545 ist mit ihrem Frakturzeichensatz nicht leicht zu lesen. Wir bieten Videos, in denen ausgewählte Perikopen aus den Sonn- und Feiertagsreihen vorgelesen werden.

Wir empfehlen, die Videos im Vollbildmodus zu genießen.

 

 

Credits zum Video:

©2024 by Reiner D. Makohl | www.stilkunst.de

Bibeltexte: Dr. Martin Luther, Biblia, Wittenberg 1545
Zeichensätze der Frakturschriften, Typografie & Layout,
Video: Reiner D. Makohl

Sprecher: Reiner D. Makohl
Musik: ©Bluevalley, J.S.Bach, Präludium in C-Dur, Gitarre

 

 

Text | Grafik | Webdesign | Layout:

©by Reiner Makohl | Stilkunst.de

SK Version 14.09.2026