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GOTT ſey uns gnädig, gütig und barmherzig,
und gebe uns ſeinen göttlichen Segen,
er laſſe uns alleſamt ſein Antlitz leuchten,
und gebe uns ſeinen zeitlichen und ewigen Frieden.
Amen.
HErr, allmächtiger GOtt und himmliſcher Vater,
ich danke dir vom Grunde meines Herzens für alle deine Güte und Wohlthat,
die du mir heute dieſen Tag ſo väterlich erzeiget,
und vor allem Übel mich friſch und geſund behütet haſt.
Und bitte dich ferner, als dein liebes Kind,
du wolleſt mich bey deinem allein ſeligmachenden Wort bis an mein letztes Seufzen gnädiglich erhalten,
und mein Herz mit deinem Heiligen Geiſt erleuchten,
daß ich möge erkennen, was gut oder böſe iſt,
und wolleſt alle meine Sünde,
ſo ich wiſſentlich oder unwiſſentlich gethan habe,
auch die verborgenen Fehler
durch deine Barmherzigkeit vergeſſen,
und mir die künftige Nacht eine Chriſtliche Ruhe verleihen,
daß ich friſch und geſund zu deinem Lobe wieder aufſtehen möge.
Hilf auch, lieber Vater!
daß ich durch deine Gnade ein neu, dir wohlgefällig Leben anfange,
zu meiner Seelen Seligkeit,
im Jeſu Chriſto, deinem lieben Sohn,
unſerm einigen Helfer.
Amen.
O HErr JEſu Chriſte !
Bedecke mich in dieſer Nacht mit deiner Güte,
umfaſſe mich mit deiner Barmherzigkeit,
daß meine Seele und Leib,
Hab und Gut,
vor meinen Feinden geſichert ſey.
Amen !
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Beten! – Was riskieren wir schon dabei? Nichts. Was kostet es uns, außer einigen Minuten Zeit, die wir vermutlich anderweitig kaum besser genutzt hätten?
Die Macht des Betens! – das klingt kompliziert! Ja, Gebete sind nicht nur Worte. Sie erwarten viel Engagement von Ihnen. Man muss sogar über den eigenen Schatten springen können. Und man muss dran bleiben. Nicht nur reden, handeln! Aber womöglich ist es genau das, weshalb viele nicht an die Macht des Betens glauben: Sie nehmen das Gebet nicht ernst. Sie können nicht erfahren, wie es wirkt. Können Sie es?
Das Gebet ist die Begegnung mit Gott. Es ist neben Bitten und Danken ein Ort der Selbstreflexion. Das ICH dominiert die Begegnung mit dem sich nähernden Gott.
Im Leben evangelischer Christen ist das Gebet von größter Bedeutung. Es ist die Kommunikation mit Gott. Diese Kommunikation ist Ausdruck des christlichen Glaubens im Sinne einer gelebten Beziehung zwischen Mensch und Gott. Das Gebet ermöglicht eine tiefe, sehr persönliche Begenung mit Gott aus dem eigenen ICH heraus.
Quelle der Gebetstexte :
Sammlung einiger erwecklichen Gebete, Morgens und Abends auf jeden Tag in der Woche, desgleichen beym Gottesdienst in der Kirche, sodann bey der Beichte und Communion; ferner um Glück und Segen zur Berufs-Arbeit, um Trost in Kreuz und Trübsal, wie auch bey schwerem Donnerwetter, und letztlich in Todesnöthen, fruchtbarlich zu gebrauchen.
Mit Königl. Preuß. und Churfürstl. Brandenb. allergnädiger Freyheit. Magdeburg, im Faber´schen Verlag. [1817, 1851].
Bildnachweis:
Grafik: Evangelische Gebete
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