3. Ostertag

Dienstag, 8. April 1890

Der Tag im Kalender

Der Tag im Jahreskalender

8.4.1890 | 3. Ostertag | Tag nach Ostermontag
Dienstag
 

Ostern
3. Ostertag

 
 
Symbol

3. Ostertagtag

3. Tag des alten →Triduum Paschale

Dienstag der Osteroktav

 

Kalenderblätter
 
Bewegliches Datum
Osterdienstag zwischen dem 24. März und dem 27. April
 
  • historischer katholischer Festtag
  • Dienstag nach →Ostersonntag
  • Bildet zusammen mit Ostersonntag (1. Ostertag) und Ostermontag (2. Ostertag) im Mittelalter bis in die späte Neuzeit das →Triduum Paschale, das Fest der Auferstehung
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der Osterdienstag liegt zwischen
    dem 24. März und dem 27. April eines Jahres
Symbol: Abstand zum Osterfest
 
  • Zwei Tage nach Ostern
  • am 3. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag

 

Hintergründig

Hintergründig

Symbol Katholisch

 

Ostern

Der 3. Ostertag

Ein historischer Festtag

 

1 Der 3. Ostertag in der katholischen Kirche

Ab dem Mittelalter er­scheint in kirch­li­chen Schrif­ten der 3. Os­ter­tag, der dem Os­ter­mon­tag un­mit­tel­bar folgt (Os­ter­diens­tag).

Er war in der Re­gel ar­beits­frei, wie es der Os­ter­mon­tag bis heu­te ist.

Ursprünglich um­fass­te die ar­beits­freie Zeit zwei Wo­chen: die Kar­wo­che und die da­rauf fol­gen­de Oster­wo­che. Spä­ter wur­de die­se Zeit ver­kürzt. In der Os­ter­wo­che wa­ren nur noch die drei Ta­ge Mon­tag bis Mitt­woch ar­beits­frei, wo­rauf sich in ein­zel­nen Quel­len der Ver­weis auf ei­nen 4. Os­ter­tag, den Os­ter­mitt­woch, stützt. Doch sind uns bis­her kei­ne Quel­len be­kannt, die den 4. Os­ter­tag in be­son­de­rer Wei­se li­tur­gisch be­to­nen.

Hingegen gibt es zahl­rei­che Quel­len, die aus­drück­lich den 3. Os­ter­tag als kirch­li­chen Tag aus­wei­sen, der als li­tur­gi­scher Teil des Os­ter­fes­tes ver­stan­den wur­de.

In der rö­misch-ka­tho­li­schen Kir­che hat sich die­ser Tag bis ins spä­te 19. Jahr­hun­dert er­hal­ten.

 

2 Die österlichen Feiertage: das alte Triduum Paschale

 

2.1 Der Begriff Triduum

Der la­tei­ni­sche Be­griff »Tri­du­um« be­zeich­net ei­nen Zeit­raum von drei Ta­gen. Wel­che Ta­ge, wel­cher Zeit­raum im Ka­len­der oder in der kirch­li­chen Ord­nung da­mit ge­meint sind, be­zeich­net das fol­gen­de Wort. Be­kannt sind ins­be­son­de­re Tri­du­um Sa­c­rum und Tri­du­um Pa­scha­le.

 

2.2 Das alte Triduum Paschale

Die drei Tage 1. Os­ter­tag (Os­ter­sonn­tag), 2. Os­ter­tag (Os­ter­mon­tag) und 3. Os­ter­tag (Os­ter­diens­tag) bil­de­ten bis zum Ende der 19. Jahrhunderts zu­sam­men das Tri­du­um Pa­scha­le, die drei Tage der Auf­er­ste­hungs­fei­er.

Nachdem der 3. Os­ter­tag im kirch­li­chen Ka­len­der ver­schwun­den war, hat­te auch die Be­zeich­nung Tri­du­um Pa­scha­le für die­se Ta­ge ih­ren Sinn ver­lo­ren. Sie ver­schwand vor­über­ge­hend aus dem kirch­li­chen Sprach­ge­brauch.

 

2.3 Das Triduum Sacrum

Der la­tei­ni­sche Be­griff »Tri­du­um Sa­c­rum«, »die hei­li­gen drei Ta­ge«, ist deut­lich äl­ter und reicht min­des­tens bis an den An­fang des 4. Jahr­hun­derts zu­rück.

Ur­sprüng­lich um­fass­te Tri­du­um Sa­c­rum nur die Ta­ge Kar­frei­tag, Kar­sams­tag und Os­ter­sonn­tag. Doch nach meh­re­ren, li­tur­gisch be­grün­de­ten An­pas­sun­gen mein­te der Be­griff schließ­lich die Zeit­span­ne vom Abend des Grün­don­ners­tags (als Vor­abend des Kar­frei­tags) bis zum Mor­gen des Os­ter­sonn­tags (Ab­schluss in der Os­ter­nacht).

Die­ses Tri­du­um Sa­c­rum wird als ein ein­zi­ges Hoch­fest ver­stan­den. Es führt die li­tur­gi­sche Be­zeich­nung »Die Drei Ös­ter­li­chen Ta­ge vom Lei­den, vom Tod und von der Auf­er­ste­hung des Herrn«.

 

2.4 Das Nebeneinander beider Bezeichnungen

Die bei­den Zeit­räu­me Tri­du­um Sa­c­rum und Tri­du­um Pa­scha­le gin­gen mit Ab­schluss der Os­ter­nachts­fei­ern naht­los in­ei­n­an­der über. Doch dem Tri­du­um Sa­c­rum wur­de die hö­he­re Be­deu­tung bei­ge­mes­sen.

Anders als im Mit­tel­al­ter mei­nen heu­te in der ka­tho­li­schen Kir­che bei­de Be­grif­fe den­sel­ben Zeit­raum vom Abend des Grün­don­ners­tags bis zum Abend des Os­ter­sonn­tags.

 

2.5 Mehr zum Triduum

Die Be­grif­fe »Tri­du­um«, »Tri­du­um Sa­c­rum« und »Tri­du­um Pa­scha­le« in ih­rer his­to­ri­schen Ent­wick­lung, so­wie ih­re mo­der­ne Be­deu­tung in der ka­tho­li­schen wie auch in der evan­ge­li­schen Kir­che, er­läu­tern wir in die­sem Ar­ti­kel:

Bild zum Artikel Triduum
Wissenswertes

→Triduum

Die Be­grif­fe »Tri­du­um Sa­c­rum« und »Tri­du­um Pa­scha­le« be­zeich­nen bis zum En­de des 20. Jahr­hun­derts nur ka­tho­li­sche Fes­te. Doch was be­deu­ten sie? Der Ar­ti­kel gibt Ant­wor­ten.

 

3 Der dritte Ostertag im Kalender

Eine genaue Ein­gren­zung des Zei­traums, in dem der 3. Os­ter­tag li­tur­gisch Be­deu­tung hat­te, und in wel­cher Zeit er als ech­ter Fei­er­tag ar­beits­frei war, kön­nen wir der­zeit nicht an­ge­ben. Da­für feh­len uns aus­sa­ge­kräf­ti­ge Do­ku­men­te.

Wir ha­ben den 3. Os­ter­tag in den Blät­tern des Ewi­gen Ka­len­ders für die Jah­re ab 800 (Re­gie­rungs­zeit Kai­ser Karl des Gro­ßen) bis 1890 vor­ge­se­hen. Ab­wei­chun­gen sind mög­lich.

 

4 Ein Beispieldokument

 

Blatt aus: Johann Michael Dilherr, Augen- und Hertzens-Lust, 1661 | Quelle: Universitätsbibliothek Paderborn

Abbildung: Johann Michael Dilherr, Augen- und Hertzens-Lust, gedruckt 1661, S. 181
Quelle: follow link Universitätsbibliothek Paderborn

Die obige Ab­bil­dung aus J. M. Dil­herrs Werk, Augen- und Hertzens-Lust von 1661, zeigt das The­ma die­ses Sonn­tags: Die Er­leuch­tung des ver­fins­ter­ten Verstands.

Das Bild zeigt Gott, ver­bor­gen in ei­ner Wolke. In sei­ner rech­ten Hand hält er ein Licht (eine bren­nen­de Ker­ze), mit dem Fin­ger zeigt er auf ei­ne Text­stel­le in der auf­ge­schla­ge­nen Bi­bel, die vor dem Le­ser der Bi­bel liegt. Kör­per­hal­tung und Ge­sichts­aus­druck des Men­schen las­sen er­ken­nen, dass er auf den Fin­ger­zeig Got­tes, auf die Er­leuch­tung war­tet, um zu ver­ste­hen, was er da ge­ra­de liest.

So trägt das Bild den Sinn­spruch:

Die Heil´ge Schrifft verſteht man nicht, Ohn GOTTES fing´r und Gnadenlicht.

 

Das Thema wird unter­halb des Bil­des
mit ei­nem wei­te­ren Sinn­spruch be­schrie­ben:

Die Erleuchtung des verfinsterten Verstands.

Wir leben in einem dunklen Ort
und lesen irrsam Gottes Wort:
Wenn nicht erleuchtet Gott den Verstand
und zeigt, was recht, mit eigner Hand.

Verwiesen wird zur Erklärung des des Sinnbildes auf den 2. Petrusbrief (1,19):

 

 

2Petr 1

 

 

19WIr haben ein feſtes Prophetiſch wort / Vnd jr thut wol / das jr drauff achtet / als auff ein Liecht / das da ſcheinet in einem tunckeln ort / Bis der Tag anbreche / vnd der Morgenſtern auffgehe in ewren hertzen.

 

 

Das Evangelium für diesen Tag war →Lukas 24,36-47 (Der Auf­er­stan­de­ne gibt die letz­ten Wei­sun­gen an die Apos­tel).

 

Symbol Evangelisch

 

5 In der evangelischen Kirche

Der 3. Oster­tag war in ei­ni­gen Kir­chen­ord­nun­gen evan­ge­li­scher Kir­chen ver­merkt, doch längst nicht in allen. Grund­sätz­lich las­sen sich drei ver­schie­de­ne Tra­di­ti­o­nen in den Kir­chen­ord­nun­gen ab 1533 aus­ma­chen:

  • Die Auferstehungsfeier be­schränk­te sich auf Os­ter­sonn­tag und Os­ter­mon­tag.
  • Die Auferstehungsfeier um­fass­te zu­sätz­lich den Os­ter­diens­tag als 3. Os­ter­tag, je­doch nicht als Fei­er­tag und nicht gleich­wer­tig mit Os­ter­mon­tag. Der 3. Os­ter­tag wur­de nur halb­tags be­gan­gen. Ein­zi­ges li­tur­gi­sches Ele­ment war ei­ne Pre­digt am Vor­mit­tag.
  • Die Auferstehungsfeier schloss den Os­ter­diens­tag li­tur­gisch voll­stän­dig mit ein, was durch An­dach­ten und Got­tes­diens­te an die­sem Tag un­ter­stri­chen wur­de.

 

Beispiele für unter­schied­li­chen Aus­prä­gun­gen des Os­ter­fes­tes

 

Jahr

Gebiet

Auszug aus der Kirchenordnung

1566

Fürstentum Hessen

Der 3. Ostertag wird in nicht genannt. Zu feiern ist:

»Der tag der Aufferſtehung Chriſti/ da er vfferſtanden iſt vmb vnser gerechtigkeyt willen / welcher der Oſtertag genent / vnnd allwege uff den Sontag gefelt / mit dem nechſtuolgenden.«

1569

Fürstentum Braunschweig und Lünenburg

Der 3. Ostertag gehört vollständig zu Osterfest. Zu feiern ist:

»Der Oſtertag / oder Paſcha / der Tag der Aufferſtehung Chriſti / ſampt dem folgenden Montag vnd Dinſtag.«

     

 

 

Das jüngste, uns be­kann­te Do­kument, das den 3. Os­ter­tag li­tur­gisch er­wähnt, ist ein follow link Kan­ti­o­nal zur Lü­ne­bur­gi­schen Kir­chen­ord­nung, das 1860 her­aus­ge­ge­ben wur­de.

 

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