Vierter Sonntag des Advent
Sonntag, 20. Dezember 1676

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Titel: Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett
20.12.1676 | Vierter Sonntag des Advent
Sonntag
 

Kirchenjahr 1676/1677

Vierter Sonntag
des Advent

 

 
 
Bewegliches Datum
4. Advent zwischen dem 18. Dezember und dem 24. Dezember
  • Mit dem ersten Sonntag des Advent begann das neue Kirchenjahr 1676/1677.
  • Die →Adventszeit umfasst die vier Sonntage vor dem →ersten Weih­nachts­tag. Sie beginnt immer am 1. Advent und endet an →Heiligabend.
  • Der frühest mögliche Termin für den vierten Adventssonntag ist der 18. Dezember. In diesem Fall wird Heiligabend ein Samstag sein.
  • Der spätest mögliche Termin ist der 24. Dezember, Heiligabend.
 
Symbol: Abstand zum Christfest
 

Der Name Advent

 

Adventus Domini

Der Name Advent stammt aus dem Lateinischen und meint Ankunft (lat. adventus). Der vollständige lateinische Name lautet Adventus Domini ( »Ankunft des Herrn«) und bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Hochfest der Geburt von Jesus von Nazaret, auf Weihnachten, vorbereitet.

Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als Menschwerdung Gottes. Zugleich erinnert Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen.

 

Die Adventszeit

 

Praeparatio adventus Domini

Der lateinische Ausdruck praeparatio adventus Domini meint Vorbereitung der Ankunft des Herrn und bezeichnete bereits in der frühen Kirche das, was wir heute Adventszeit nennen.

Zunächst wurde die Adventszeit als Fastenzeit vor →Epiphanias (6. Januar) bzw. vor Weihnachten verstanden. Vermutlich seit dem 6. Jahrhundert wird die Adventszeit auch liturgisch im Messfeiern begangen. Anfangs schwankte die Zahl der Tage und damit die Zahl der Sonntage in der Adventszeit. Erst im 6. Jahrhundert wurden vier Adventssonntage vor Weihnachten durch Papst Gregor dem Großen (540 - 604) festgelegt.

 
Alternativer Artikel zum 4. Advent

Während wir an dieser Stelle den 4. Adventssonntag aus der Sicht des evangelischen Kirchen­kalen­ders beleuchten, finden Sie allgemeine Informationen und Gedanken in diesem Artikel:

Zum Artikel

4. Advent 1676

Schenken und beschenkt werden, »sich auf den Weg machen«, um die Geschenke zu überbringen. Der Besuch drückt aus, wie groß Freude, Respekt und Wertschätzung sind.

Mehr darüber in diesem Artikel.
Titel Gottesdienstliche Ordnung
Symbol Evangelisch

Vierter Sonntag
des Advent

Gottesdienstliche Ordnung

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett

Violett

 

Nach altkirchlicher Textordnung

 

überwiegend gültig in den Jahren 1530/1531 bis 1897/1898

 

Thema des Sonntags

( nach dem Episteltext Phil 4,4-7 )

 

Freut euch! Der Herr iſt nahe

 

 

Spruch für die Woche

 
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Meine Seele erhebt den HERRN. Vnd mein Geiſt frewet ſich Gottes meines Heilandes.

→Lk 1,46.47

Pſalm
19
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 19

 

Hinweis: Der Spruch ist an dieser Stelle der Lutherbibel von 1545 entnommen und kann sich daher in Formulierung und Schreibweise geringfügig unterscheiden von Veröffentlichungen in Perikopenordnungen oder Gesangbüchern der jeweiligen Zeit.

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt*

 
Lesung Text für die Lesung
Epistel VerweisPhil 4,4-7
Evangelium VerweisJoh 1,19-28
   

 

Erläuterungen zu den Perikopen

Mit der Reformation änderte sich die Bedeutung der Lesungen und der Predigt in der Kirche grundlegend. Gab es vorher keine oder nur eine sehr lose Bindung der Perikopen an die Messe, so war für Luther nun re­gel­mäßig die Evangelienperikope Grundlage der Predigt im sonntäglichen Hauptgottesdienst (Vor­mit­tags), an diesem Tag also VerweisJoh 1,19-28.

Im Fokus der Predigt stand jetzt als Teil der Verkündigung die Auslegung des Evangeliums.

Die Epistelperikope war als Predigttext empfohlen für den Gebrauch im Gottesdienst am Nachmittag bzw. Abend. (siehe dazu auch Luthers Schrift →Von der Ordnung des Gottesdienstes in der Gemeinde, 1523, Über den Sonntagsgottesdienst).

Die Reihe der Epistelperikopen enthielt (anders als heute) auch Texte aus dem Alten Testament. Es gab keine spezielle Reihe für Lesungen aus dem Alten Testament.

Doch die Pfarrer und Prediger waren zunächst nicht nur frei darin, einen biblischen Text für die Predigt zu wählen, sondern geradezu aufgefordert, die Predigt an den Bedürfnissen der Gemeinde und an der geübten Praxis auszurichten.

In den meisten Kirchen wurden nahezu täglich Gottesdienste geboten (die in unseren Kalendern z. Z. nicht abgebildet sind). An Sonn- und Feiertagen konnten gleich mehrere Gottesdienste und Messen stattfinden. Hier entwickelten sich Leseempfehlungen für jeden Wochentag, in Summe also für jeden Tag des Kirchenjahres.

Von Bedeutung war auch die protestantische Ausrichtung der Gebietskirche: lutherisch, reformiert und uniert. Unterschiede zeigten sich in der Liturgie und damit im Verständnis der Predigt als Teil der Verkündigung.

Luthers allgemeinen Empfehlungen in seinen Schriften folgten etwa ab 1560 vereinzelt Ansätze, eine gewisse verbindliche Textordnung für Pfarrer und Gemeinden zu gestalten. Dies geschah jedoch zaghaft und zögerlich angesichts der bestehenden Meinungsvielfalt und angesichts der Lage der Entscheidungshoheit, die nicht in der Kirche, sondern beim Landesfürsten angesiedelt war. Zunächst gab es auch keinen hinreichenden Bedarf für neue Regelungen: Gottesdienst war selbstverständlich und die Bevölkerung nahm rege teil. Doch spätestens im Zeitalter der Aufklärung, als ein deutlicher Rückgang christlichen Engagements in der Bevölkerung zu erkennen war, die Zahl der Gottesdienstbesucher stetig abnahm und etliche unterwöchige Gottesdienste und Messen gestrichen wurden, trat die Notwendigkeit deutlich hervor, das Gottesdienstverständnis und die Gottesdienste des Kirchenjahres zu überdenken.

Dies führte vielfach schon früh und speziell im 19. Jahrhundert zu zahlreichen unterschiedlichen Durchführungen, Vorschlägen und Erprobungen, bis sich 1896 die Eisenacher Konferenz als reichsweite Konferenz der deutschen Landeskirchen mit der Idee einer allgemein gültigen Textordnung beschäftigte und schließlich eine Perikopenordnung beschloss, die ab 1898/1899 allen evangelischen Landeskirchen zur Umsetzung empfohlen wurde.

Es ist derzeit an dieser Stelle nicht möglich, für die Jahre 1530/1531 bis 1898/1899 Textordnungen darzustellen, die über die altkirchlichen Perikopen für die Lesungen und Predigten hinaus gehen. Wir sind uns dabei bewusst, dass diese Perikopen regional und zeitlich begrenzt keine Bedeutung hatten.

 

HERR thu meine Lipppen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Menſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Wir beschränken uns in den weit zu­rück­lie­gen­den Jahren auf Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen, die über­wie­gend in Ge­brauch oder empfoh­len wa­ren.

Zu bedenken ist, dass es zu keiner Zeit (und das bis heute) eine ein­heit­li­che evan­ge­li­sche Kir­che in Deutsch­land gab. Das führte zu zahl­rei­chen Ord­nun­gen ver­schie­de­ner Landes-, Gebiets- und Frei­kir­chen, die neben­ein­an­der be­stan­den. Das schlug sich nie­der in de­ren Ge­stal­tung der Gottes­dienste.

Durch den Rückblick ist zu­min­dest sche­men­haft er­kenn­bar, wie sich die Ver­wen­dung der bib­li­schen Texte in evan­ge­li­schen Gottes­diensten im Lau­fe der Zeit ver­än­der­te. Dies er­laubt auch Rück­schlüsse auf jene Zeit und auf die Men­schen, die als Gottes­dienst­be­su­cher Em­pfän­ger der bib­li­schen Bot­schaf­ten waren.

Dadurch, dass es in­zwischen neue Ord­nun­gen für die Ver­wen­dung von Sprüchen, Psalmen, Bibel­tex­ten und Lie­dern gibt, sind die alten Ord­nun­gen zwar li­tur­gisch über­holt, aber in­halt­lich des­we­gen kei­nes­wegs falsch.

 

Selbst lesen, selbst urteilen

Wir möchten Sie daher aus­drück­lich da­zu er­mun­tern, die in alter Zeit ver­wen­de­ten Text­stellen ein­mal in Ihrer Bibel zu lesen und sie auf diese Weise in Ihre per­sön­liche Ge­gen­wart zu holen. Nur so kön­nen Sie er­grün­den, ob das, wo­rauf sich Pfarrer vor hun­der­ten von Jahren in Gottes­dienst und Pre­digt stützen, auch noch heute aktu­ell ist. Aktu­ell für Sie ganz per­sönlich.

 

Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe der Lutherbibel von 1545

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
 
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