Gott braucht Raum im Menschen

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Gott braucht Raum

Gott in sich selbst zulassen

 
Evangelisch Christsein
 

Reiner Makohl

Erstveröffentlichung: 5. Mai 2026
Letztes Update: 23. Oktober 2026

 

📖 Lesezeit für den Text: ca. -- Minuten.

Gott braucht Raum im Menschen.

Gott ist in uns. In jedem Menschen. Von Anfang an.
Wir tragen etwas von ihm in uns, vom Anfang unseres Lebens bis zu unserem Tod. Er nimmt Anteil an allem, was wir erleben, auch an unserem Leid und an unserem Sterben. Er will aktiv sein, will sichtbar werden.
Doch dafür braucht Gott Raum in uns. Sind wir bereit, ihm diesen Raum zu geben?
Evangelisch Christsein meint: in sich diesen Raum schaffen – so gut es eben geht.

Video: © 2026 by Reiner Makohl
Musik: © Bluevalley, »Fury«
Sprecher: KI-Stimme

 

Gott braucht Raum im Menschen

 

Gott ist in uns

Gott ist in jedem Menschen. Von Anfang an. Wir tragen etwas von ihm in uns, unabhängig davon, ob wir an ihn glauben, ihn wahrnehmen oder nach seinem Willen leben.

Gott nimmt Anteil an unserem Leben. Er freut sich mit den Glücklichen und leidet mit den Leidenden. Und wenn ein Mensch stirbt, stirbt mit ihm auch etwas von Gott. Das bedeutet nicht, dass Gott selbst tot wäre. Es bedeutet, dass mit jedem Menschenleben etwas Einmaliges verloren geht, an dem Gott selbst Anteil hatte.

Gott ist selbst im Sterben in uns und lässt auch im Tod nicht von uns.

Doch Gott will mehr, als unser Leben mit uns zu teilen. Er will in uns wirksam werden. Er will, dass sein Wille unser Denken, Reden und Handeln prägt.

Dafür braucht er Raum.

 

 

Wenn das eigene ICH Gott verdrängt

Wir erleben täglich, wie Menschen miteinander umgehen. In Gesprächen, in sozialen Netzwerken, in politischen Auseinandersetzungen und manchmal sogar innerhalb der eigenen Familie.

Da werden Menschen pauschal verurteilt, beschimpft und ausgegrenzt. Fremde werden zu Feinden erklärt. Aus Vorurteilen werden vermeintliche Wahrheiten. Wer anders denkt, anders glaubt oder anders lebt, wird herabgesetzt.

Manchmal reicht schon eine Schlagzeile, um Wut auszulösen. Ein böser Kommentar findet Zustimmung, eine Beleidigung wird weitergetragen, eine Lüge tausendfach wiederholt. Und irgendwann erscheint es ganz selbstverständlich, über andere Menschen zu reden, als hätten sie weniger Würde und weniger Rechte.

Auch in den Menschen, die das tun, ist Gott gegenwärtig.

Aber welchen Raum lassen sie ihm?

Wo Neid, Hass, Menschenverachtung und Gewalt das Denken bestimmen, wird Gottes Wille verdrängt. Das eigene ICH beansprucht den Platz, den Gott in unserem Leben haben sollte.

Und gerade weil Gott in jedem Menschen gegenwärtig ist, betrifft solche Menschenverachtung mehr als nur das Verhältnis zwischen Täter und Opfer. Wer einen anderen Menschen erniedrigt, verachtet auch etwas von Gott, das in diesem Menschen lebt.

 

 

Gott Raum geben braucht Mut

Hass und Menschenverachtung gewinnen nicht allein durch jene Einfluss, die sie verbreiten. Sie breiten dort aus, wo ihnen niemand widerspricht.

Wer erlebt, dass andere Menschen beleidigt, bedroht oder ausgegrenzt werden, steht vor einer Entscheidung. Man kann wegsehen, schweigen, mitmachen oder widersprechen. Auch das eigene Verhalten hat Folgen.

Nicht jeder kann immer und überall eingreifen. Manchmal fehlen die Möglichkeiten, manchmal auch die Kraft. Doch wo wir handeln können, tragen wir Verantwortung für das, was wir tun – und für das, was wir unterlassen.

Gott Raum zu geben, bedeutet auch, einem Menschen beizustehen, einer Lüge zu widersprechen oder einer menschenverachtenden Behauptung entschieden entgegenzutreten. Es bedeutet ebenso, sich nicht von der Wut anderer anstecken zu lassen. Und es bedeutet, die Meinungen, Aussagen und Handlungen anderer am Willen Gottes zu messen.

Das verlangt nicht selten Mut. Besonders dann, wenn Widerspruch unbequem ist, wenn er Ablehnung und Anfeindungen hervorruft oder wenn die eigene Umgebung lieber schweigen möchte.

 

 

Was wir tun, zeigt, wem wir Raum geben

Jesus hat einen einfachen Maßstab genannt: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Matthäus 7,16).

Es kommt darauf an, was unser Denken, Reden und Handeln hervorbringt. Was folgt daraus für andere Menschen? Werden sie geschützt oder bedroht? Erfahren sie Achtung oder Verachtung? Werden sie unterstützt oder ausgegrenzt?

In Matthäus 25 verbindet Jesus unser Verhalten gegenüber Menschen in Not unmittelbar mit unserem Verhältnis zu ihm.

Daran müssen sich unsere religiösen Überzeugungen messen lassen. Fromme Worte, Bekenntnisse und Gebete allein sagen wenig darüber aus, welchen Raum wir Gott tatsächlich geben.

Wer sich zum christlichen Glauben bekennt, zugleich aber andere Menschen verachtet oder zu Opfern seiner Meinung, einer gesellschaftlichen Gesinnung, wirtschaftlicher Interessen oder einer politischen Ideologie macht, ist kein Christ im Sinne Jesu, der christlichen Bekenntnisse und der christlichen Ethik. Daran ändern weder sein Glaubensbekenntnis noch sein Taufschein oder seine Kirchenmitgliedschaft etwas.

Nicht überall, wo Christ draufsteht, ist Christ drin.

 

 

Evangelisch Christsein heißt, Gott Raum geben

Gott ist längst in uns. Aber wir müssen ihm Raum geben, damit sein Wille durch uns wirksam werden kann.

Das beginnt in unserem Denken. Mit der Bereitschaft, andere Menschen als Menschen wahrzunehmen, ihre Würde zu achten und das eigene Urteil zu hinterfragen.

Es setzt sich in unserem Reden fort. Mit Worten, die der Wahrheit verpflichtet sind, die Unrecht benennen und Menschen nicht herabwürdigen.

Und es zeigt sich in unserem Handeln. Dort, wo wir Verantwortung übernehmen, Menschen schützen, Hilfe leisten oder dem Unrecht entgegentreten.

Niemandem gelingt das immer. Wir alle haben unsere Schwächen, unsere Vorurteile und unsere Grenzen.

Doch wir können daran arbeiten.

Evangelisch Christsein meint: in sich diesen Raum schaffen – so gut es eben geht.

Damit Gott in uns nicht nur gegenwärtig ist, sondern durch uns in dieser Welt wirksam werden kann.

 

 

 

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Zitationshinweis

Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Beitrags die URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.

Beispiel:
Reiner Makohl, Christsein im Alltag: Gott braucht Raum im Menschen., in: Stilkunst.de,
abgerufen unter:
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